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Eröffnungsbuchung am Jahresanfang – Wissenswertes über Buchführung

Die Buchhaltung schließt am Ende des Jahres sämtliche Geschäftskonten. Dahingegen steht die Eröffnungsbuchung am Jahresanfang. Sie eröffnet das Wirtschaftsjahr in Unternehmen, die eine doppelte Buchführung haben.


  1. Was gehört zu den Büchern der Buchführung?
  2. Was sind Bestandskonto und Erfolgskonto?
  3. Was ist das GuV-Konto?
  4. Jahresabschluss am Jahresende – Eröffnungsbuchung am Jahresanfang
  5. Beispiel für die Eröffnungsbilanz

Eröffnungsbuchung am Jahresanfang
Die Eröffnungsbuchung am Jahresanfang ist sehr wichitg. Sie eröffnet das Wirtschaftsjahr in Unternehmen, die eine doppelte Buchführung haben. (Bild © pexels.com)

Was gehört zu den Büchern der Buchführung?

Die Buchführung eines Unternehmens setzt sich aus verschiedenen Büchern zusammen. Zu den drei Säulen der Buchführung gehören

Nachweis für jede Bewegung – die Belege

Zu den Belegen gehören sämtliche Dokumente, die den Zahlungsverkehr dokumentieren. Die Belege setzen sich zusammen aus:

  • Eingangsrechnungen
  • Ausgangsrechnungen
  • Kassenbelegen
  • Eigenbelegen
  • Kontoauszügen

Tagebuch des Unternehmens – das Grundbuch

Das sogenannte Journal beziehungsweise das Tagebuch zeichnet alle Vorgänge eines Unternehmens in zeitlicher Chronologie auf. Zu den Geschäftsvorgängen zählen

  • Eröffnungsbuchung
  • Laufende Buchungen
  • Abschlussbuchungen

Hauptbuch – Neusortierung des Grundbuchs

Das Hauptbuch eines Betriebes überträgt die Vorgänge der Firma aus dem Grundbuch in ein Hauptbuch. Der Unterschied zwischen den beiden Büchern liegt in der Sortierung. Das Hauptbuch ordnet die Vorgänge in sachlicher Ordnung, während das Grundbuch eine zeitliche Reihenfolge dokumentiert. Das Hauptbuch sortiert alle Buchungen in Bestandskonten und in Erfolgskonten ein.

Was sind Bestandskonto und Erfolgskonto?

Bestandskonto

Die Bestandskonten dokumentieren für die Bilanz das Guthaben oder den Verlust sowohl an Finanzmitteln als auch an Gegenständen. Im Anfang des Jahres steht die Eröffnungsbilanz, während die Schlussbilanz das Wirtschaftsjahr beschließt. Die Bilanz hat eine Aktiv- und eine Passiv-Seite. Daher sind die Bestandskonten so genannte Aktiv-Konten und Passiv-Konten. Die Aktiv-Konten bezeichnen das Guthaben einer Firma, wie zum Beispiel Finanzen oder Maschinen. Die Passiv-Konten geben Auskunft über Darlehen oder Verbindlichkeiten gegenüber Dienstleistern oder Lieferanten.

Erfolgskonto

Die Erfolgskonten halten Geschäftsvorgänge fest, die für Einnahmen oder Abflüsse Bedeutung haben. Sie beschreiben den Gewinn oder den Verlust eines Unternehmens. Die Erfolgskonten starten zum Jahresbeginn bei Null. Zu den Erfolgskonten gehören die:

  • Ertragskonten
  • Aufwandskonten

Die Ertragskonten geben Einnahmen und Erträge wieder, während die Aufwandskonten Abflüsse, wie Mieten oder Steuern dokumentieren.

Was ist das GuV-Konto?

Das GuV-Konto zeigt den Gewinn oder den Verlust eines Unternehmens an. Hierfür stellt das Konto die Erträge dem Aufwand gegenüber. Danach dokumentiert das GuV-Konto am Jahresende durch Errechnung des Saldos den Gewinn oder Verlust der Firma im Geschäftsjahr.

Jahresabschluss am Jahresende – Eröffnungsbuchung am Jahresanfang

Im Zuge des Jahresabschlusses schließt die Buchhaltung sämtliche Konten. Nachdem das GuV-Konto zu einem Ergebnis gekommen ist und Gewinn oder Verlust eines Unternehmens bezeichnet hat, schließt die Buchhaltung die Konten ab. Zum neuen Jahr hingegen eröffnet die Buchhaltung sämtliche Konten erneut. Hierfür legt sie in Form der Eröffnungsbuchung und durch die Erstellung der Eröffnungsbilanz die Basis für die Buchhaltung des neuen Jahres. Dabei muss die Eröffnungsbilanz für das neue Jahr mit der Schlussbilanz des alten Jahres identisch sein.

