Marketing   22.3.2018

Der Mobile First Index: Funktionsweise und Auswirkungen auf das Mobile SEO

Über ein Jahr lang – genau genommen seit dem 15. November 2016 – hat sich die Einführung des Mobile First Index als Google Hauptindex angekündigt. Dabei soll zukünftig die mobile Version, und nicht mehr die Desktop Variante einer Website oder eines Online-Shops als Grundlage für die Indexierung dienen. Dieser Schritt wurde insbesondere durch die veränderten Nutzergewohnheiten begründet.

Nun sind Entwickler und Online-Marketing Experten gefragt, denn spätestens jetzt sollte umgerüstet werden. Was genau der Mobile First Index für die Optimierung rund um Mobiles SEO bedeutet, was es zu beachten gilt und welche Auswirkungen dieser auf Mobiles SEO hat, wird im Folgenden erläutert.

Mobile First Index

Darum in Zukunft Mobiles SEO

Wenn du bisher deine Website für die Indexierung nach SEO Maßstäben fit machen wolltest, hast du dich dabei wahrscheinlich nach dem Desktop Index gerichtet. Dieser Index wurde von Google viele Jahre lang als Hauptindex genutzt. Layout, Usability und Keywords wurden nach den wichtigsten Desktop-Punkten wie der Skalierung für große Bildschirme oder einer ausführlichen Meta Description ausgerichtet. Weniger Wert legten die meisten Entwickler darauf, dass ihre Website auf Mobilgeräten richtig angezeigt wurden. Das sollte sich 2015 ändern, als Google die Umrüstung auf das mobile Zeitalter bekannt gab. Ende 2016 im Rahmen der Pubcon in Las Vegas dann die lange erwartete Nachricht: Der Hauptindex wird mobil.

Das ist zukunftsweisend, denn weltweite Zahlen belegen, dass immer mehr Menschen das Netz überwiegend oder sogar ausschließlich mobil nutzen. Nach Zahlen der Wirtschaftswoche soll die mobile Nutzung 2018 auf 80% steigen. Anfang 2017 waren es noch rund 53%. Der Mobile First Index und die Umrüstung auf Mobiles SEO sind somit nur logische Anpassungen seitens Google, die sich aus dem aktuellen „mobilen Trend“ ergeben. Aber was bedeutet das konkret?

Was ändert der Mobile First Index?

Der Umstieg vom Desktop auf den Mobile First Index als Googles Hauptindex bedeutet in Summe: Wer nach der Umstellung keine mobile Website anbietet, wird in den Google-Suchergebnissen vermutlich mit Ranking-Verschlechterungen rechnen müssen. Zwar wird im Falle des Nicht-Vorhandenseins einer mobilen Version auf die Desktop-Variante zurückgegriffen, jedoch wird diese vom Google Crawler mit Smartphone-Kriterien bewertet. Sollte sich der Trend hin zu einem „Mobile Only“ Index entwickeln, muss sogar mit einem kompletten Verlust des Traffics gerechnet werden.

Mit der Umstellung auf Mobile First werden zukünftig nur noch solche Webseiten als relevante Ergebnisse auf den ersten Suchergebnis-Positionen angezeigt, die für Mobilgeräte optimiert sind. Dies bedeutet im Detail:

Webseiten sollten eine hohe Usability, ein responsives Design, ein adaptives Layout oder separate mobile Webseiten (sog. m.-Pages) besitzen. Bei Letzteren sollte darauf geachtet werden, dass diese…

  • mobil gecrawlt werden können,
  • schnelle Ladezeiten besitzen,
  • mobilen Content enthalten, der die relevantesten Informationen der Desktop Variante beinhaltet,
  • für alle Seiten eine Google Search Console Verifizierung erhalten,
  • die Sitemap für den Googlebot zugänglich machen,
  • und strukturierte und Meta-Daten besitzen.

Die genauen Details der Anforderungen kennen wir allerdings bisher nicht. Google hält sich bedeckt, was die Anforderungen an Mobiles SEO betreffen. Wir wissen jedoch genug, um ausschließen zu können, dass Desktop und Mobile Versionen in Zukunft gleichgestellt werden.

