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„Nach der Inspiration folgt die Veränderung“ – Interview mit Christian Bredlow von Digital Mindset

Digitalisierung? Da klappen sich gleich alle Ohren zu, oder? Nicht bei – denn da spricht man stattdessen von #digidingens und verleiht dem Thema Digitalisierung einen frischeren, gänzlich neuen Touch. Die Frage: Wie können wir Unternehmen bei der Digitalisierung unterstützen? beantwortet Digital Mindset mit: durch Inspiration! Mehr dazu verrät uns Gründer Christian Bredlow im Interview…

digital mindset interview
Christian Bredlow, Gründer von Digital Mindset

Hallo Christian, stelle Dich und Dein Unternehmen Digital Mindset unseren Lesern bitte kurz vor.

Also, ich bin Christian, 43 und der Gründer der Digital Mindset. Gemeinsam mit meinem Kollegen Stephan Theiß leite ich das Unternehmen. Seit fast 5 Jahren begleiteten meine Kollegen und ich Organisationen im Bereich der Digitalisierung. Und weil wir das Wort nicht mehr hören können, nennen wir das bei uns #digidingens. Spricht sich auch leichter.

Unser Ansatz ist es, Organisationen durch Inspiration von außen zu zeigen, was in der Welt um uns herum passiert und dass die Digitalisierung weder eine vorübergehende Erscheinung ist, noch dass man davor Angst haben muss. Das machen wir im Wesentlichen durch meine Keynotes und unsere Workshops. Bestseller ist im Moment „Disrupt your own business“. Wir zerstören mit unseren Kunden ganz bewusst ihr die eigene Firma und bauen diese dann als Planspiel auf der grünen Wiese wieder auf. So erkennt man Abseits des Tagesgeschäftes, wie viel unentdecktes Potential in der Firma schlummert.

Nach der Inspiration folgt die Veränderung – und zwar von innen. Gemeinsam mit Teams aus Führungskräften und Mitarbeitern gestalten wir digitale Fitnessprogramme und machen aus nicht-digitalen Organisationen eine „Connected Company“.

Was hat Dich dazu bewegt, die Digital Mindset zu gründen?

Ich war Manager bei einem großen mittelständischen Unternehmen, dessen Produkte ich über Jahre mit hochmotivierten Mitarbeitern aus der analogen in die digitale Welt überführen durfte.

Als es Zeit für eine Veränderung wurde, habe ich beschlossen, diese Fähigkeit und Erfahrung für mehr Unternehmen zugänglich zu machen. Und so war die Idee für die Digital Mindset geboren. Und ich muss sagen: Es hat sich gelohnt. Wir sind mittlerweile ein kleines, schnelles Team, dass durch seine unprätentiöse, aber professionelle Arbeit wirklich etwas bewegt. Das macht mich schon stolz.

An wen richtet sich euer Angebot und wie unterstützt ihr eure Kunden bei der Digitalisierung?

Wir arbeiten sehr gerne für inhabergeführte Mittelständler – da kann man Entscheidungen einfach und mit hoher Geschwindigkeit herbeiführen (lacht).

Spaß bei Seite. Ich zeige bei meinen Vorträgen gerne eine Folie, die den Eindruck vermittelt, dass ich sie gezielt für die Herausforderungen des Auftraggebers gebaut hätte. Der Lacher kommt hinterher, denn die Folie zeige ich bei jedem Kunden. Will sagen: Die Aufgabenstellungen sind überall ähnlich – die Organisationen brauchen einfach nur jemanden wie uns, der sie bei der Lösung begleitet. Das kann der Verein, die GmbH, der Mittelständler oder auch ein Konzern sein. Im letzten Jahr haben wir sie alle begleitet.

Wir haben schon einmal auf eure Website gespickt und herausgefunden, dass ihr ein Team von „Lotsen“ seid. Was macht einen digitalen Lotsen aus?

„Die Digital Mindset ist eine etwas andere Unternehmensberatung. Wir verstehen uns nicht als Berater. Wir als Lotsen arbeiten mit unseren Kunden so, dass wir am Ende eines Fahrplanes (…) ruhigen Gewissens wieder von Bord gehen können.“

Die Digital Mindset ist eine etwas andere Unternehmensberatung. Wir verstehen uns nicht als Berater. Wir als Lotsen arbeiten mit unseren Kunden so, dass wir am Ende eines Fahrplanes (also nach etwa 12-18 Monaten) ruhigen Gewissens wieder von Bord gehen können.

Was einen Digital Mindset Lotsen ausmacht ist gar nicht so leicht zu beantworten. In erster Linie sicherlich ein digitales Mindset in Bewegung, dass sich mit der Vision des Unternehmens deckt. Ein sicherer Auftritt, eine schnelle Auffassungsgabe und ein gutes Verständnis davon, wie digitale Geschäftsmodelle funktionieren sind natürlich unerlässlich. Dabei kommt es aber weniger auf einen bestimmten Abschluss oder Zertifikate an. Wir haben die unterschiedlichsten Ausbildungen bei uns im Team. Wirtschaftsinformatik, BWL, Marketing und Vertrieb, Innenarchitektur, Erziehungswissenschaften. All das zahlt natürlich auf unsere Wendigkeit und Vielseitigkeit ein.

Für viele Unternehmen ist die Digitalisierung eine belastende Umstellung – für euch ist sie längst Alltag. Auf welche digitalen Abläufe im Unternehmensalltag könntest Du nicht mehr verzichten?

