Gründung   02.8.2018

Erfolgreich eine Apotheke führen: Unternehmensführung, Kauf/Verkauf, Steuern, Betriebsprüfung und Buchhaltung

Apotheken sind nicht nur Orte, an denen Medikamente ausgegeben werden. Neben der Bereitstellung von therapeutischen Mitteln zählt die individuelle Beratung und persönliche Betreuung von Patienten zu den Kernaufgaben von Apotheken. Wer erfolgreich eine Apotheke führen möchte, der muss sich in einer verantwortungsvollen Aufgabe bewähren. 

erfolgreich eine Apotheke führen

Du möchtest erfolgreich eine Apotheke führen? – wir erklären Dir, was Du darüber wissen solltest. (Bild © fotolia.de)

Wofür stehen Apotheken?

Apotheken stellen die pharmazeutische Betreuung der Bevölkerung sicher. Die anspruchs- und verantwortungsvolle Aufgabe umfasst die Zusammenarbeit zwischen Apotheke, Arzt und Patient. Das Sozialgesetzbuch V beschreibt Apotheker als Leistungserbringer im Gesundheitswesen, die Qualität sichern und weiter entwickeln sollen und daneben der Wissenschaft verpflichtet sind. 

Welche gesetzlichen Vorgaben für Apotheken gibt es?

Was besagt das Apothekengesetz?

Das Apothekengesetz (ApoG) verweist auf die hohe Verantwortung von Apotheken, die die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung sicher stellen müssen. Zum Betrieb einer Apotheke ist die Erlaubnis der zuständigen Behörde erforderlich. Die Erlaubnis zum Betrieb der Apotheke beschränkt sich ausschließlich auf den Apotheker, dem sie erteilt wurde und nur für die Räume mit der entsprechenden Erlaubnisurkunde. Voraussetzungen für die Erlaubnis sind eine deutsche Approbation als Apotheker, Geschäftsfähigkeit und Zuverlässigkeit. Die Apotheke darf erst eröffnet werden, nachdem eine behördliche Erlaubnis vorliegt. 

Was beschreibt die Apothekenbetriebsordnung?

Darüber hinaus beschreibt die Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) das Qualitätsmanagement in der Apotheke. Dieses gibt Art und Umfang der Tätigkeiten in der Apotheke detailliert und verpflichtend vor. Dazu gehören die Gestaltung der Apothekenräume, die Ausstattung mit Hilfsmitteln, das erforderliche Personal, die Herstellung von Arzneimitteln und der Betrieb der Apotheke. Neben zahlreichen Vorschriften bezüglich des Umgangs mit Arzneien sind laut § 2a ApBetrO die betrieblichen Abläufe einer Apotheke zu erfassen und zu dokumentieren. 

Gemäß § 2 ApBetrO ist für die Leitung einer Apotheke die Erteilung einer Erlaubnis erforderlich. Im Rahmen der Unternehmensführung muss der Apotheker seine Apotheke darüber hinaus auch persönlich führen. Er hat dabei zu kontrollieren, dass die geltenden Vorschriften eingehalten werden. Kann der Apothekenleiter seinen Verpflichtungen zur persönlichen Leitung der Apotheke vorübergehend nicht selbst nachkommen, dann muss er einen Apotheker bestellen, der ihn vertritt. 

Wie sinnvoll ist der Kauf einer Apotheke?

Wer aktuell erfolgreich eine Apotheke führen möchte, dem versprechen gute wirtschaftliche Aussichten ein solides Einkommen. Zahlreiche Apotheken stehen allein aus Altersgründen zum Verkauf. Mit ausreichender Berufserfahrung und gründlich vorbereiteter Qualitätssicherung bietet der Kauf einer Präsenzapotheke grundsätzlich sehr gute wirtschaftliche Chancen. Denn keine Branche hat über lange Zeitspannen und auch während wirtschaftlicher Rezession eine annähernd stabile Ertragslage wie Apotheken. 

Welche Qualifikationen sollten Apotheker haben?

Nicht nur das akademische Studium der Pharmazie qualifiziert den Apotheker für den Betrieb einer Apotheke. Eine Apotheke gehört zu den Betrieben des Einzelhandels. Zum Betrieb einer Apotheke gehören daher neben der pharmazeutischen Qualifikation vor allem fundierte Kenntnisse in der Unternehmensführung und in der Betriebswirtschaft. Neben pharmazeutischen Fortbildungen lohnt es sich, auch fortlaufend betriebswirtschaftliche Seminare zu besuchen. Daneben gehören vor allem der wirtschaftliche Umgang mit einer Vielzahl von Waren sowie die Führung von Personal und die Organisation des Betriebs zu den Aufgaben des Apothekeninhabers, um erfolgreich eine Apotheke führen zu können. 

Wie verhalten sich Apotheke und Steuern zueinander?

Eine Apotheke ist neben ihrer besonderen gesellschaftlichen Stellung in wirtschaftlicher Hinsicht ein Handelsbetrieb. Denn die Apotheke verkauft Arzneien und weitere gesundheitsfördernde Produkte mit Gewinn, die sie vorher von herstellenden Firmen der Pharmaindustrie erhalten hat. Der Apotheker ist daher ein Kaufmann, der dem Handelsrecht, wie es im Handelsgesetzbuch (HGB) ausgeführt wird, unterliegt. Demnach ist die Apotheke zum Beispiel im Handelsregister einzutragen und sie hat die Pflicht zur doppelten Buchführung. Die Buchführungspflicht nach § 238 HGB schreibt vor, dass die Buchführung der Apotheke den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung zu folgen hat. Die Buchführung muss demnach so erstellt und organisiert sein, dass ein Betriebsprüfer des Finanzamtes jederzeit einen Einblick in die Geschäftsvorfälle der Apotheke erlangen kann. Dazu gehört, dass sämtliche geschäftlichen Dokumente der Apotheke in Kopie aufzubewahren sind. 

Erfolgreich eine Apotheke führen – Welche Besonderheiten gibt es?

Das Apothekengesetz schreibt dem Apothekenleiter neben zahlreichen Vorgaben zwei weitere zentrale Einschränkungen vor, die beim Kauf zu beachten sind:

Kreisgrenzenprinzip

Das Kreisgrenzenprinzip besagt, dass ein Apotheker höchstens eine Hauptapotheke und bis zu drei Filialen betreiben darf, die regional nahe beieinander liegen müssen. Die maximal vier Apotheken müssen zu einem Betrieb zusammen gefasst werden und bedürfen einer gemeinsamen Erlaubnis. 

Fremdbesitzverbot

Das Fremdbesitzverbot besagt, dass eine Apotheke ausschließlich durch einen approbierten Apotheker betrieben werden darf. Dadurch wird sicher gestellt, dass die Apotheke nicht unter den Einfluss von sachfremden Kompetenzen gerät. Der Apothekenleiter steht mit seiner Person in alleiniger Verantwortung für die pharmazeutische Qualität seiner Apotheke. 

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