21. Dez 2017 | Experten

Das Leben als Abenteuer – Interview mit Marcus Breitfeld von Life of Balu

Probier’s mal mit Gemütlichkeit? Nichts da! Von Gemütlichkeit kann Marcus Breitfeld – oder auch „Mogli“ genannt- nicht leben, schließlich arbeitet er als Digitaler Nomade. Sprich: Mit Reisen verdient der Blogger und Podcaster unter anderem seinen Lebensunterhalt. Was es mit „Life of Balu“ auf sich hat und wer Balu in diesem Fall überhaupt ist (Spoiler: kein großer, grauer Bär), erfahrt ihr im Interview!

Interview mit Marcus Breitfeld von Life of Balu

Hallo Marcus, stelle dich und deine Idee doch mal kurz unseren Lesern vor.

Hey ho! Mein Name ist Marcus, die meisten nennen mich mittlerweile jedoch Mogli. Ich bin 31 Jahre jung und darf mich noch offiziell als ein gebürtiges Ostkind bezeichnen! Meine erste große Reise machte ich dann mit drei Jahren, zusammen mit meinen Eltern – nach Frankfurt am Main. Im schönen Westerwald aufgewachsen, zog es mich doch immer wieder in die Welt.
Seit 2014 lebe ich nun Vollzeit unterwegs. Mal mit Rucksack, mal im Van.

Marcus Breitfeld, oder auch Mogli, von Life of Balu
Marcus Breitfeld, oder auch Mogli, von Life of Balu

Zuerst habe ich mich mit Promotion Jobs und Saisonarbeit als Barkeeper über Wasser gehalten. Seit 2016 würde ich mich nun unter die digitalen Nomaden zählen und verdiene aktuell mein Geld als Virtueller Assistent (www.marcusbreitfeld.de). So habe ich nun die Freiheit erlangt, um kontinuierlich reisen zu dürfen!
Als Blogger und Podcaster (www.lifeofbalu.com) möchte ich so viele Menschen erreichen wie ich nur kann. Ich möchte sie motivieren und animieren, ihrem Herzen zu folgen und ihre Träume zu leben! Denn wir haben nur ein Leben, welches wir in vollen Zügen auskosten sollten!

Von Deutschland über Griechenland bis nach Finnland: Seit 2016 bist du mit deinem Camper Van Balu unterwegs und schon weit gereist. Wo hat es dir bisher am besten gefallen und auf welche Länder freust du dich ganz besonders?

In 2016 habe ich Osteuropa und den Balkan bereist, dieses Jahr stehen die Nordlichter an. Ein Traum, den ich schon seit langem in mir trage. Dieses faszinierende Naturschauspiel muss ich einfach einmal im Leben gesehen haben.
Mittlerweile sind es über 20 Länder die ich mit meinem VW LT28 Balu bereist habe. Er ist übrigens auch im Jahre 1986 geboren, wie ich! Er hält treu zu mir und beschert mir immer wieder wundervolle Momente und Begegnungen auf unseren Reisen.
Vielleicht enttäusche ich dich jetzt, aber ich kann dir kein Land sagen, in welchem es mir am besten gefallen hat. Jedes Land hat seine schönen und nicht so schönen Seiten. Es kommt doch, wenn wir mal ehrlich sind, nur auf die innere Einstellung und die Begegnungen an. Letzten Endes sind es die Geschichten, egal aus welchem Land, die es so lebenswert machen!

Jedes Land hat seine schönen und nicht so schönen Seiten.

Berichte uns mal von deinem bisher lustigsten, gruseligsten oder spannendsten Erlebnis auf Reisen!

Ist es spannend, wenn du über die holprigen Straßen Albaniens fährst und hinter eine Kurve auf einmal ein riesiges Schwein mitten auf der Straße steht? Vielleicht ist es ja auch lustig, wenn die Bremsen nach einer langen Passabfahrt nicht mehr funktionieren und du, samt deines Fahrzeuges, fast im Strand versinkst?
Aber eines weiß ich, es ist absolut gruselig, wenn du deinen geliebten Camper, dein Haus und Ein und Alles auf einmal in totaler Schräglage, kurz vorm Umkippen am Straßenrand siehst und du dir vorstellen musst, dass deine Reise nun ein Ende hat.
Ja, das Leben unterwegs ist ein Abenteuer – deshalb liebe ich es so sehr!

Eine Station auf Moglis Reise: Mytikas in Griechenland

Was hast du vor deinem Leben als Camper gemacht? Und warum hast du dich dazu entschieden, alles hinter dir zu lassen und loszufahren?

Mein Leben vor dem Camper? Habe ich verdrängt… Nein quatsch, ich habe zwei Ausbildungen im sozialen Bereich absolviert, habe mein Studium zur sozialen Arbeit 2014 mit Erfolg abgeschlossen und mich dann entschieden, ein 9 to 5 kommt für mich nicht in Frage, das Leben hat mehr zu bieten. Somit habe ich meinen Backpack gepackt und bin mit einem One-Way Ticket nach Costa Rica. Nach etwa 11 Monaten kam ich zurück nach Europa und durfte als Barkeeper für eine Wintersaison in der Schweiz arbeiten. Da ich niemand bin, der sein Geld wirklich anhäuft und spart, dachte ich mir, es ist Zeit mir meinen nächsten Traum zu erfüllen – mein eigener CamperVan.
Und wie dann eins zum anderen kommt, bin ich nun hier wo ich bin: Digitaler Nomade, Blogger und Podcaster.

