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Die Krankenversicherung, die es einfach macht – Interview mit Dr. Roman Rittweger von ottonova

Wir schreiben das Jahr 2018 – Die Digitalisierung ist so weit vorangeschritten wie noch nie. Also wieso gibt es keine rein digitale Krankenversicherung? Gibt es! Mit ottonova hat Dr. Roman Rittweger eine einfache und moderne private Krankenversicherung geschaffen, die ohne Papierkram auskommt.

Interview mit Dr. Roman Rittweger von ottonova

Hallo Roman, würdest du dich und dein Unternehmen bitte kurz vorstellen?

ottonova ist der erste und einzige komplett digitale Krankenvollversicherer Deutschlands. Wir wollen einer der Antreiber und Wegbereiter für die Digitalisierung der Gesundheitsbranche sein. Durch eine eigens entwickelte App, die als Schaltzentrale dient und an deren Entwicklung wir die Versicherten teilhaben lassen, sprechen wir eine junge und digital-affine Zielgruppe an. Wir sind das erste InsurTech-Unternehmen in Deutschland, das als eigenständiger Risikoträger aktiv ist und zudem die erste Neugründung in der Branche seit 17 Jahren.

Ich persönlich habe einen Background als Mediziner und Unternehmensberater. Vor ottonova habe ich bereits einen Dienstleister für Krankenversicherungen gegründet und mir war klar: Wenn du wirklich etwas bewegen willst, dann musst du selbst die Krankenversicherung sein.

Interview mit Ottonova
Dr. Roman Rittweger, Mediziner und Gründer von ottonova

Wie seid ihr auf den Namen „ottonova“ gekommen?

Otto von Bismarck kann als der Erfinder der deutschen Krankenversicherung bezeichnet werden. Mit seinen Sozialgesetzen zugunsten der Arbeiter sorgte der Kaiser seinerzeit für eine echte Innovation. Daher haben wir uns namentlich an ihn angelehnt. Das „nova“ steht dabei für die zweite Revolution in der Gesundheitsbranche, die wir bewirken möchten – auf den Tag genau 134 Jahre nach Bismarck.

Woher kam die Idee für eine rein digitale Krankenversicherung und wie hat sich diese bis heute entwickelt?

Die digitale Krankenversicherung ist die zwangsläufige Konsequenz, wenn man die aktuelle Entwicklung weiterdenkt. In anderen Ländern ist das schon lange nichts Neues mehr. Deutschland ist beim Thema Digitalisierung etwas hinten dran – man denke nur an die Probleme mit der elektronischen Gesundheitsakte. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist längst überfällig. Wir machen jetzt einfach mal einen Anfang, z. B. indem wir den digitalen Arztbesuch eingeführt haben. Lange bevor er in Deutschland flächenweit erlaubt wird.

Ottonova Private Krankenversicherung

ottonova ist die erste private Krankenversicherung, bei der vom Vertragsabschluss bis zur Rechnung alles digital läuft. Wo siehst du hier die Vorteile?

Zunächst sparen wir uns durch die Digitalisierung viele Kosten, etwa bei Verwaltung und Vermittlern. Das Geld stecken wir lieber in die Alterungsrückstellungen, um für unsere Kunden stabile Beiträge im Alter zu ermöglichen. Für unsere Versicherten bedeutet unser digitales Konzept vor allem Einfachheit und Schnelligkeit: Rechnungen mit wenigen Klicks einreichen und in kürzester Zeit erstattet bekommen. Mit dem Concierge chatten, um einen Termin zu vereinbaren. Via Smartphone mit einem Arzt sprechen. All das führt zu einem völlig neuen Versicherungserlebnis. Der Kunde ist bereits digital. Wir holen ihn in seiner Welt ab und machen es für ihn einfach.

Der Digitale Arztbesuch samt Rezept und Attest wird dann das Normalste der Welt sein. In Zukunft wird niemand mehr verstehen, warum er bei einer Erkältung ins Wartezimmer musste.

Als Vorreiter in der Digitalisierung der privaten Krankenversicherung: Warum meinst du, verläuft diese in der Versicherungsbranche so schleppend?

