05. Sep 2017 | Unternehmenssteuerung

Personalabbau: Was bringt eine Transfergesellschaft?

Entlassungen drohen, wenn ein Unternehmen in die Insolvenz rutscht oder zum Beispiel den Standort wechselt. Um Massenarbeitslosigkeit zu verhindern, gibt es in Deutschland für Fälle von starkem Personalabbau in einer Firma eine Übergangslösung: Von Arbeitslosigkeit Bedrohte, wechseln zunächst für maximal ein Jahr in eine sogenannte Transfergesellschaft. Somit sind sie nicht arbeitslos und können sich in dem einen Jahr auf neue Jobs vorbereiten, bekommen Hilfe bei der Vermittlung und auch Weiterqualifizierung ist möglich.

Personalabbau: Was bringt den eine Transfergesellschaft?
Tschüss altes Arbeitsverhältnis, Hallo Arbeitslosigkeit! Oder? Nicht mit dem Wechsel zu einer Transfergesellschaft. (© Andrey Popov – Fotolia)

Transfergesellschaften sind nicht Teil der alten Firma, sondern werden entweder eigens gegründet oder es handelt sich um bestehende Dienstleister. Transfergesellschaften bekommen ihr Geld aus staatlichen Mitteln. die Arbeitsagentur, der bisherige Arbeitgeber und die Übergangsstelle arbeiten im Idealfall gut zusammen, wenn es um den Übergang in die Transfergesellschaft geht. Wer wechselt, der tut das freiwillig. Gleichzeitig mit dem Aufhebungsvertrag für das alte Angestelltenverhältnis unterschreibt derjenige den Arbeitsvertrag bei der Transfergesellschaft. In den nächsten Monaten kommt statt des früheren Gehaltes das Transferkurzarbeitergeld und ein Zuschuss des früheren Arbeitgebers. Transferierte kommen also zunächst auf ca. 70-80% ihres alten Gehaltes. Sie sind nicht arbeitslos und führen zusammen mit ihrem neuen Arbeitgeber weiterhin Sozialversicherungsbeiträge ab, gewinnen also Rentenpunkte dazu.

Ziele der Transfergesellschaft

Die wichtigste Aufgabe der Transfergesellschaft ist es, die Beschäftigten in neue Jobs zu vermitteln. Sollte das nicht gelingen, dann steht den Arbeitslosen noch immer ihr Anspruch auf ALG I zu. Der Transfer verschafft den von Kündigung bedrohten also mehr Zeit. Sie bewerben sich zunächst aus einem Angestelltenverhältnis heraus und können die Arbeitslosigkeit vielleicht gänzlich vermeiden.

Was passiert in der Übergangsphase?

In der Transfergesellschaft sollte sich alles um die professionelle Betreuung der Transfer-Kandidaten drehen. Beratung, Coaching, Weiterbildung? Was braucht jeder Einzelne und wie viel davon?

Berufliche Neuorientierung ist nicht leicht, vor allem für Menschen, die Jahrzehnte im selben Unternehmen beschäftigt waren. Der Arbeitstag in der Transfergesellschaft besteht also zunächst aus Bewerbungstrainings, Unterlagen ordnen und neu gestalten, das eigene Profil herausarbeiten und schärfen. Wo Defizite sind, suchen die Berater mit den Einzelnen nach passenden Weiterqualifizierungsmöglichkeiten. Daneben läuft aber ständig auch die Bewerbungsphase: Stellen recherchieren, Bewerbungsunterlagen anpassen, auf Erfolg hoffen.

Sollte jemand eine tolle Geschäftsidee haben, dann wird auch der Schritt in die Selbstständigkeit unterstützt. Wie schreibe ich einen Businessplan und wo stelle ich den Antrag auf Gründungszuschuss? Auch dabei kann ein Transferanbieter mit Trainingseinheiten Hilfestellung geben.

Licht und Schatten

Erfolg ist nicht garantiert. Am Ende der Vertragslaufzeit können die Fachkräfte dennoch arbeitslos sein.

Die Transfergesellschaft ist nur eine von mehreren Möglichkeiten, wie Unternehmen auf existenzgefährdende Krisen reagieren können. Auch Kurzarbeit kann eine Lösung sein, Teile der Belegschaft vor Arbeitslosigkeit zu bewahren.

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