Interview   12.12.2017

Einfach die besten Handwerker online finden – Interview mit Ferdinand Seulen von blauarbeit.de

Das Wohnzimmer muss neu gestrichen werden, der alte Dielenfußboden bedarf einer Generalüberholung und das Waschbecken ist auch nicht mehr das neueste. Doch wo findet man schnell und einfach den geeigneten Handwerker? Auf blauarbeit.de zum Beispiel. Ferdinand Seulen sitzt im Vorstand der Portal United AG und ist verantwortlich für das Handwerkerportal. Doch mehr dazu im Interview!

Interview mit Ferdinand Seulen – blauarbeit.de

Hallo Ferdinand. Kannst du dich und dein Unternehmen blauarbeit.de einmal unseren Lesern bekannt machen?

Blauarbeit spezialisiert sich auf die Auftragsvermittlung von Dienstleistungen im Internet. Wir unterstützen auf unserer Plattform blauarbeit.de primär Handwerksfirmen bei der Auftragssuche und helfen Verbrauchern, den passenden Dienstleister für ihren Bedarf rund um Haus und Grund zu finden.

Ferdinand Seulen, CEO von der Portal United AG

Ferdinand Seulen, CEO der Portal United AG

Wie ist die Geschäftsidee entstanden? Und was hat es mit dem Markennamen blauarbeit.de auf sich?

Den Gründern zufolge ist die Geschäftsidee bereits vor 13 Jahren nach einem leichten Blechschaden am Auto entstanden. Die Suche nach einem zuverlässigem, aber trotzdem günstigen Autolackierer gestaltete sich aufwändig, da viele verschiedene Angebote manuell eingeholt und bewertet werden mussten. So entstand also die Idee, ein „umgekehrtes Branchenbuch“ zu schaffen, bei dem man nicht nur direkt konkrete Angebote bekommt, sondern auch vorher schon durch die Bewertungsfunktion einschätzen kann, wie zuverlässig ein Handwerker bzw. Dienstleister arbeitet. Der Name hatte zu Beginn noch den Slogan „lieber blau arbeiten als schwarz ärgern“. Es sollte eine Assoziation zu dem von Handwerkern oft getragenen Blaumann hergestellt werden. Heute gibt es den Slogan aber nicht mehr.

Auf blauarbeit.de zahlt der Handwerker seine monatliche Gebühr unter anderem dafür, dass er die Kontaktdaten der ausschreibenden Auftraggeber einsehen kann. Was sind die Vorteile eures Geschäftsmodells im Vergleich zu anderen Handwerkerportalen, die beispielsweise mit einer provisionsbasierten Abrechnung oder Auktion arbeiten?

Das Geschäftsmodell von Blauarbeit bietet einerseits volle Kostentransparenz für den Dienstleister und andererseits Auftraggebern die Möglichkeit, kostenfrei Aufträge einzustellen. Eine provisionsbasierte Abrechnung lässt sich schwierig über die Plattform darstellen, da wir mehr oder weniger nur Auftraggeber und den bewerteten Dienstleister zusammenbringen. Sämtliche Absprachen zum Auftrag und die Bezahlung laufen an der Plattform vorbei.
Da wir derzeit drei Mitgliedschaften anbieten, hat der Dienstleister die Flexibilität und die Möglichkeit, ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis für sich zu schaffen. Und die Kosten sind durch die Monatsbeiträge gedeckelt. Die Kontaktdaten der Auftraggeber, speziell die Telefonnummer, sind besonders interessant für unsere Dienstleister. Natürlich ein Grund, warum die Telefonnummer nur in der Premium-Mitgliedschaft verfügbar ist.

Wie steht es um die deutsche Handwerkerbranche: Siehst du Wachstums Potenzial oder ist der Markt abgegrast? Welchen Einfluss haben Schwarzarbeit und günstigere Dienstleister aus dem Ausland?

Um die deutsche Handwerkerbranche steht es gut. Jährlich werden ca. 90.000 Gewerbe im Handwerk bzw. Baugewerbe angemeldet. Der Markt ist also definitiv nicht abgegrast, ganz im Gegenteil, das Wachstums-Potential ist enorm.  Schwarzarbeit ist natürlich ein Thema, was wir kritisch sehen. Auffällige Dienstleister werden auch sofort von uns gesperrt. Es gibt verschiedene Mechanismen, über die wir Schwarzarbeiter bei uns aufspüren können.

Was sind die Top 3 Handwerksberufe, die auf blauarbeit.de nach Arbeit suchen.

Die Top 3 sind Maler/Lackierer, Sanierung/Modernisierung und Bodenleger.

