Interview   10.1.2019

Als Gründer Fuß fassen – Interview mit Robinson Ehlerding von Podologie Deutschland

Zur Podologie gehören nicht nur Füße, sondern auch die Menschen dahinter. Robinson Ehlerding, Mitglied im ZFD und Gründer von Podologie Deutschland hat sich mit einer eigenen Praxis selbstständig gemacht – und weiß, was bei der Existenzgründung wichtig ist.

Podologie Deutschland

Robinson Ehlerding von Podologie Deutschland

Hallo Robinson, stellst Du Dich bitte vor?

Hey, das mache ich sehr gerne! Ich bin Robinson und habe mich im Jahr 2013 im Alter von 25 Jahren selbständig gemacht. Im ersten Beruf bin ich Orthopädieschuhtechniker. Nach meiner Ausbildung habe ich mich in verschiedenen Bereichen wie der Bundeswehr, sowie im Messe- und Design-Bereich ausprobiert. Meine Erfahrungen haben mir gezeigt, dass mein beruflicher Platz im Gesundheitswesen ist. Durch meine Dienstleistung als Podologe kann ich Menschen helfen, besser zu Fuß unterwegs zu sein. Meine Berufserfolge bekomme ich meist innerhalb von 45 Minuten zu sehen, wenn die Kunden keine Beschwerden mehr haben. Das motiviert mich jeden Tag.

Für die Nicht-Mediziner unter uns: Was genau macht ein Podologe?

Aus den griechischen Worten „podos“ (Fuß) und „logie“ (Lehre) leitet sich der Begriff Podologie ab. Kurz gesagt: Die Lehre am Fuß. Es handelt sich hierbei um einen medizinischen Fachberuf. Podologen befassen sich mit der nicht-ärztlichen Heilkunde am Fuß. Diese umfasst präventive, therapeutische und rehabilitative Maßnahmen. Podologen gehören zur medizinischen Berufsgruppe zu der auch Fachärzte, Therapeuten und Orthopädieschuhmacher gehören. Sie erkennen eigenständig krankhafte Veränderungen an den Füßen. Die Zusammenarbeit mit weiteren Fachbereichen bietet den Patienten neue Möglichkeiten, eine hervorragende Therapie und eine leistungsstarke Unterstützung.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, Dich im Podologie-Bereich selbstständig zu machen?

Als kreativer und freiheitsliebender Mensch habe ich in Form der Selbstständigkeit viele Entfaltungsmöglichkeiten. In Deutschland werden etwa 23.000 Podologen gebraucht. Die Zahl der praktizierenden Podologen liegt deutlich darunter. In der Podologie gefällt mir sehr gut, dass ich praktisch am Menschen arbeiten kann. Es ist ein unheimlich vielseitiger Beruf. Jeder Mensch bringt nicht nur seine Füße mit, sondern seine eigene Geschichte. Und die eigene Praxis muss auch gut organisiert und vermarktet werden.

„Jeder Mensch bringt nicht nur seine Füße mit, sondern seine eigene Geschichte.“

Mein ehemaliger Ausbilder hat mich bei der Praxis-Gründung mit seiner Erfahrung unterstützt. Ohne Unterstützung von einem erfahrenen Coach, hätte ich mich nicht selbstständig gemacht. Ich liebe es, dass ich selbstbestimmt und mit Verantwortung arbeiten darf. Die Vorteile überwiegen und ich bin froh, diesen Weg eingeschlagen zu haben.

Ihr seid keine herkömmliche Podologie-Praxis, sondern bietet ein bestimmtes Business-Modell an: Kannst Du uns dieses kurz zusammenfassen?

Durch unsere Praxiserfahrung wird ein attraktives Praxiskonzept entwickelt, von dem sowohl bereits bestehende Praxen profitieren, als auch neue Existenzgründer auf dem Weg in ihre podologische Selbstständigkeit kompetent begleitet werden. Der Fokus unseres Praxiskonzeptes liegt auf dem administrativen und organisatorischen Bereich einer Podologie-Praxis.