Blogeinnahmen, Freelancer Jobs oder Erspartes: Wie finanzierst du dir deine Reisen?

Jetzt habe ich ja schon ein wenig vorgegriffen, aber macht ja nichts.
In den letzten Jahren waren es tatsächlich eher Gelegenheitsjobs und Promotion Work. Seitdem ich im letzten Jahr (2016) auf der Digitalen Nomaden Konferenz (DNX) in Berlin war, bin ich absolut fixed vom Digitalen Nomaden Leben und finde es einfach spannend, was heutzutage alles dank der Online Welt möglich ist. Sie eröffnet uns so viele neue Möglichkeiten und je tiefer man in das digitale Nomadentum eintaucht, umso verrückter und vielseitiger werden die Möglichkeiten.
Aber zurück zum Thema: Seit 2016 arbeite ich jetzt als Virtueller Assistent für unterschiedliche Kunden und digitale Nomaden. So finanziere ich aktuell meine Reise, kann von unterwegs arbeiten und gleichzeitig mein Leben in vollen Zügen genießen! Ortsunabhängig und frei eben!

Kannst du anderen Globetrottern Tipps geben, wie sie Reisen und Arbeiten clever kombinieren können?

So wie ich: Vollzeit unterwegs und mit einem Minimum an finanziellen Mitteln zu leben, das ist nichts für jeden. Deshalb ist es sinnvoll, voraus zu denken und sich erst einmal ein finanzielles Polster aufzubauen und dann zu starten.
Wie bereits gesagt, heutzutage, dank dem Internet, ist so vieles möglich. Aber das allerwichtigste ist, sich mit Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen. So lernst du dich besser kennen und du wirst merken, wenn du deine Gedankenwelt und alte Gedankenmuster veränderst, dann wird alles andere von allein funktionieren!
Also kurz und knapp: Fang an, dich mit dir und deinen Träumen zu beschäftigen und folge deinem Herzen!
Wobei, ich habe noch etwas: fang an, meine Podcast zu hören, da werden dir mit Sicherheit noch so einige Tipps über den Weg laufen!

Fang an, dich mit dir und deinen Träumen zu beschäftigen und folge deinem Herzen!

Auf deinem Blog verrätst du, dass du aktuell an einem VanLife Kino Dokumentarfilm arbeitest. Wann dürfen wir uns auf den Film freuen?

Ja, das ist richtig! Ich filme mein Leben seit dem letzten Jahr, speziell aber die Tour durch Osteuropa und den Balkan und die jetzige Tour durch Skandinavien. Aus diesem ganzen Material soll 2018 ein VanLife Dokumentarfilm entstehen, der die Schönheit der Länder aufzeigt, aber auch, wie es ist, im CamperVan zu leben. Die schönen Seiten und die negativen Seiten. Ein kleiner Rundumschlag des VanLife von mir, Mogli und meinem Balu. Mein Traum ist es, dass dieser Film durch die deutschen Kinos zieht und so mehr Menschen begeistert und sie sich so dem Leben im Campervan nähern.

Mogli mit seinem CamperVan „Balu“.

Wie wichtig sind Sponsoren für dich, um dein Projekt umzusetzen?

Sponsoren sind extrem wichtig für das Projekt und die Marke ‚Life of Balu‘. Da ich, wie oben bereits erwähnt, eine One Man Show bin und auch alles aus eigener Tasche finanziere, benötige ich Unterstützung durch Sponsoren, ohne ihre Hilfe hätte ich das Ganze nicht stemmen können. Ich bin extrem dankbar über jeden einzelnen Sponsor und Unterstützer, der mir hilft, mit Life of Balu mehr Menschen zu erreichen! Vielen Dank!

Auf deinem Blog gibt es die Aktion „Eine Postkarte für eine kleine Spende“. Wie oft muss Balu denn in die Werkstatt und reichen die Spenden, um deinen Van zu reparieren und zu pflegen?

Ich habe wirklich Glück mit meinem Balu. Für seine 31 Jahre ist er extrem gut in Schuss und ich muss nur selten in die Werkstatt. Vor kurzem hatte ich Probleme mit dem Anlasser, welcher aber in einer kleinen Werkstatt in Litauen schnell behoben werden konnten.
„Eine Postkarte für eine kleine Spende“ läuft leider nicht so gut! Ich habe das Gefühl, dass das Zeitalter, wo sich Menschen über Postkarten freuen, vorbei ist!
Ich finanziere weiterhin alles aus meiner eigenen Tasche und mache das Beste daraus!

Sesshaft werden – muss man das. weil es jeder so macht?

Letzte Frage: Werden Mogli und Balu irgendwann wieder sesshaft werden oder für immer reisen?

Sesshaft werden – muss man das. weil es jeder so macht?
Wie du merkst, ist es nicht in meiner Planung, sesshaft zu werden. Meine Vorstellung vom Leben sieht eher vor, dass ich weiterhin nomadisch unterwegs bin und vielleicht unterschiedliche Homebases in der Welt haben werde, die ich für gewisse Zeiten belebe und dann wieder weiter ziehe!
Ortsunabhängig und frei eben…

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