Gründung   27.6.2013

Existenzgründung im Team: Was ist zu beachten?

Glaube ja nicht, Existenzgründung im Team sei etwas für Nerds, die schon immer zusammen getüftelt haben und nun gemeinsam ein Patent vermarkten. Dass nicht eine Person alleine gründet und den Einzelkämpfer gibt, kommt häufiger vor, als du denkst. Und es ist eine gute Idee, denn im Team lastet die Verantwortung auf mehr Schultern, als wenn du sie alleine trägst.

Auch du hast schon dran gedacht, wie das wäre, mit anderen gemeinsam eine Firma aufzuziehen. Stimmt’s? Vielleicht willst du mit deinem Lebensgefährten ein Café eröffnen. Eine Freundin wünscht sich dich als Teilhaberin an ihrem Online-Shop. Ein Onkel bietet dir das Geld für deine Unternehmensgründung an, will aber an der Firma beteiligt sein.

Existenzgründung im Team

Existenzgründung im Team – das kann eine gute Idee sein, ist aber gleichzeitig eine große Verantwortung für die Beteiligten. Deshalb ist eine ausführliche Planung unerlässlich. (Bild © unsplash.com)

Was sind die Vorteile einer Teamgründung?

Alle Partner können etwas einbringen, einen Teil der Arbeit erledigen, sind mitverantwortlich, dass das Start-up zügig zum Laufen kommt. In Teams kumulieren sich die Stärken der Einzelnen und ihr könnt die Aufgaben nach Fachwissens, Erfahrung und Stärken der Teammitglieder verteilen. Wer im Team arbeitet, hat es leichter, ein Zeitfenster freizuhalten, um auch mal in den Urlaub zu fahren. Denn es ist ja noch jemand im Büro, der an deiner Stelle entscheiden kann, Aufträge annimmt und dafür sorgt, dass der Betrieb weiter läuft, während du weg bist. Auch die Notwendigkeit, sich krank ins Büro zu schleppen, ist geringer – aus demselben Grund: Es sind andere da, die dich vertreten können.

Zu den größten Vorteilen zählt, dass ihr im Team Entscheidungen nicht einsam am Schreibtisch treffen müsst, sondern euch beraten könnt. Mehr Augen sehen mehr: Ist das Angebot richtig kalkuliert? Brauchen wir ein weiteres Firmenfahrzeug? Stellen wir diese Bewerberin oder die andere Kandidatin ein? Natürlich wird es nicht immer einen Konsens geben: Bei guter Kommunikationskultur und klar geregelten Aufgaben, sollte es aber stets eine Einigung geben können. Doch da liegt schon ein Punkt, der bei der Existenzgründung im Team vorab ganz klar geregelt sein muss: Aufgabenverteilung, Kommunikationsstrukturen, geteilte Verantwortung.

Welche Risiken sind bei der Existenzgründung im Team möglich?  

Wer mit anderen zusammen gründet, sollte auf detaillierter Planung und ausführlichen Verträgen bestehen. Kommt es nämlich zum Streit oder die Firma scheitert, dann bricht womöglich ein Kampf um die Werte, die Schulden und den ganzen Rest aus. Verträge beugen dem vor.

Und passieren kann immer was. Was ist zum Beispiel, wenn einer nicht mehr mitmachen will? Und was, wenn eine plötzlich nicht mehr mitmachen kann: Unfalltod – und nun? Was bedeutet das für die übrigen Firmeninhaber?

Genauso gut kann es geschehen, dass sich die Verwandten, guten Freunde, Studienkollegen oder frühere Kollegen, als nicht so recht teamfähig erweisen oder es ihnen an sozialer Kompetenz mangelt. Dass jemand nicht das gleiche Arbeitstempo, die gleiche Disziplin und eine ähnliche Auffassung von Finanzen hat, wie man selbst, das kommt vor. Und man merkt das auch nicht immer sofort. Daher gilt im Job wie im Leben: Es hat schon so mancher Ehevertrag die Scheidung sehr viel einfacher gemacht, denn es war ja alles bereits geregelt.

Daher nicht einfach aus lauter Freude lospreschen und die Idee der Firmengründung umsetzen, bevor alles geregelt ist. Besser ist: Augen auf bei der Wahl der Mitstreiter, der Gesellschaftsform, den vorab geschlossenen Verträgen. Lieber alles sorgfältig planen und auch vermeintliche Detailfragen prüfen. Läuft der Betrieb nämlich erstmal, dann ist für diese ganzen Eventualitäten womöglich auch keine Zeit. Doch das Problem tritt irgendwann auf: Was ist dann?

Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Was bedeutet das im Detail? Ihr müsst vorab mehr regeln als nur den Businessplan zu erstellen und eine Gesellschaftsform auszusuchen. Angaben der zukünftigen Geschäftspartner müssen überprüfbar sein. Mit anderen Worten: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Sind alle Einlagen gemacht, sind alle tatsächlich so kreditwürdig, wie sie sagen? Stimmen bei einem die Finanzen nicht, kann das die ganze Firma in Schieflage bringen. Und es geht nicht nur um das Geld, das ihr habt. Wie teilt ihr das auf, das ihr einnehmt? Was von den Gewinnen in der Firma bleibt, wie die Gewinnanteile ausgezahlt werden und wer welches Gehalt bezieht, sollte genau geplant sein.

Wer mit „Wir gucken erstmal“ ein Unternehmen startet, bekommt ganz schnell Probleme, wenn es darum geht, wie der Kuchen gerecht geteilt wird.

Ihr seid ein Team, das gemeinsam eine Firma leitet. Das heißt aber nicht, dass jede und jeder nicht noch eigene Interessen verfolgt und ein Privatleben hat. Eure Existenz hängt an der Firma und an den Mitgründern: Ihr solltet euch aufeinander verlassen können und euch durch genaue Regelungen gründlich absichern.

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