Angenommen, ein praktizierender Podologe hat sich dazu entschieden, mit Euch zusammenzuarbeiten: Welche Vorteile hat er und wie wird er von Euch genau unterstützt?

Wir werden den praktizierenden Podologen in unsere Community integrieren. Über unser Business-Portal bieten wir Zugang zu unserem innovativen Business-Netzwerk. Kooperierende Podologen können sich durch eine Zusammenarbeit über uns vernetzen. Wer mit uns zusammenarbeitet, profitiert von unserer Erfahrung der letzten Jahre und bleibt auch für die Zukunft auf unserem neuesten Stand. Wir haben bereits viel ausprobiert und arbeiten täglich daran, die podologische Praxis immer besser zu organisieren. Unsere Erfahrung möchten wir weitergeben, um gemeinsam mit anderen Podologen einen attraktiven und repräsentativen Beruf zu prägen.

Ihr habt bereits ein Business-Portal auf eurer Website und wollt in Kürze auch ein Forum, Webinare, ein virtuelles Sekretariat etc. anbieten. Wie wird diese Digitalisierung von Euren Kunden und Partnern angenommen?

Unsere Idee ist etwas ganz neues in der Podologie-Landschaft. Von unseren Geschäftspartnern haben wir sehr positives Feedback sowie viele Kooperationsanfragen erhalten. Viele Podologen finden in Ihrem stressigen Alltag kaum Zeit, sich mit neuen Themen zu beschäftigen. Im Gespräch mit Podologen stoßen wir aber auf interessierte Ohren.

Wie bist du auf die Idee gekommen, die Podologie-Landschaft in Deutschland mit Coachings und Webinaren auf ein neues Level zu heben?

Mir selbst fehlt im Alltag oft der Austausch mit Gleichgesinnten. Aus meiner Sicht sind viele Podologen aufgrund der hohen Auftragslage selbst viel zu beschäftigt, um sich mit zahlreichen Themen auseinanderzusetzen. Heutzutage können wir alles über das Internet erledigen. Hierzu gehören nicht nur die Bestellung von Büro- und Praxismaterial oder Patientendokumentationen sondern auch ständige Weiterbildung. Neben Coachings und Webinaren wollen wir auch regelmäßige Stammtische für Podologen anbieten. Diese sollen offline und online stattfinden.

Ihr bezeichnet Euch selbst als „Pionier in der Podologie“. Welche Entwicklungen habt ihr vorangebracht oder positiv beeinflusst?

Wir nehmen uns viel Zeit für Innovation und probieren gerne und immer wieder etwas neues aus. Innerhalb kürzester Zeit haben wir uns zu einem führenden Ansprechpartner in puncto Fußgesundheit etabliert. Viele kennen die Fußpflegepraxis in dunklen Kellerräumen. Bereits vor unserer Praxisgründung war uns wichtig, dass wir uns von diesem Image distanzieren.

Podologie Deutschland

Die Podologie ist ein ästhetisches Berufsbild im Gesundheitswesen. Genauso möchten wir auftreten. Dazu gehören neben dem hohen medizinischen Standard auch ein strukturiertes Praxismanagement mit Online-Terminen, professioneller Praxisentlastung durch den Einsatz eines Callcenters, systematische Praxisabläufe und attraktive Kundenbindungsmaßnahmen.

Im Vergleich zu unseren Mitbewerbern liegen die Kosten für Behandlungen in unserer Praxis höher. Unsere Kunden wissen unsere Leistung jedoch zu schätzen. Wir arbeiten unabhängig von den GKVs und bieten unsere Leistung nur privat an.

Euer Angebot richtet sich nicht nur an bestehende Praxen, sondern auch an Existenzgründer: Welche Tipps würdest Du einem Podologie-Neustarter geben?

