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Backe, Backe…Brot! – Interview mit Johannes und Martin Arning von Brotliebling

Wo für Hobby- und Berufsbäcker aller Art jetzt das Plätzchenbacken beginnt, fängt für Johannes und Martin Arning das Brotbacken erst richtig an. Zu Weihnachten müssen schließlich einige Brotbackset-Pakete verschickt werden. Als Geschäftsführer des Startups Brotliebling, sind sie den Deutschen vor allem aus dem TV-Format „Die Höhle der Löwen“ bekannt. Im Interview erzählen die Brüder, wie es ihnen nach der Sendung ergangen ist.

Interview mit Johannes und Martin Arning

Hallo Johannes und Martin, stellt euch und euer Unternehmen Brotliebling doch bitte kurz vor. 

Wir sind Johannes (29) und Martin (28), die Gründer und Geschäftsführer von Brotliebling. Als Brüder kommen wir aus einer Familie, in der das gemeinsame Abendbrot einen hohen Stellenwert hat. Wir denken, dass Brotbacken und das anschließende Genießen einer noch warmen Scheibe Brot ein wunderbares Gemeinschaftserlebnis ist und bieten mit unseren Brotbacksets anderen die Möglichkeit, ganz einfach gutes Biobrot ohne Zusatzstoffe im hauseigenen Ofen zu backen. Mit unserem Unternehmen Brotliebling streben wir danach, die Plattform im Internet für alles Leckere rund ums Thema Brotzeit zu sein.

Johannes und Martin Arning von Brotliebling
Johannes und Martin Arning von Brotliebling

Der ein oder andere kennt Brotliebling aus dem VOX Format „Die Höhle der Löwen“. Was hat sich seit der Aufzeichnung bei Brotliebling getan? 

Die Höhle der Löwen war auf vielen Ebenen sowohl Herausforderung als auch Gewinn für unser Startup. Der Termin der Ausstrahlung hat uns die Gelegenheit gegeben, uns in vielen Bereichen zu professionalisieren. Gemeinsam haben wir die Website, das Produktdesign und den Kundenservice auf Vordermann gebracht und haben insbesondere unsere Produktionskapazität erhöht.

Leider konntet ihr damals keinen Löwen-Deal ergattern. Wie seid ihr mit der Kritik umgegangen? Hat das Feedback eure Motivation beeinflusst? 

Es ist nie angenehm, schlechtes Feedback zu bekommen, aber das soll es ja auch nicht sein. Wir haben uns die Kritikpunkte zu Herzen genommen und waren froh, dass die Qualität unserer Produkte und unsere Marke so gut bei den Löwen ankamen. Bei den Zahlen haben wir uns Patzer geleistet. Daran haben wir nach der Aufzeichnung gearbeitet, damit uns so etwas nicht noch einmal passiert. Insofern sind wir durchaus motiviert aus der Höhle der Löwen herausgegangen, auch wenn es nicht zu einem Investment gereicht hat.

„Es ist nie angenehm, schlechtes Feedback zu bekommen, aber das soll es ja auch nicht sein.“

Würdet ihr anderen Gründern die Teilnahme bei dieser oder vergleichbaren TV-Shows empfehlen, um den eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern? 

Eine Fernsehausstrahlung erreicht auf jeden Fall noch einmal ein ganz anderes Publikum als unsere bisherige Mund-zu-Mund-Propaganda. Jedoch sollte man die Kompatibilität von Produkt und TV-Format beachten. Es gibt sicher Produkte die alltagstauglicher sind als andere und deshalb eher geeignet für die Vorstellung vor einem sehr breiten Publikum. Natürlich setzt man sich auch einem gewissen Risiko aus, da durch den Zusammenschnitt eine ganz andere Dramaturgie entstehen kann, als man es selber bei der Aufzeichnung empfunden hat. Unterm Strich würden wir eine Teilnahme aber definitiv empfehlen.