Wie sieht euer Marketing Mix aus, um die Handwerker zu erreichen und sie für blauarbeit.de zu begeistern?

Wir müssen sicherstellen, dass die Waage zwischen Handwerkern und Auftraggebern immer im Gleichgewicht bleibt. Daher müssen wir auf der einen Seite Handwerker, auf der anderen Seite Auftraggeber gewinnen. Derzeit arbeiten wir primär mit Online Marketing Maßnahmen wie AdWords oder Newslettern. Für die Lead-Gewinnung auf Seiten der Auftraggeber haben wir diverse Kooperationen mit Online-Portalen. Dabei betten wir unser Antragsformular direkt in die Seite der Partner ein.
In Zukunft werden wir die Marketing-Aktivitäten auf beiden Seiten deutlich ausbauen, offline wie online. Auch TV Werbung ist wieder geplant.

„In Zukunft werden wir die Marketing-Aktivitäten auf beiden Seiten deutlich ausbauen, offline wie online.“

Nicht jeder Auftraggeber sucht seinen Handwerker für das neuste Bauprojekt online. Und nicht jeder Handwerker surft im Internet nach neuen Aufträgen. Wie sprecht ihr weniger webaffine Nutzer an?

Das Schöne ist, dass die Handwerkersuche immer mehr ins Web wandert. Das bedeutet, dass auch weniger webaffine Handwerker sich mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Wir helfen Interessenten gerne telefonisch dabei, ein Nutzerkonto einzurichten, einen Auftrag einzustellen, ein Handwerker-Profil anzulegen oder beraten bei der Auswahl der richtigen Mitgliedschaft.

Seit Juli 2017 bist du Vorstand bei Portal United AG. Wohin wird die Reise mit blauarbeit.de gehen? Was sind deine Visionen?

Es gibt bereits jetzt viele Themen, die ich angehen möchte. Im Bereich Online Marketing das Thema SEO und Social Media und im Bereich Technologie und Produkt wollen wir die Prozesse und Landingpages auf der Plattform komplett überarbeiten. Des Weiteren arbeiten wir derzeit noch an innovativen Ansätzen bei der Auftragsein- und Auftragsvergabe. Auch Optionen der Mitgliedschaft kommen auf den Prüfstand.
Mein Ziel ist es, mit unserem Portal blauarbeit.de deutlich Marktanteile zu gewinnen und die Lücke zu unserem Haupt-Mitbewerber zu verringern. Meine Vision kann es nur sein, mit blauarbeit.de Marktführer zu werden.

Alibaba, Deloitte, Groupon und American Express, in deinem Lebenslauf tauchen viele große Namen auf. Was sind deine wichtigsten Learnings aus diesen beruflichen Stationen und wie werden sie dir bei deinem neuen Projekt blauarbeit.de helfen?

Durch den diversifizierten Lebenslauf bestehend aus Beratung, Startup und Großkonzern konnte ich alle Facetten unternehmerischen Arbeitens kennenlernen. Angefangen in der Beratung, wo ich vor allem strukturiertes Arbeiten von der Analyse der Ist-Situation hin zur Strategie- und Maßnahmenentwicklung lernen durfte, über das Startup-Umfeld, welches mir hartes Arbeiten bei flachen Hierarchien in einem schnellen Umfeld lehrte, bis hin zum Großkonzern, bei dem andere Werte und Vorgaben eine Rolle spielen. Ich denke, dass mir dieser Mix bzw. die Kombination der Erfahrungen in meiner jetzigen Rolle helfen wird, Blauarbeit weiter aufzubauen.

„Durch den diversifizierten Lebenslauf bestehend aus Beratung, Startup und Großkonzern konnte ich alle Facetten unternehmerischen Arbeitens kennenlernen.“

Letzte Frage: Wenn bei dir zu Hause mal etwas kaputt geht oder renoviert werden muss, dann ziehst du selbst den Blaumann an oder rufst du den Handwerker?

Eigentlich versuche ich immer erst, die Dinge selbst anzupacken und zu reparieren bzw. zu renovieren. Nur wenn ich merke, dass ich die Arbeiten besser einem Fachmann überlassen sollte, stelle ich einen Auftrag bei Blauarbeit ein und beauftrage so einen Handwerker. Das habe ich in der Vergangenheit auch schon öfters getan.

Über Ferdinand Seulen

Ferdinand Seulen ist im Vorstand der Portal United AG und damit verantwortlich für den Erfolg des Portals Blauarbeit. In den vergangenen 10 Jahren sammelte er Erfahrungen in der Beratung, im Startup- sowie im Konzernumfeld und bringt die notwendige Expertise mit, das Unternehmen neu auszurichten und langfristig zum Erfolg zu führen.

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