Organisation   07.2.2019

Jobvergabe: Darfst du Bewerber googeln?

Einst gab es eine Zeit, in der Personaler nur wussten, was die vorliegenden Bewerbungsunterlagen über die Kandidaten aussagten. Wer Referenzen prüfen wollte, musste telefonieren. Heute gibt es andere Informationskanäle, denn kaum eine Person ist nicht in irgendeiner Form im Internet zu finden. Doch darfst du im Rahmen der Jobsuche Bewerber googeln und dein so erworbenes Wissen nutzen?

Bewerber googeln bei der Jobvergabe: Was geht? Was geht nicht?

Generell kann dich keiner davon abhalten, einen Blick ins Netz zu werfen. Doch du musst die rechtliche Seite beachten und noch einige andere Dinge. Bewerber haben in Sachen Datenschutz die gleichen Rechte wie Angestellte. Daher darf deine Firma nur die Informationen speichern oder verwerten, die für ein Beschäftigungsverhältnis relevant wären.

Jobvergabe: Darfst du Bewerber googeln?

Die Verlockung, einen potenziellen neuen Mitarbeiter zu googeln, ist groß. Ist aber nicht immer förderlich für dich als Arbeitgeber. (Bild © pexels.com)

Allgemein zugängliche Daten darfst du dir anschauen. Aber Hinterherschnüffeln ist nicht! Die Privatsphäre darfst du auf keinen Fall verletzen. Was allgemein zugänglich ist, ist gar nicht so eindeutig, wie es zunächst scheint. Xing, Facebook und Co. erfordern zum Beispiel eine Anmeldung. Ist allgemein zugänglich, was man auch ohne Anmeldung sieht oder alles, was ein nicht befreundeter Nutzer mit Anmeldung gezeigt bekommt?

Unter Umständen verstößt du gegen Persönlichkeitsrechte, Datenschutz oder auch die AGB der Seiten, die du besuchst, wenn du Bewerber googelst.

Vorsicht, wenn Du Bewerber googeln möchtest: Ist das Profil echt?

Neben der rechtlichen Seite sind da noch die Fallgruben des Internets. Findest du den Bewerber auf der Internetseite seines jetzigen Arbeitgebers oder auf den Seiten seiner Fakultät an der Universität, dann werden die Informationen wohl echt sein. Weniger sicher ist das bei Social Media Profilen. Gehört der Twitter-Account wirklich zu diesem Bewerber oder ist es ein Fake-Account, der zufällig diesen Namen nutzt? Sind die Profile zu dem Namen echt? Und selbst wenn sie echt sind, ist noch lange nicht klar, ob die Person selbst gepostet hat, was da steht.

Außerdem kann es Dutzende von Menschen gleichen Namens geben. Gibt es den Namen doppelt, dann entstehen über die Zeit auch unterschiedliche Profile zu diesem Namen. Du kannst also zunächst nicht sicher sein, ob das, was du zu diesem Namen findest, wirklich zu der Person gehört, über die du etwas wissen möchtest.

Selbst wenn du die Person sicher zuordnen kannst und auf peinliche Fotos aus der Schulzeit stößt: Warum interessiert dich das 10 oder 15 Jahre später noch? Menschen entwickeln sich weiter. Oft werden sie vernünftiger, zuverlässiger und viele sogar erwachsen.

Wozu also der Aufwand, wenn du die Daten doch sowieso nicht in deine Vergabe-Entscheidung einbeziehen darfst. Die ganze Googelei kostet ja auch Zeit. Überlege dir also gut, ob du dich nicht einfach auf die Bewerbungsunterlagen verlassen willst, statt mit Bewerber googeln ein bisschen zu prokrastinieren.

Denn wenn du nicht gegoogelt hast, dann lernst du sie halt einfach so kennen.

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