Etablierte Versicherungen schleppen viele alte Verträge und schwerfällige Systeme mit sich herum. Zudem bieten sie eine unübersichtliche Anzahl an Tarifoptionen an. Das macht sie langsam, kompliziert und wenig flexibel. Wenn man Berge an Aktenordnern und eine Menge Mitarbeiter hat, die den ganzen Tag manuell Schäden regulieren, dann ist es schwer in kurzer Zeit auf eine digitale Dunkelverarbeitung umzustellen… Eigentlich geht das nur richtig gut, wenn man ganz frisch auf der grünen Wiese startet. So wie ottonova.

In Deutschland ist ein digitales Attest ja noch nicht erlaubt, in der Schweiz allerdings schon. Wo seht ihr die Zukunft Deutschlands in Sachen digitale Arztbesuche und Atteste?

Auch beim Thema Telemedizin ist Deutschland noch sehr zurückhaltend. Allerdings gibt es schon erste Ansätze wie etwa in Baden-Württemberg, das Fernbehandlungen erlaubt. Wir glauben dran, dass sich das Verbot in nächster Zeit immer mehr auflösen wird. Der Digitale Arztbesuch samt Rezept und Attest wird dann das Normalste der Welt sein. In Zukunft wird niemand mehr verstehen, warum er bei einer Erkältung ins Wartezimmer musste. Allerdings wird der digitale den analogen Arztbesuch nie vollständig ersetzen können. Vielmehr ist er eine praktische Ergänzung, die nicht mehr aufzuhalten ist.

Zum Thema Employer Branding: Statt BAV und Bonus kann der Arbeitgeber sich anteilig an Zusatzversicherungen beteiligen. Was sind die Vorteile? Wie funktioniert das?

Kranke Arbeitnehmer kosten ein Unternehmen viel Geld – im Schnitt 3.600 € pro Mitarbeiter jedes Jahr. Durch die Corporate Benefit Programme von ottonova können Unternehmen diesen Kosten entgegenwirken. Als Gesundheitspartner bieten wir unseren Versicherten in Zusatztarifen sowohl einen Concierge Service als auch Vorsorgeerinnerungen. Im Ernstfall erhalten sie auch einfache und unkomplizierte via Smartphone. Das hilft nicht nur Mitarbeitern gesund zu bleiben, sondern spart Unternehmen Kosten und macht es dank Vergleichsportalen wie Kununu oder Glassdoor attraktiver für bestehende Mitarbeiter und neue Talente.

ottonova Team
Das ottonova-Team aus München

Letztes Jahr bekam ottonova in mehreren Finanzierungsrunden ein rund 20 Millionen schweres Investment. Habt ihr Tipps für Gründer, wie man einen Investoren-Pitch für sich gewinnt?

Da gibt es kein Patentrezept… Wichtig ist, dass man ein echtes Kundenproblem löst. Erfolgreich ist im Regelfall eine gute Mischung aus Enthusiasmus, Industriekompetenz und Erfahrung. Und es hilft zu verstehen, wie Risikokapitalgeber ticken.

Gerade bei Versicherungen ist das Denken der Gesellschaft eher traditionell: Wie würdest du einem potentiellen – aber skeptischen – Kunden die Zukunft von ottonova beschreiben?

Im Moment hat niemand Lust auf seine Krankenversicherung. Man hat sie eben, weil man eine braucht und ist froh, wenn sie einen in Ruhe lässt. Das wäre mein Gegenszenario für die Zukunft: Stell dir vor, du lebst in einer Welt, in der deine Krankenversicherung so selbstverständlich zu dir gehört, wie die Marke deines Laptops. Du hast das beruhigende Gefühl, einen Partner an deiner Seite zu haben, der bei allen Fragen rund um die Gesundheit für dich da ist. Du kannst ihn völlig stressfrei erreichen, z.B. per Chat, und erhältst eine schnelle, persönliche Antwort. Deine Krankenversicherung kümmert sich nicht erst im Krankheitsfall um dich, sondern ist daran interessiert, dich schon heute aktiv in der Gesundheit zu unterstützen. Dabei nutzt du digitale Tools, die du selbst mitentwickelt hast und die deshalb genau deine Bedürfnisse erfüllen.

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