Interview   19.2.2020

Kassenzettel digital in der App: Interview mit Lea Frank von anybill

Mühevoll durchstöbert man die Kassenzettelberge für die nächste Steuererklärung, findet endlich, was man gesucht hat – und kann die verblassten Zeichen kaum noch entziffern. Ab 2020 ist die Belegausgabe nun verpflichtend und die Berge wachsen weiter an…

Oder auch nicht. Die App liefert Verbrauchern Kassenzettel digital auf ihr Smartphone und wirkt damit nicht nur dem Zettelchaos, sondern auch der Papierverschwendung entgegen. Mehr dazu verrät uns Co-Founderin Lea Frank im Interview!

anybill

Lea Frank, Co-Founderin von anybill

Hallo Lea! Stell Dich und euer Unternehmen anybill bitte kurz vor.

Ich bin Lea, eine der drei Gründer(innen) von anybill, einem Startup aus Regensburg. anybill ist eine Multi-Partner-App für Verbraucher, um alle Kassenzettel direkt an der Kasse digital auf das Smartphone zu erhalten – die digitale und umweltfreundliche Lösung für die Belegausgabepflicht.

Der User hat somit die Möglichkeit, alle Belege zentral in einer App zu verwalten und profitiert zudem von weiteren Features wie dem integrierten Ausgabenmanager, einem Garantie Tracker und Exportfunktionen der Belege für die Buchhaltung oder Steuererklärung.

Was treibt euer (Gründer-)Team an? Habt ihr ein spezielles Motto oder eine Firmenphilosophie?

Wir wollen mit einer digitalen Lösung einen Alltagsgegenstand smarter, nachhaltiger und bequemer für den Verbraucher machen. Der Kassenbon ist oft nicht nur ein Blatt Papier. Er wird für Rückgaben, Umtausch- oder Garantieleistungen und natürlich auch für die Buchhaltung oder Steuererklärung benötigt. Mit anybill wollen wir eine bequeme Lösung schaffen, dass du dir keine Sorgen mehr machen musst, ob du den richtigen Kassenzettel wiederfindest oder dieser vielleicht sogar schon verblasst ist.

Nun zu einem etwas praktischerem Teil: Wie integriert man anybill in ein bestehendes Kassensystem und wie unterstützt ihr eure Kunden dabei?

Wir bieten eine Schnittstelle (Rest-API) und im bestehenden Kassensystem wird ein Endpoint integriert, um die anybill API zu bedienen. Die Integration führt der Kassensoftwareanbieter durch und anybill kann in jedem erweiterbaren Kassensystem zum Einsatz kommen.

Wenn der Wille da ist, aber das Budget knapp: Sind die Kosten und der Aufwand für die Integration von anybill auch für kleine Unternehmen tragbar?

Mit anybill wollen wir eine bequeme Lösung schaffen, dass du dir keine Sorgen mehr machen musst, ob du den richtigen Kassenzettel wiederfindest oder dieser vielleicht sogar schon verblasst ist.

Auf jeden Fall und das ist uns auch ganz wichtig. Damit anybill als Multi-Partner-Lösung funktionieren kann, muss die Lösung vielfältig zum Einsatz kommen können. Es ist uns durchaus bewusst, dass hierbei unterschiedliche Anforderungen und Möglichkeiten bei den Unternehmen bestehen. Deshalb bieten wir unterschiedliche Preismodelle und Angebote, um auf die individuellen Bedürfnisse eingehen zu können. Wir wollen, dass jedes Unternehmen, unabhängig von der Größe, anybill anbieten kann.

Wie kann man die digitalen Belege in der Steuererklärung und Buchhaltung verwenden?