Das betrifft neben den Änderungen rund um Mobiles SEO auch die Frage der Backlinks. Die Rückverweise auf Websites waren bisher ein maßgeblicher Faktor dessen, was Google als seriös und relevant erkannte. Falls man sich für die Option zweier Varianten entschieden hat, einer mobilen und einer Desktop-Version, so erhielten für Mobiles SEO optimierte Websites gegenüber ihren Desktop Varianten bisher kaum Links. Grund dafür ist, dass als Linkziele meist die Desktop Versionen gewählt wurden, da diese bis dato als Hauptindex galten. Des Weiteren wurde auf vielen Online-Marketing Portalen die Vermutung aufgestellt, dass Backlinks dank dem Mobile First Index ganz an Relevanz verlieren werden. Schließlich klicken Smartphone- und Tablet-Nutzer nur selten auf Verlinkungen.

Der Mobile First Index kommt – Was nun?

Zuerst einmal Ruhe bewahren. Viele Websites verfügen bereits jetzt über eine zusätzliche mobile Ausgabe. Andere werden zumindest weitgehend korrekt ausgegeben und werden von Google indexiert. Lediglich die Ranking-Position wird dadurch in Mitleidenschaft gezogen. Diese kann man durch die Ausrichtung auf „Mobile First“ allerdings wiedererlangen. Ob man sich hingegen für das responsive Design oder separate mobile Seiten entscheidet, hängt ganz von einem selbst ab. Jedoch sollte einem der hohe Aufwand und die oben genannte Backlink-Problematik der separaten Websites bewusst sein. Hingegen könnte die User Experience bei einer responsiven Website beeinträchtigt werden.

In Zukunft sollten bei der Entscheidung für separate mobile Websites die gleichen hochwertigen Inhalte enthalten sein und diese sollten über die gleichen Daten verfügen. Geh dabei einfach davon aus, dass der mobile Nutzer sich deine Website nicht noch einmal auf dem Desktop ansieht. Alle Informationen, die er bekommen soll, müssen auf der mobilen Website enthalten sein. Das gilt auch für die Metadaten. Der Mobile First Index liest die Metadaten ebenso aus, wie es bisher der Desktop-Hauptindex tat.

Um Stabilität beider Websites zu gewährleisten, ist es wichtig, einen Hoster zu finden, der das erhöhte Aufkommen für eine zusätzliche mobile Seite bewältigt. Wird diese erst einmal durch gutes Mobiles SEO zur Hauptseite, ist mit erhöhtem Crawling und mehr Traffic zu rechnen.

Welche weiteren Punkte bei der Umstellung auf „Mobile First“ noch zu beachten sind, hat die zusammengefasst.

Grundsätzliches rund um Mobiles SEO

Mobiles SEO erschöpft sich nicht darin, dass Google unsere Websites auch wirklich findet. Auch der Nutzer muss natürlich einen Mehrwert von dem Besuch der Seiten haben. Darum führt die Umstellung rund um den Mobile First Index als Hauptindex auch dazu, dass du deine Designs überdenken solltest. Mobil stellen sich unter anderem folgende Fragen:

  • Wie viele Klicks benötigt der Nutzer, um Inhalte zu sehen?
  • Welche Steuerungselemente funktionieren auch für kleinere Touchscreens?
  • Ist eine Steuerung der Website durch Wischgesten und Scrollen möglich?
  • Verdecken Ads und Pop-Ups in der mobilen Ansicht große Teile kleinerer vertikaler Screens?
  • Ist der Text skalierbar?

Die perfekte mobile Website passt sich responsive an das Endgerät an. Sie sollte auf compact Smartphones ebenso funktionieren wie auf Tablets. Idealerweise eignet sich das Layout dennoch auch für Desktopscreens und SmartTV. Entwickler müssen außerdem beachten, dass die Website, wenn sie beliebt ist, auch per Link geteilt wird. Kann der Desktopnutzer mit dem Link dann nichts anfangen, da bei ihm der verwendete Font in 50pt ganzseitig dargestellt wird und die Steuerelemente den Bildschirmrand bedecken, ist nichts gewonnen.

Ab jetzt mobil!

Googles erneute Bekräftigung, dass der Mobile First Index als Hauptindex nun tatsächlich bald kommt, sollte Anreiz genug sein. Ab jetzt steht Mobiles SEO im Vordergrund. Das sollte sich in neu gestalteten Websites und Shops ab sofort zeigen.

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