Finanzen   17.12.2019

Dienstfahrrad steuerlich absetzen – Spartipps für Sportliche

Ein Fahrrad ist noch lange kein Auto. Trotzdem hat der Gesetzgeber seit 2012 die beiden Fortbewegungsvehikel zumindest steuerlich gleichgesetzt. Denn seit einigen Jahren können Arbeitnehmer ihr Dienstfahrrad steuerlich absetzen. Wie das funktioniert, erfährst Du in diesem Artikel!

Das so genannte Dienstwagenprivileg gilt seit 2012 in Deutschland nicht mehr nur für den Dienstwagen. Auch Fahrräder fallen unter das Steuerprivileg. Darüber hinaus können Arbeitnehmer das Dienstfahrrad nicht nur für den Weg zur Arbeit, sondern auch nach Feierabend für ihre privaten Fahrten benutzen. Steuerlich zumindest macht das keinen Unterschied. Selbst wenn sie das Fahrrad zusätzlich privat nutzen, können Arbeitnehmer das Dienstfahrrad steuerlich absetzen.

Dienstfahrrad schlägt Dienstwagen – zumindest bei der Steuer

Der Fiskus räumt dem Fahrrad sogar einen Vorteil ein: den Anfahrtsweg zur Arbeit mit dem Fahrrad musst Du im Gegensatz zur gleichen Strecke mit dem Dienstwagen nicht versteuern. Der Anfahrtsweg mit dem Dienstwagen kostet hingegen 0,03 Prozent pro Kilometer von der Wohnung bis zum Arbeitsplatz. Nur Fahrer von E-Bikes und S-Pedelecs, die schneller als 25 km/h fahren können, müssen den Weg zur Arbeit wie beim Dienstwagen versteuern.

Über die Entfernungspauschale das Dienstfahrrad steuerlich absetzen

Du kannst über die so genannte Entfernungspauschale in der Steuererklärung Dein Dienstfahrrad steuerlich absetzen. Dabei machst Du für jeden Kilometer von Deiner Wohnung bis zur Arbeitsstätte eine Pauschale von 30 Cent pro Arbeitstag geltend. Die Summe setzt Du in Deiner Steuererklärung als so genannte Werbungskosten an. Die Entfernungspauschale kannst Du übrigens auch dann ansetzen, wenn Du mit Deinem privaten Fahrrad zur Arbeit fährst.

Das Dienstfahrrad – ein Vorteil für alle Beteiligten

Nicht nur die gesundheitlichen Aspekte und die damit einhergehende Steigerung der Leistungsfähigkeit sprechen für den Einsatz von Dienstfahrrädern. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer profitieren bei der Anschaffung von dienstlichen Drahteseln. Denn Arbeitgeber können das Dienstfahrrad als Barlohnumwandlung einsetzen und so Arbeitgeberbeiträge für die Steuer und Sozialversicherung einsparen. Bei der Barlohnumwandlung behält das Unternehmen die Raten für das Leasing und die Versicherungsbeiträge vom Lohn des Angestellten ein. Das hat nicht nur den Effekt, dass das Unternehmen seine Lohnnebenkosten senkt. Auch der Arbeitnehmer profitiert, indem er sein Dienstfahrrad steuerlich absetzen kann.

Fahrrad-Leasing – der steuergünstige Weg zum Wunschrad

Über einen Leasing-Vertrag können Unternehmen und Mitarbeiter die zahlreichen Vorteile eines Dienstfahrrads optimal nutzen. Denn dank der Splittung des Kaufpreises in monatliche Raten müssen Arbeitgeber keine hohen Kosten investieren. Die monatlichen Leasingraten und Versicherungsbeiträge können Arbeitgeber zu  ihren Betriebskosten addieren. Auf diese Weise können Unternehmen das Dienstfahrrad steuerlich absetzen.

Dienstfahrrad steuerlich absetzen – die Details

Um seinen Mitarbeitern ein Dienstfahrrad zur Verfügung zu stellen, schließt die Firma einen Leasingvertrag über einen festgesetzten Zeitraum. Der Mitarbeiter kann das Leasingrad nach der Vertragslaufzeit übernehmen. Hierfür muss er einen prozentualen Anteil am Restwert bezahlen. Der Arbeitgeber bezahlt die monatliche Leasingrate und den Versicherungsbeitrag. Beide Posten kann er über seine Betriebsausgaben steuerlich geltend machen. Das Unternehmen vereinbart eine Barlohnumwandlung. Diese besagt, dass der Mitarbeiter einen monatlichen Sachlohn erhält. Die Höhe des Sachlohns zieht das Unternehmen zusammen mit dem geldwerten Vorteil in Höhe von einem Prozent des Kaufpreises vom Bruttogehalt des Mitarbeiters ab. Das führt dazu, dass die Berechnungsgrundlage für die Steuer und Sozialabgaben absinkt. Sowohl das Unternehmen als auch der Arbeitnehmer bezahlen lediglich die Steuer und die Sozialabgaben auf der Grundlage eines reduzierten Gehalts. Beide führen dabei eine geringere Steuer und Soziallast ab und profitieren von der Steuereinsparung.