Trotz der Tatsache, dass wir fast noch alle in ein Büro passen würden, sind wir eine dezentrale Organisation mit dem Headquarter bei Hannover und der Außenstelle Frankfurt am Main. Im Büro sind wir aber nur ganz selten. Deshalb ist Microsoft Teams unser wichtigstes Werkzeug. Hier machen wir unsere Teammeetings. Hier sehen wir uns und gucken uns tief in die Augen. Am Anfang ist das eine Umstellung, inzwischen ist der Videoanruf fest in unsere Art miteinander zu kommunizieren eingebaut.

Für mich als Frontrunner ist unser CRM und unser Wissensmanagement unerlässlich. Wir haben eine kleine schlanke Software, die uns hilft, nix zu vergessen und schnell auf Kundenanfragen zu reagieren. Mit gutem Beispiel voran – es muss nicht immer der Mercedes sein. Gleiches gilt für unser Wissensmanagement. Hier haben wir bestehende Cloud-Lösungen für uns passig umgewidmet und arbeiten zusammen.

Die Digitalisierung wird von vielen deutschen Unternehmen immer noch mit Skepsis betrachtet. Wie schätzt Du Deiner Erfahrung nach den aktuellen Stand der Digitalisierung in Unternehmen beziehungsweise die Bereitschaft zur Veränderung ein? Und wo liegen die „digitalen Schwachstellen“ in Unternehmen?

Zu sagen, dass Menschen nicht bereit für neues und anderes Arbeiten sind, wird der Realität in unserer Gesellschaft nicht gerecht. Treffen wir in unseren Formaten auf Skeptiker, frage ich zuerst oft: „Wann hast du Deine Frau das letzte Mal per E-Mail zum Essen eingeladen?“.

Wir sind doch schon total digital. Wir machen unsere Einkäufe über das Internet, fahren mit Elektrorollern durch die Stadt und kommunizieren privat doch auch über WhatsApp. Oder andere Messenger; die Diskussion über WhatsApp und die DSVGO ist richtig, aber nicht entscheidend. Es geht um die Arbeitsweise.

Zurück zu meinem Punkt. Warum sind wir privat schon so digital, aber am Eingangstor unserer Firma geben wir unser digitales Mindset ab? Und da setzen wir an. Wir zeigen, wie Digitalität auch im Arbeitsalltag funktionieren kann. Da braucht es oft nur ein paar gute Beispiele. Dann klappt’s auch mit der Veränderungsbereitschaft. Und dann schließen sich die digitalen Schwachstellen, die vielleicht in Investitionsstaus in die digitale Infrastruktur begründet liegen, von ganz allein.

Wo siehst Du für Unternehmen den größten Nutzen und die größte Chance der Digitalisierung?

In einer Welt, in der die Veränderungsgeschwindigkeit stetig zunimmt, tun sich mit jedem Tag neue Chancen auf. Das Problem ist nur, dass unsere historisch gewachsenen Strukturen (die auch viele Vorteile haben, bitte nicht falsch verstehen), es uns erschweren, die Chancen zu ergreifen.

Nie zuvor gab es zum Beispiel die Möglichkeit die eigenen Datensammlungen mit anderen Daten, z.B. Wetterdaten, so einfach zu kombinieren. Wenn wir über Digitalisierung reden und warum Start-ups so erfolgreich sind, reden wir immer auch über Kundenzentrierung und dass man den Kunden einfach fragen muss, was er will. Heraus kommen qualitative Antworten. Die Tatsache, dass wir Unmengen an Daten haben, kann uns darüber hinaus aber auch noch quantitative Insights liefern. Und dafür braucht es keine Buzzwords und Marketingversprechen aus den Bereichen Blockchain und KI.

Nun zu Deinem Erfahrungsschatz als Gründer: Was war für Dich das größte Hindernis auf dem Weg in die Selbstständigkeit und wie hast Du es überwunden?

Begeisterung. Mut. Machen! (…) Das gilt auch für Gründer.

Ich würde da jetzt nicht wirklich Hindernisse sehen. Ich bin als ehemaliger Manager ja schon Einiges an Bürokratie gewohnt gewesen – da kommt es eher auf die Ruhe am Ball an. Warum sollte ich mich also über bürokratische Unwuchten ärgern? Schwieriger war am Anfang der Salescycle. Die Entscheidungsfindung zum Thema Digidingens-Unterstützung war vor 5 Jahren doch noch sehr entspannt insbesondere im Mittelstand. Das hat sich zum Glück mittlerweile geändert.

Welche Tipps würdest Du angehenden Gründern geben?

Begeisterung. Mut. Machen! Das ist der Abschluss aller meiner Keynotes. Das gilt nicht nur für Mitarbeiter und Führungskräfte von etablierten Unternehmen. Das gilt auch für Gründer. Mein wichtigster Tipp neben der Innovation oder dem Geschäftsmodell ist aber definitiv die unbedingte Überprüfung der eigenen Fähigkeiten. Unterm Strich müssen hier gute Technologen auf gute Produktleute treffen, die sich unbedingt von einem guten Verkäufer ergänzen sollten. Sonst wird’s eine weitere gute Idee!

Wir bedanken uns schon einmal für das Interview und beenden es mit einem kleinen Spiel. Wir nennen Dir ein paar Wörter und Du sagst uns, was Dir als erstes dazu einfällt:

  • Digitalisierung: #digidingens – ist doch logisch
  • Digital Mindset: toll, wie unsere Marke zum Fachbegriff wird
  • Billomat: krasse Entwicklung! Paul und Team: Hut ab!
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