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Den Handwerkerlohn richtig kalkulieren

Die Handwerkerrechnung erscheint dem ein oder anderen Kunden oftmals sehr hoch, manchmal zu hoch. Den meisten ist allerdings nicht bewusst, welchen Gewinn der Handwerker tatsächlich erzielt. Der Lohn der Handwerker besteht nämlich aus vielen unterschiedlichen Teilbereichen. Besonders für junge, unerfahrene Unternehmer und Dienstleister stellt die Kalkulation dieser Löhne häufig eine größere Herausforderung dar.

Handwerkerlohn richtig kalkulieren
Die Handwerkerrechnung scheint oft sehr teuer zu sein. Die Zerlegung in einzelne Faktoren sorgt für etwas mehr Verständnis. (Bild © unsplash.com)

Handwerkerlohn: Wie setzt er sich genau zusammen?

Um die Kalkulation einer Handwerkerstunde genauer unter die Lupe zu nehmen, überprüfen wir die stündlichen Kosten mal etwas genauer. Die Arbeitsstunde eines Handwerkers kostet im Durchschnitt circa zwischen 45 und 65 Euro netto. Das hört sich zunächst nach einer ziemlich hohen Summe an. Lasst hierbei aber nicht außer Acht, dass das einzelne auch genau diesen Betrag verdient, es handelt sich nämlich nicht um den allgemeinen Stundenverdienst. Berechnet wird auch der Stundenverrechnungssatz, der sich aus folgenden Teilbereichen zusammensetzt:

  • Lohnzusatzkosten
  • Gemeinkosten
  • Stundenlohn

Nachdem diese Bereiche abgezogen werden, bleibt am Ende nur ein geringer Gewinn übrig. Beispiel: Wenn ein seine Arbeitsstunde mit 48,40 Euro berechnet, entfallen hier schon etwa 15 Euro auf den Stundenlohn. Die Lohnzusatzkosten betragen circa 12,37 Euro und die Gemeinkosten ungefähr 18,56 Euro. Das Unternehmen erzielt also letztendlich nur 2,47 Euro Gewinn.

Was zählt zu den Lohnzusatzkosten?

Unter den Lohnzusatzkosten bzw. Lohnnebenkosten werden alle Kosten des Arbeitgebers verstanden, die bei diesem neben dem ausgezahlten Lohn anfallen. Der Begriff wird allerdings nicht einheitlich verwendet. Zu den Lohnzusatzkosten zählen:

  • Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung, wie beispielsweise die Renten- oder Krankenversicherung
  • Bezahlte Urlaubs- und Feiertage
  • Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
  • Urlaubs- und Weihnachtsgeld
  • Bezahlter Mutterschaftsurlaub
  • Beiträge zur Umlage am Insolvenzgeld
  • Abgabe nach Schwerbehindertenrecht

Was zählt zu den Gemeinkosten?

Als Gemeinkosten werden in einem Betrieb Kosten verstanden, die sich keiner Bezugsgröße eindeutig zuordnen lassen. Sie lassen sich keinem Kostenträger oder keiner Kostenstelle exakt zuordnen und gelten aufgrund der indirekten Zurechenbarkeit um Gemeinkosten. Dazu zählen meist:

  • Heizung
  • Raumkosten
  • Gas
  • Strom
  • Wasser
  • Betriebliche Versicherungen
  • Gehälter
  • Personalnebenkosten (Mitarbeiter im Büro)
  • Gebühren, Beiträge, Porto
  • Telefon
  • Werbung
  • Internet, EDV
  • Kfz Kosten
  • Rechts- und Beratungskosten
  • Instandhaltung
  • Reparaturen
  • Zinsen (für Kredite)
  • Reinigungen
  • Abschreibungen auf abnutzbare Wirtschaftsgüter
  • kalkulatorische Kosten (Unternehmerlohn, Verzinsung des Eigenkapitals etc.)

Generell sollte noch berücksichtigt werden, dass Kostenstrukturen und auch Stundenlöhne je nach Handwerksbereich und Region sehr unterschiedlich ausfallen. Der Stundenverrechnungssatz zeigt den aktuellen Kostenstand des einzelnen Unternehmens an.

Kann man noch verhandeln?

Dadurch, dass der Handwerker einen sehr geringen Anteil des Betrages erzielt, bleibt also nicht viel Verhandlungsspielraum. Falls die Handwerkskosten dennoch sehr hoch vorkommen, fragt Euren Handwerker wie viel er tatsächlich in einer Handwerkerstunde verdient. Vielleicht hat der Kunde ja nach dieser Kenntnis ein wenig mehr Verständnis für die Preiskalkulation einer Handwerkerstunde.

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