Mit anybill ist es möglich, relevante Belege direkt an deine Buchhaltungssoftware weiterzuleiten. Wir bieten hierfür Schnittstellen zu über 50 verschiedenen Tools unter anderem auch zu Billomat. Die Belege werden nach einmaliger Verknüpfung automatisch exportiert. Alternativ bieten wir auch die Möglichkeit, den Kassenbon als PDF zu exportieren, zu speichern oder direkt per Mail weiterzuleiten.

Mit anybill seid ihr am Puls der Zeit – trotzdem kommt man um Marketing nicht herum. Wie bringt ihr euer Produkt unter die Leute?

Wir haben uns in den letzten Wochen/Monaten stark auf B2B Kunden und Partnerschaften konzentriert und fangen jetzt erst richtig an, die anybill App zu bewerben. Hierfür nutzen wir die klassischen Kanäle, insbesondere Online. Selbstverständlich ist auch die Bewerbung am Point of Sale für uns essentiell und dort werden die Kunden direkt auf die anybill App aufmerksam gemacht. Zudem vermarkten wir gemeinsam mit unseren Partnern anybill. Aufgrund der aktuellen Diskussion um die Belegausgabepflicht bekam anybill in den letzten Wochen viel Medienaufmerksamkeit, was uns natürlich auch spürbar zugute kommt.

Mit eurer App kann man nicht nur Papier sparen, sondern auch Bäume pflanzen. Wie wird man zum „Baumpaten“?

Wir wollen mit anybill nicht nur Papier sparen, sondern auch aktiv etwas für die Umwelt tun. Daher spenden wir für eingesparte Kassenzettel Bäume.

Wir wollen mit anybill nicht nur Papier sparen, sondern auch aktiv etwas für die Umwelt tun. Daher spenden wir für eingesparte Kassenzettel Bäume. Über das Baumlevelsystem in der App kann der User verfolgen wie viele Bäume bereits durch ihn gepflanzt wurden. Das ist ein toller Anreiz und durch den Gamification Ansatz macht es richtig Spaß und man möchte das nächste Level erreichen.

Nun zu eurem Erfahrungsschatz als Gründerteam: Mit welchen Hürden hattet ihr auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu kämpfen und wie habt ihr sie überwunden?

Mit anybill sprechen wir zwei Kundengruppen an. Einerseits B2B Kunden im Einzelhandel, der Gastronomie und Kassensoftwareanbieter, um den Usern Kassenbons digital ausgeben zu können und gleichzeitig müssen natürlich auch auf B2C Seite User auf das Produkt aufmerksam gemacht werden. Die optimale Herangehensweise zu finden war anfangs schwierig. Zudem haben wir uns von Beginn an auf einen besonders breiten Markt fokussiert, was deutlich schwieriger ist, als sich auf einen Nischenmarkt zu spezialisieren. Gleichzeitig bietet ein derartiges Produkt aber auch ein sehr großes Wachstumspotential. Wir haben anybill als Studenten aus einem Gründerwochenende heraus gegründet und wurden von Anfang an wirklich sehr gut unterstützt bei jeglichen Themen. Letztendlich ist das Wichtigste, immer dran zu bleiben und Schritt für Schritt zu gehen.

Wo siehst Du anybill in zwei Jahren?

anybill soll in den verschiedensten Bereichen zum Einsatz kommen und bei möglichst vielen Partnern verfügbar sein. Alle, die gerne digitale Lösungen ausprobieren, sollen anybill kennen und bestenfalls auch nutzen.

Wir bedanken uns schon einmal für das Interview und beenden es mit einem kleinen Spiel. Wir nennen Dir drei Wörter und Du sagst uns, was Dir als erstes dazu einfällt:

  • Digitalisierung: Die Chance, Produkte und Prozesse bequemer und effizienter zu gestalten. Nicht nur darüber sprechen, sondern digitalisieren, wenn es Sinn macht.
  • Buchhaltung: Muss nicht so schrecklich sein wie alle sagen, wenn man sich gewisser Tools und digitaler Lösungen bedient.
  • anybill: Deine App für digitale Kassenbons.
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