Finanzen   19.9.2018

Einnahmenüberschussrechnung oder doppelte Buchführung?

Wenn Du gründen möchtest, hast Du vielleicht am meisten Respekt vor der damit einhergehenden Buchhaltung, vor allem wenn Zahlenakrobatik bisher nicht zu Deinen bevorzugten Interessen zählt. Auch wenn Buchhaltung anspruchsvoll sein kann, ist die Handhabung dennoch nicht ganz unmöglich. Welche Form der Buchführung nötig ist, hängt von der Art Deiner künftigen Selbstständigkeit ab – ob du zum Beispiel als Freiberufler oder als Gewerbetreibender Deiner Selbstständigkeit nachgehen wirst. Du solltest also folgende Frage klären: Wozu bist Du verpflichtet, Einnahmenüberschussrechnung oder doppelte Buchführung?

  1. Einnahmenüberschussrechnung oder doppelte Buchführung: Was ist der Unterschied?
  2. Wer ist zu was verpflichtet?
  3. Was musst Du über die Einnahmenüberschussrechnung wissen?
  4. Was musst Du über die Doppelte Buchführung wissen?
  5. Warum solltest Du für Deine Doppelte Buchführung Software einsetzen?
Einnahmenüberschussrechnung oder doppelte Buchführung

Das Finanzamt will’s wissen – aber in welcher Form, das hängt von der Art deiner Selbstständigkeit ab. Einnahmenüberschussrechnung oder doppelte Buchführung ist hier die Frage. (Bild ©Fotolia.com)

Einnahmenüberschussrechnung oder doppelte Buchführung: Was ist der Unterschied?

Die Pflicht zur Buchführung und zur Aufzeichnung geschäftlicher Vorgänge ist im Steuergesetz im (Abgabenordnung) und im Handelsgesetzbuch verankert. Demnach ist grundsätzlich jeder Kaufmann und jeder Gewerbetreibende zur Buchführung verpflichtet.

Dabei gilt es jedoch, zwischen der doppelten Buchführung und der einfachen Buchführung zu unterscheiden. Die einfache Buchführung erfordert am Ende des Kalenderjahres die Erstellung der Einnahmenüberschussrechnung EÜR. Die Pflicht zur doppelten Buchführung ist erheblich aufwendiger und führt am Jahresende zur Erstellung einer Bilanz. Aber was trifft auf Dich zu, Einnahmenüberschussrechnung oder doppelte Buchführung?

Wer ist zu was verpflichtet? – Einfache Buchführung für Kleinunternehmer

Buchführungspflicht Freiberufler, Kleingewerbetreibende und Kleinunternehmer

Freiberufler mit einem Gewinn, beziehungsweise mit einem Umsatz unterhalb der gesetzlich festgelegten Grenzen erfüllen ebenso wie Kleingewerbetreibende ihre gesetzliche Buchführungspflicht, indem sie eine einfache Einnahmenüberschussrechnung erstellen.

Kleingewerbetreibende führen ein Unternehmen, das „nach Art oder Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb nicht erfordert“, wie es im Handelsgesetzbuch heißt.

Daneben gilt ebenso die einfache Buchführung für Kleinunternehmer. Wer sein Gewebe als Kleinunternehmer betreibt, hat sich aufgrund seines niedrigen Umsatzes von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen und ist damit auch von der Pflicht zur doppelten Buchführung befreit. 
Ob das eigene Unternehmen zur einfachen Buchführung berechtigt, kannst Du auch zum Beispiel bei der Industrie- und Handelskammer nachlesen. Dort lässt Du Dich dann im Zweifelsfall am besten kostenlos beraten.

Was musst Du über die Einnahmenüberschussrechnung wissen?

Seit dem Abrechnungszeitraum 2018 müssen alle Unternehmen, die zur Erstellung der EÜR verpflichtet sind, das amtliche Formular zur Einkommensteuererklärung verwenden. Zur Einnahmenüberschussrechnung gehören die Belege sämtlicher Einnahmen und Ausgaben, deren Summen auf der Anlage EÜR eingetragen werden. Zur Vorbereitung der Einnahmenüberschussrechnung werden die Einnahmen den Ausgaben gegenüber gestellt und summiert. Die Differenz, die entsteht, wenn die Betriebsausgaben von den Einnahmen abgezogen werden, ist der Gewinn, den der Freiberufler oder Kleingewerbetreibende versteuern muss.

Sämtliche Zahlen müssen eindeutig den dazu gehörigen Belegen zugeordnet werden können, um der  zu genügen. Um neben der vorbereitenden Arbeiten für die Steuererklärung einen Überblick über die eigenen Finanzen zu behalten, kann bei der Erstellung der EÜR eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung Freeware oder eine Buchhaltungssoftware eingesetzt werden.

Schwieriger wird es für diejenigen, die zur Einnahmenüberschussrechnung verpflichtet sind, sobald sie Angestellte haben. Gehaltsbuchhaltung ist für die meisten Selbstständigen aus gutem Grund der ausschlaggebende Faktor, sich endlich einem Steuerberater anzuvertrauen.

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Was musst Du über die Doppelte Buchführung wissen?

Seit 2016 gelten für Kaufleute, AGs und GmbHs (außerdem Freiberufler und Kleingewerbetreibende, die freiwillig bilanzieren) sowie für alle Gewerbetreibende neue Betragsgrenzen: Wer einen Gewinn von mehr als 60.000 Euro pro Jahr oder einen Umsatz von mehr als 600.000 Euro pro Jahr erzielt, ist zur doppelten Buchführung verpflichtet. Diese Art der Buchführung schließt zum Jahresende mit einer Bilanz ab. Bereits seit 2014 ist die E-Bilanz Pflicht.

Warum solltest Du für Deine Doppelte Buchführung Software einsetzen?

Eine professionelle Buchhaltungssoftware mit umfassenden Funktionen erleichtert die ordnungsmäßige doppelte Buchführung erheblich. Wer von Anfang an für seine doppelte Buchführung Software einsetzt, der strukturiert seine interne Buchhaltung automatisch. Jeder Geschäftsvorfall muss mit einem Buchführungsprogramm nur einmal erfasst werden. Die Übertragung der Daten in die Buchungssätze erfolgt danach automatisch. Auch die erforderliche Bilanzierung und den Jahresabschluss führt eine professionelle Buchführungssoftware zeitsparend aus, während sie die Fehleranfälligkeit vermindert.

Warum solltest Du für Deine Doppelte Buchführung Excel & Co. lieber nicht einsetzen?

Wer an einer professionellen Buchführungssoftware sparen und für seine doppelte Buchführung Excel einsetzen möchte, erfüllt nicht die gesetzlichen Anforderungen an eine ordnungsmäßige Buchführung. Die gesetzlichen Vorgaben schreiben den Unternehmern genau vor, wie sie ihre Dokumente erstellen müssen. Demnach müssen steuerlich relevante Dokumente in der Buchhaltung unveränderbar, fälschungssicher sein und eigens erstellt werden. Excel Dokumente und Excel Buchhaltungs Tools erfüllen alle diese Erfordernisse nicht. Für Excel Anwender besteht lediglich die Möglichkeit, Buchhaltungsaufgaben zu üben.  

Wer nicht bereits vor der Gründung die doppelte Buchführung gelernt hat, für den wird sich ihre Umsetzung im Tagesgeschäft als aufwendig und kompliziert erweisen. Er sollte einen Buchhalter einstellen oder einen Steuerberater beauftragen. Anders ist der kaufmännischen Buchführung kaum mit vertretbarem zeitlichem Aufwand beizukommen!

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