21. Nov 2017 | Gründung

Ab in die Selbstständigkeit: Eine eigene Apotheke gründen

Jeder ist mal krank, jeder braucht gelegentlich Medikamente. Für einige davon besteht Apotheken- oder sogar Verschreibungspflicht und darum kommt um die Apotheke kaum ein Kunde herum. Rosige Aussichten also für den, der eine Apotheke gründen möchte?Nicht unbedingt, denn die Apotheken vor Ort bekommen immer mehr Konkurrenz durch den Online-Versandhandel mit Medikamenten. Krankenkassen verhandeln immer wieder neu um die Beträge, die letztendlich bei den Herstellern und den Apothekern hängen bleiben, was die Umsatzprognosen ändern kann. Außerdem ist der Umsatz der Apotheke davon abhängig, ob der Standort gut gewählt ist. An einem guten Standort sind viele Arztpraxen in der Nähe und z.B. in Einkaufszentren gibt es Laufkundschaft, die Hustensaft und Kopfschmerztabletten auf ihrem Einkaufszettel stehen haben.

Ab in die Selbstständigkeit: Eine eigene Apotheke gründen
Ein Pharmaziestudium und die ersten beiden Staatsexamina: Es ist gar nicht so einfach, eine eigene Apotheke zu gründen. (© Karanov Images – Fotolia)

Der lange Weg zur eigenen Apotheke

Doch wer eine Apotheke gründen oder kaufen möchte, muss schon viele Jahre vorher die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Leiten darfst du eine Apotheke nur, wenn du als Apothekerin oder Apotheker approbiert bist. Der Weg zur eigenen Apotheke fängt also mit dem Pharmaziestudium an. Hier existiert an den Universitäten das Bachelor und Master System für Studienabschlüsse parallel zu den älteren Studiengängen, die auf Staatsexamina hinführen. Wer sich sicher ist, dass sie oder er später mal eine eigene Apotheke gründen oder übernehmen will, der braucht die ersten beiden Staatsexamina. Ähnlich wie Ärzte müssen sich auch die angehenden Apotheker approbieren, dazu absolvieren sie ein praktisches Jahr und weitere Prüfungen, das dritte Staatsexamen.

Das sind die Grundvoraussetzungen. Sie sind nötig, weil zur Herstellung, zum Verkauf und zum Umgang mit Medikamenten ein umfangreiches Wissen nötig ist. Medikamente sind nicht irgendeine Handelsware: Sie können helfen und heilen aber – wenn falsch eingesetzt – den Patienten auch Schaden zufügen. Daher wird von demjenigen, der eine Apotheke gründen oder betreiben will, die hohe Qualifikation des Apothekers gefordert. Apotheken sind stark reglementiert, unter anderem weil sie die flächendeckende Versorgung mit notwendigen Medikamenten sicherstellen sollen.

Apotheke gründen: Voraussetzungen

Wer, nachdem er möglichst schon Berufserfahrung gesammelt hat, nun eine eigene Apotheke gründen will, muss weitere Hürden nehmen. Apotheker sind in der Apothekerkammer organisiert. Auch wenn Apotheker eigentlich Freiberufler sind, ist eine Apotheke, weil mit Waren gehandelt wird, ein genehmigungspflichtiges Gewerbe. Die Apothekerkammer entscheidet darüber, wer wo eine Apotheke gründen darf. Du brauchst also eine Betriebserlaubnis. Dafür sind einige Voraussetzungen zu erfüllen. Ein konkreter Businessplan ist hilfreich und auch über die avisierten Räumlichkeiten musst du schon vieles wissen und nachweisen können, ebenso wie über deine Person.

Die Kammer will unter anderem

  • ein polizeiliches Führungszeugnis,
  • ein Gesundheitszeugnis des Apothekers/der Apothekerin,
  • einen Miet- oder Kaufvertrag über die für die Eröffnung gedachten Räumlichkeiten,
  • Bestätigungen über die Eignung der Räume

nachgewiesen bekommen. Erst, wenn die Betriebsgenehmigung da ist, kannst du auch die BTM-Nummer beantragen, die du nach dem Betäubungsmittelgesetz brauchst.

Der Weg zur eigenen Apotheke ist also sehr formal geregelt. Was Pharmazeuten unbedingt beachten sollten, wenn sie sich daran machen, eine Apotheke zu gründen, ist die Frage: Verkaufe und berate ich gerne oder stehe ich doch lieber im Labor und forsche oder mache etwas ganz anderes mit meinem Wissen? Eine Apotheke zu führen, bringt viel kaufmännische Tätigkeiten mit sich. Das solltest du mögen, damit dir dein Job ein langes Berufsleben lang Spaß macht.

Weiterführende Links:

Billomat folgen: