Interview   12.5.2016

Der Typ auf der Rechnung – Interview mit Paul-Alexander Thies von Billomat

„Wer ist dieser Typ auf meiner Rechnung?“ In der vergangenen Woche sorgte eine IT-Panne für allerhand Spaß bei Billomat-Kunden und Mitarbeitern. Bei dem Typen auf der Rechnung handelte es sich um niemand Geringeren als unseren neuen Billomat Geschäftsführer. Doch wer steckt eigentlich hinter dem neuen Gesicht? Ein Interview mit Paul-Alexander Thies über Gründergeist, die Zukunft von Online-Buchhaltung und die fränkische Wirtschaft.

Kürzlich prangte dein Foto auf zahlreichen Billomat Rechnungen. Zeit, um sich den Billomat Nutzer vorzustellen. Wer ist das neue Gesicht hinter Billomat?

Ich bin seit Februar als Geschäftsführer für Billomat im Einsatz, zuvor durfte ich in den letzten 8 Jahren einige große Startups im E-Commerce mit aufbauen. Für mich ist Billomat eine große Herausforderung und gleichermaßen unglaublich spannend. Die Themen Online Buchhaltung und Fintech sind ein absoluter Zukunftsmarkt.

Paul-Alexander Thies , Geschäftsführer von Billomat

Paul-Alexander Thies , Geschäftsführer von Billomat

Und wie kam dein Bild jetzt eigentlich auf die Rechnungen?

Das war wohl die bisher lustigste IT-Panne, seit ich im E-Commerce tätig bin. Das System hat Bild und Unterschrift verwechselt und so kam es dazu, dass auf der zweiten Seite der Rechnung ein Foto von mir zu finden war. Aber die Reaktionen der Kunden waren klasse, alle haben es mit Humor genommen und das Problem wurde noch am selben Tag gelöst.

Seit Februar 2016 hast du die Leitung bei Billomat übernommen. Was reizt dich an dieser neuen Herausforderung?

Der Bereich Fintech ist hochinteressant, gerade der Ansatz Online-Buchhaltung. Billomat nutzen mittlerweile 30.000 Unternehmen weltweit, auch wenn man klar sagen muss, dass unser Fokus aktuell auf D-A-CH liegt. Mein Ziel ist es nun, Billomat zur perfekten Lösung für Online Buchhaltung zu machen, damit sich unsere Kunden auf Ihr Kerngeschäft fokussieren können.

Was wird sich auf Billomat jetzt verändern und worauf dürfen die Nutzer gespannt sein?

Es tut sich gerade unheimlich viel hinter den Kulissen. In den letzten 2 Jahren gab es viel gute Vorschläge unserer Kunden, wie man Billomat verbessern und erweitern könnte. Meine Aufgabe war es nun gemeinsam mit meinem Team alle Vorschläge und Wünsche zu diskutieren. Seit einiger Zeit arbeiten unsere Entwickler auf Hochtouren am Redesign. Billomat wird intuitiver, frischer und es werden viele neue Funktionen ergänzt. Zusätzlich haben wir nun die App für Android und iOS und unsere Kunden haben diese super angenommen. Parallel zum Redesign wird diese step by step weiterentwickelt.
Außerdem freue ich mich sehr darüber, dass wir immer wieder wichtige Hinweise unserer User bekommen, auch wenn wir nicht jeden Wunsch sofort umsetzen können.

Beende den folgenden Satz: Die Marke Billomat steht für…?

…Buchhaltung 2.0 und für mehr Zeit, um sich auf das Kerngeschäft zu fokussieren.

Seit neuestem ist Billomat auch sehr aktiv auf Facebook, Twitter und Co. unterwegs. Warum ist eine Ansprache von Nutzern und Interessenten über soziale Kanäle heutzutage so wichtig?

Das ist der Verdienst meiner neuen Marketingleiterin Doreen. Mit Facebook & Twitter haben wir zwei der größten Portale weltweit. Damit erreichen wir unglaublich viele Interessenten und potenzielle Kunden. Viele Unternehmen verwenden immer noch einen großen Teil ihrer kostbaren Zeit, um Rechnungen und Aufträge zu erstellen. Wir möchten über diese Kanäle zeigen, welche Probleme wir lösen können. Und dann geben wir natürlich Tipps zum Thema Finanzen und Gründung wie z. B. Steuererklärung. Das Thema ist gerade sehr beliebt.

Kürzlich hat Billomat seinen Firmensitz nach Nürnberg verlegt. Ist die fränkische Metropole ein gutes Pflaster für junge Startups?

Definitiv – Nürnberg ist eine Wirtschaftsregion, die ganz vorne mitspielt. Man hat hier große Unternehmen wie DATEV, GfK, Siemens, Schäffler, Adidas, Puma oder Müller Medien. Auch Unternehmen aus dem E-Commerce Bereich wie Webgains, Immowelt, Anwalt.de, Jumondo oder Hotel.de sitzen in Nürnberg. Die Infrastruktur, das Netzwerk und die Stadt sind der perfekte Standort für Billomat.

„Die Infrastruktur und das Netzwerk der Stadt Nürnberg sind der perfekte Standort für Billomat.“

Groupon, Rocket Internet und Travador sind nur einige Namen, die auf deinem Lebenslauf auftauchen. Was hast du aus dieser Zeit mitgenommen?

Groupon war mit das größte Learning für mich persönlich. Teams von zehn bis dreißig Personen in verschieden Städten Deutschlands zu managen war eine großartige Erfahrung, bei der ich viel gelernt habe. Und auch das Wachstum der Firma war damals sensationell. Eine sehr spannende Zeit, die ich nicht missen möchte. Bei Payleven, dem Rocket Internet Startup für Mobile Payment, waren wir damals sehr zeitig am Markt, welcher sich jetzt erst in Deutschland richtig entwickelt. Große Firmen wie Aldi und Lidl oder Media Markt und Saturn haben hier die Weichen gestellt mit der Einführung bzw. der Akzeptanz der Kreditkarte. Meine letzte Station Travador, das größte Reise-Startup in D-A-CH, war auch super spannend, vor allem die Erfahrung im Tourismusbereich.

Nicht jeder ist als Unternehmer geboren. Welche drei Eigenschaften sollte jeder Unternehmer besitzen, um erfolgreich zu sein?

Leidenschaft, Beharrlichkeit & Kommunikation

Wenn du keine Leidenschaft besitzt und nicht das liebst, was du tust, dann wirst du keinen Erfolg haben. In meiner Freizeit spreche ich oft mit Familie und Freunden über Billomat, um ein ehrliches Feedback von außen zu bekommen. Man muss beharrlich sein in dem was man tut, nicht immer klappt alles von Anfang an, ein Fehler im Code oder eine Marketingaktion, die floppt sind kein Grund aufzugeben. Es gibt immer eine Lösung! Aus diesem Grund ist Kommunikation so wichtig. Sprich mit deinen Mitarbeitern, deinen Freunden und deinen Kunden. Höre zu und du wirst lernen, die richtigen Dinge zu tun.

„Wenn du keine Leidenschaft besitzt und nicht das liebst, was du tust, dann wirst du keinen Erfolg haben.“

Wer viel arbeitet, muss auch mal entspannen. Wie findest du Ruhe nach einer turbulenten Arbeitswoche?

Der größte Ruhepol sind meine Frau, meine Familie und Freunde. Wir lieben es zu Grillen und führen endlose Gespräche bis in die Nacht. Und dann ist da natürlich auch der Sport. Ich liebe Badminton und Golf, zwei Sportarten, die dir alles abverlangen und den Alltag vergessen machen.

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