Hol Dir Experten ins Boot. Suche Dir einen erfahrenen Coach oder einen Mentor. Trete einer Community oder einem Verband bei. Es ist wichtig, dass Du Teil einer „Podologen-Familie“ bist. In einer solchen Community können wir uns austauschen, einander helfen und voneinander lernen. Bevor Du eine Praxis gründest, empfehle ich Dir, in verschiedenen Praxen mitzuarbeiten. In jeder Praxis kannst Du dazu lernen und sammelst Ideen für Deine eigene Praxis. Dein Beruf hat Zukunft, diese Zukunft kannst Du mitgestalten!

Du hast erwähnt, dass du gerade zeitsparende und moderne Anwendungslösungen testest und einsetzt. Hast du ein Beispiel für uns?

Hahaha, das ist eine sehr gute Frage. Ich lache, weil mir als erstes Billomat einfällt. 😉 Podologen erlernen sehr viel podologisches Fachwissen. Betriebswirtschaft und Buchhaltung kommt in der Ausbildung allerdings viel zu kurz. Bei mir war es beispielsweise so, dass ich zu Beginn meiner Selbstständigkeit nicht wusste wie eine Rechnung geschrieben wird. Das habe ich mit Billomat gelernt. Wir haben damals (2013) verschiedene Anbieter getestet und sind bei Billomat geblieben.

Ich liebe moderne und innovative Lösungen wie Billomat. 2016 haben wir auf einen bargeldlosen Praxis-Betrieb umgestellt. Das ist für den Bereich der Podologie sehr ungewöhnlich, mir ist keine andere bargeldlose Praxis bekannt. Unsere Kunden reichen ihre Rechnungen teilweise bei den Krankenversicherungen ein, hier bieten wir immer Euer Kundenportal an. Das Kundenportal ist die Schnittstelle zwischen unserer Rechnungsstellung und unseren Kunden. Hier können die Kunden ihre Angebote, Rechnungen, etc. nicht nur einsehen, sondern auch kommentieren und sogar bezahlen.

Zu den anderen Anwendungslösungen gehört aber auch ein sehr attraktives Kundenbindungsprogramm, einen Online-Urlaubsplaner inkl. Zeiterfassung für Mitarbeiter und eine Podologie-Software für die Patientenkartei.

Verwandte Artikel

Das könnte dich auch interessieren

kaufberatung für notebooks
Organisation

Als PC-Ersatz: Kaufberatung für Notebooks

[Anzeige]
Die Suche nach einem neuen Notebook ist mittlerweile zu einer rechercheintensiven Aufgabe geworden. Unzählige Hersteller entwickeln und produzieren im …
Gründung

Wie werde ich Freiberufler?

Zwei zentrale Kriterien geben die Antwort auf die Frage: Wie werde ich Freiberufler? Denn einerseits wird eine freiberufliche Tätigkeit ausschließlich …
Kleinunternehmer Software
Finanzen

Rechnungen schreiben leicht gemacht: Die passende Kleinunternehmer …

Mit der Gründung beginnt auch für Kleinunternehmer die Buchhaltung. Denn genauso wie normale Unternehmer auch müssen Kleinunternehmer ihre Geschäftsaktivitäten in …

Welche Rechtsform passt zu dir?

Billomat epaper Rechtsform

Hol dir das kostenlose ePaper!

Alles, was du über Rechtsformen wissen solltest:

Mit Klick auf den Button erkläre ich mich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Privat: Billomat 60 Tage kostenlos testen

Mit der Anmeldung akzeptierst du die AGB.

Newsletter
Newsletter
Kontakt
Folge uns
Deine Einstellungen zu Cookies für diese Website:

Wähle selbst aus, welcher der nachfolgenden Cookies die Website verwenden darf. Du kannst diese Einstellungen jederzeit wieder über unsere Datenschutzbestimmungen ändern.

Ändere deine Cookie-Einstellungen mit dem Schieberegler:
Notwendig
Notwendig
Statistik
Statistik
Komfort
Komfort
Targeting
Targeting