Schlussbilanz und Eröffnungsbilanz

Im ersten Schritt überträgt die Buchhaltung die Werte aus der Schlussbilanz des Vorjahres in die Eröffnungsbilanz zu Jahresbeginn. Die Aktiva der Schlussbilanz stehen auf der linken Seite, während sie die Passiva auf der rechten Seite dokumentiert. Die Eröffnungsbilanz übernimmt bei der Übertragung Werte und Anordnung aus der Schlussbilanz. Lediglich die Bilanzsumme aus der Schlussbilanz wird in der Eröffnungsbilanz zum Gewinnvortrag umbenannt. Der Rest der beiden Bilanzen ist identisch.

Eröffnungsbuchung  – Eröffnungsbilanzkonto

Das Eröffnungsbilanzkonto (EBK) heißt auch „umgekehrte Bilanz“. Die „umgekehrte Bilanz“ ist ein Hilfsmittel der Buchführung, mit der sie die Eröffnungsbuchung ausführt. In der Eröffnungsbilanz stehen noch die Aktiva auf der linken Seite und die Passiva auf der rechten Seite. Die Eröffnungsbuchung zum Jahresanfang hingegen benennt zunächst Aktiva in Haben und Passiva in Soll um. Dann stellt sie das Soll im Eröffnungsbilanzkonto auf die linke Seite und das Haben auf die rechte Seite.

Beispiel für die Eröffnungsbilanz

Ebenso wie die Schlussbilanz enthält auch die Eröffnungsbilanz mehrere Konten mit Bestandskonten und Erfolgskonten. Hat die Schlussbilanz zum Jahresende alle Konten geschlossen, so müssen sie zum Beginn des nachfolgenden Jahres wieder eröffnet werden. Dabei stimmen die Schlussbilanz des alten und die Eröffnungsbilanz des neuen Jahres genau überein. Lediglich der Jahresüberschuss des alten Jahres wird im neuen Jahr als Gewinnvortrag ausgewiesen.

Um die Eröffnungsbuchungen durchzuführen, greift die Buchhaltung auf das Gegenkonto „Eröffnungsbilanzkonto“ zurück. Danach werden die Eröffnungsbuchungen durchgeführt. 

Beispiel: Schlussbilanz

AKTIVA SCHLUSSBILANZ PASSIVA
Anlagevermögen Eigenkapital
Sachanlagen 30.000 EUR 20.000 EUR gezeichnetes Kapital
25.000 EUR Jahresüberschuss
Umlaufvermögen
Forderungen 10.000 EUR Verbindlichkeiten
Bank 23.000 EUR 14.000 EUR Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Kasse 1.000 EUR 5.000 EUR Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Bilanzsumme 64.000 EUR 64.000 EUR Bilanzsumme

Beispiel: Eröffnungsbilanz

AKTIVA ERÖFFNUNGSBILANZ PASSIVA
Anlagevermögen Eigenkapital
Sachanlagen 30.000 EUR 20.000 EUR gezeichnetes Kapital
25.000 EUR Gewinnvortrag
Umlaufvermögen
Forderungen 10.000 EUR Verbindlichkeiten
Bank 23.000 EUR 14.000 EUR Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Kasse 1.000 EUR 5.000 EUR Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Bilanzsumme 64.000 EUR 64.000 EUR Bilanzsumme

Beispiel: Eröffnungsbilanzkonto

SOLL ERÖFFNUNGSBILANZKONTO HABEN
Anfangsbestände der Passivposten Anfangsbestände der Aktivposten
Eigenkapital Anlagevermögen
Gezeichnetes Kapital 20.000 EUR 30.000 EUR Sachanlagen
Gewinnvortrag 25.000 EUR
Jahresüberschuss o,oo EUR Umlaufvermögen
10.000 EUR Forderungen
Fremdkapital 23.000 EUR Bank
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 14.000 EUR 1.000 EUR Kasse
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.000 EUR
SALDO 64.000 EUR 64.000 EUR SALDO

Beispiel: Eröffnungsbuchung aktive Bestandskonten

AKTIVA Aktive Bestandskonten eröffnen PASSIVA
SOLL Anlagevermögen HABEN SOLL EBK HABEN
30.000 EUR Sachanlagen 64.000 EUR
SOLL Umlaufvermögen HABEN
10.000 EUR Forderungen
23.000 EUR Bank
1.000 EUR Kasse

Beispiel: Eröffnungsbuchung passive Bestandskonten

AKTIVA

Passive Bestandskonten eröffnen PASSIVA
           
SOLL EBK HABEN SOLL Eigenkapital HABEN
64.000 EUR Gezeichnetes Kapital 20.000 EUR
Gewinnvortrag 25.000 EUR
SOLL Fremdkapital HABEN
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 14.000 EUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.000 EUR
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