Steuerfreiheit zwischen 2019 und 2021 – Wie kann man das Fahrrad von der Steuer absetzen?

Neben den Möglichkeiten, wie Arbeitgeber und ihre Mitarbeiter das dienstliche Fahrrad von der Steuer absetzen können, wurden neue Regelungen eingeführt, durch die auch die Besteuerung des geldwerten Vorteils entfällt. Unter bestimmten Voraussetzungen verzichtet der Fiskus darauf, den geldwerten Vorteil, der durch die Nutzung eines Dienstfahrrads entsteht, zu besteuern.

Die Steuerbefreiung des geldwerten Vorteils gilt unter zwei Voraussetzungen:

  • Dienstfahrrad steht zusätzlich zum Gehalt zur Verfügung
  • Zeitraum zwischen Jahresbeginn 2019 und Jahresende 2021

Arbeitnehmer, die von ihrem Betrieb zusätzlich zu ihrem Lohn ein Dienstfahrrad erhalten, das sie auch nach Dienstschluss für private Fahrten nutzen, müssen den geldwerten Vorteil nicht versteuern, wenn ihnen das Fahrrad zwischen 1. Januar 2019 und 31. Dezember 2021 zur Verfügung steht. 

Was gilt für Selbstständige?

Auch Selbstständige können auf diese Weise ihr betrieblich genutztes Fahrrad von der Steuer absetzen, indem sie die Steuerbefreiung des geldwerten Vorteils nutzen. Für sie gilt ebenso der Zeitraum des Nutzung, dessen Beginn zwischen Anfang 2019 und Ende 2021 liegen muss.

Wie kann man Entferungspauschale und Steuerbefreiung kombinieren?

Die Steuerbefreiung des geldwerten Vorteils kannst Du auch mit der Entfernungspauschale kombinieren. Somit kannst Du unverändert Deine Anfahrten zur Betriebsstätte mit dem betrieblichen Fahrrad von der Steuer absetzen, indem Du die Entfernungspauschale als Werbungskosten geltend machst. Zugleich kannst Du die Steuerbefreiung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung des Dienstfahrrads in Anspruch nehmen.

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Was gilt für die Gehaltsumwandlung zwischen 2019 und 2021?

In der Praxis nutzen Betriebe und ihre Mitarbeiter die Möglichkeiten, das Fahrrad von der Steuer absetzen zu können, am häufigsten über das Leasing. Einerseits bietet das Leasing dem Arbeitgeber eine finanzielle Entlastung. Denn über die Gehaltsumwandlung beteiligen Arbeitgeber ihre Mitarbeiter an der Finanzierung des Rads. Andererseits hat der Gesetzgeber aber auch die sogenannte Entgeltumwandlung steuerlich begünstigt. Arbeitgeber, die das Firmenrad im Zeitraum zwischen 1. Januar 2019 und 31. Dezember 2021 erstmals zur Verfügung stellen, verschaffen ihrem Mitarbeiter auf diese Weise einen zusätzlichen Steuervorteil. Denn für diese Fälle sieht die Steuergesetzgebung vor, dass lediglich der halbe Bruttolistenpreis als geldwerter Vorteil anzugeben und zu versteuern ist. Dabei fallen nicht nur die Steuern für das Gehalt, sondern auch die Sozialabgaben entsprechend niedriger aus. 

Ältere Diensträder – Welcher geldwerter Vorteil ist anzusetzen?

Nutzt ein Arbeitnehmer ein Dienstrad, das ihm der Arbeitgeber vor dem Beginn 2019 zur Verfügung  gestellt hat, greift die übliche 1% Regelung. Das bedeutet, dass der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung mit 1% des Bruttolistenpreises zu besteuern ist. Das gilt auch dann, wenn der Betrieb seinem Mitarbeiter ein älteres Firmenrad nach 2019 zur Verfügung stellt, das aber vor dem Stichtag am 1. Januar 2019 bereits durch einen anderen Kollegen genutzt wurde und für dessen Privatfahrten zur Verfügung stand. Wird das ältere Fahrrad nach dem Stichtag auf einen anderen Mitarbeiter übertragen, muss dieser einen geldwerten Vorteil von 1% versteuern.

Wie kann man ein elektronisches Fahrrad von der Steuer absetzen?

Da die Bundesregierung sich bemüht, die Elektromobilität zu fördern, hat sie die steuerlichen Vorzüge für E-Autos und Hybridwagen verbessert und bestehende Begünstigungen zum Teil verlängert. Doch die steuerlichen Vorteile für E-Autos und Hybridwagen erstrecken sich nicht auf E-Bikes. Vielmehr richten sich die Möglichkeiten, um ein elektronisches Fahrrad von der Steuer absetzen zu können, nach den üblichen Regelungen für Dienstfahrräder. So gilt die 0,5% Regelung auch für E-Bikes, die Arbeitgeber zwischen 2019 und 2021 anschaffen und ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen, während ältere Diensträder mit 1% des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil zu besteuern sind.

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