Die Investorensuche ist ein wichtiges und zeitgleich schwieriges Unterfangen für Startups. Was sind eure Top 3 Tipps für einen erfolgreichen Inverstoren Pitch?

  1. Überzeuge mit deinem Produkt
  2. Überzeuge mit deinem Team
  3. Überzeuge mit den Zahlen

Wichtig dabei: Alle Punkte müssen sitzen. Bei uns hat zum Beispiel in der Höhle der Löwen Punkt 3 nicht gepasst. Daher ist es verständlich, dass die Löwen nicht eingestiegen sind.

Johannes, du hast Brotliebling 2012 gegründet. Was war der Anlass: Unzufriedenheit mit billigen Aufbackbrötchen oder der Wunsch nach der Selbstständigkeit? 

Beides. Schlechtes Brot ist mir ein Dorn im Auge. Dagegen wollte ich etwas tun. Aber ohne den Drang zur Selbständigkeit hätte ich Brotliebling niemals gegründet.

Der Deutsche und sein Brot – eine scheinbar unzerstörbare Liebe. Doch hat Brotliebling eurer Meinung nach auch Chancen auf dem ausländischen Markt? 

Absolut! Gerade im Ausland wird einem häufig erst bewusst, was man an seiner Heimat wirklich schätzt. Häufig empfangen wir Anfragen von deutschen Auswanderern aus den USA, Kolumbien oder China, die gerne in eine rustikale, selbstgebackene Brotschnitte beißen möchten. Deutsches Brot hat im Ausland einen exzellenten Ruf.

Low Carb, Paleo, Glutenfreie Ernährung… Gesundheit und Fitness sind gerade wahnsinnig angesagt. Lasst ihr euer Konzept von solchen Trends beeinflussen? 

Ein wichtiger Motor für unsere Produktentwicklung sind natürlich die Wünsche der Kunden. Nach einigen Anfragen zu glutenfreien Broten haben wir uns gleich an die Rezeptentwicklung gesetzt und haben nun ein sehr leckeres glutenfreies Produkt im Programm. Treiber bei Neuentwicklungen ist aber grundsätzlich nicht der Trend an sich, sondern der Wunsch, ein gutes Produkt anzubieten.

Eure Brotpakete werden in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen verpackt und versendet. Wie wichtig ist euch dieser soziale Aspekt am Unternehmersein? 

Soziales und ökologisches Denken und Handeln sind zentrale Elemente unserer Unternehmensphilosophie. Wir möchten zeigen, dass soziale Verantwortung, nachhaltiges Denken und hochwertige Qualität im Zusammenspiel die beste Basis für Erfolg sind. Dann schmeckt das Brot einfach noch besser.

„Soziales und ökologisches Denken und Handeln sind zentrale Elemente unserer Unternehmensphilosophie.“

Kommt Brot bei euch daheim überhaupt noch auf den Teller oder könnt ihr es eigentlich nicht mehr sehen? 

Morgens Brot, mittags Brot, abends Brot – bei aller Brotliebe haben auch wir ab und zu Lust auf eine warme Mahlzeit. Allerdings ist eine Brotzeit auch sehr vielfältig. Es gibt mittlerweile viele gute Manufakturen, die herzhafte oder süße Aufstriche herstellen oder auch tolle Rezeptideen für Salate und mehr. Da gibt es also noch einiges zum Ausprobieren. Wir haben uns jedenfalls noch lange nicht an Brot satt gegessen.

Über Johannes und Martin Arning

Brotliebling wurde 2012 von Johannes Arning gegründet. Heute sind er und sein Bruder Martin Arning die Geschäftsführer des Unternehmens. Mit ihrer Vorliebe für frischgebackenes, duftendes Brot haben die beiden mittlerweile vier weitere Brotliebhaber für die gute Sache gewinnen können. In den Geschäftsräumen im Berliner Wedding arbeitet das Team fleißig daran, mehr Menschen fürs Selberbacken und Genießen zu begeistern.

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