Organisation   18.10.2018

Kinderbetreuung organisieren für Selbstständige

Du sitzt noch bei einer Kundin und diskutierst den Projektablauf und mit einem Auge beobachtest du ständig die Uhr deines Smartphones: Noch 40 Minuten bis die Kita schließt. 30 Minuten Wegstrecke bis dorthin. Keine Chance, dein Kind pünktlich abzuholen. Keine Chance, dass es der andere Elternteil rechtzeitig vom anderen Ende der Stadt schafft. Eine Problemlage, die Angestellte wie auch Selbstständige Eltern gut kennen: Immer in Eile. Sehr oft gehen die Betreuungszeiten der öffentlichen Einrichtungen nicht konform mit dem, was der Beruf an Präsenz und Zeitplänen erfordert. Und nun? Wie kannst Du die Kinderbetreuung organisieren, damit weder Firma noch Familie leiden?

Kinderbetreuung organisieren

Aufträge abwickeln und Kinderbetreuung organisieren? Für Selbstständige mit kleinen Kindern oft keine einfache Sache. (Bild © unsplash.com)

Was sind 5 Tipps zum Kinderbetreuung organisieren?

  1. Frühzeitig in Kita, Kindergarten und Ganztagesgrundschulbetreuung anmelden. Es könnte zu spät sein, wenn du den Betreuungsbedarf erst anmeldest, wenn du dein Kind wirklich dringend unterbringen musst. Lieber schon mindestens (!) ein Jahr im voraus erkundigen, welche Kitas, Kindergärten, Grundschulen in erreichbarer Nähe existieren, welches Betreuungsangebot da ist, etc.. Hab keine Skrupel, für dein Kind bei mehreren Einrichtungen Anmeldungen abzugeben oder Aufnahmeanträge auszufüllen. Das machen andere auch so, die Einrichtungen wissen das – und immer noch besser am Ende zwischen drei Zusagen entscheiden zu müssen als gar keinen Platz zu haben. Aber sei fair und melde Euch auch überall wieder ab, sobald du die definitive Zusage für den Wunsch-Betreuungsplatz hast.
  2. Nicht zu knapp planen: Wie hoch ist der zeitliche Betreuungsbedarf wirklich? Du brauchst Puffer-Zeiten. Als Freiberufler oder Selbstständige kannst du oft deine Arbeitszeiten an die familiären Gegebenheiten anpassen. Oft ist aber nicht immer.  Vielerorts geht Betreuung in Kita oder Kindergarten erst nach 8 Uhr morgens los und spätestens um 17 Uhr ist Schluss, Ganztagesbetreuung in Grundschulen dauert oft bis 16 Uhr. Was ist davor oder was danach, wenn du dringende Projekttermine auswärts hast? Was ist, wenn der Kindergarten nur Halbtagesplätze anbietet und der einzige am Ort ist, weil du ländlich wohnst? Dann ist klar: Mit Kindergartenplatz allein ist es nicht getan. Rechne dir genau aus, wieviel Betreuungszeit insgesamt pro Woche zuverlässig abgedeckt sein sollte, damit deine Selbstständigkeit auf dem Niveau weiterlaufen kann, dass du willst und (zum davon Leben) brauchst. Niemals zu knapp kalkulieren! Ja, Kinderbetreuung kostet Geld. Aber Stresssituationen machen weder dich noch deine Kinder glücklich.
  3. Mit Kinderfrauen oder -männern Randzeiten überbrücken. Ja, Kinderbetreuung kostet Geld. Aber wenn du Abgabetermine nicht einhalten oder überhaupt nur sehr reduziert arbeiten kannst, verlierst du eventuell noch mehr: entgangenes Einkommen, Kontakte schlafen ein, Kunden orientieren sich neu, weil dir die zeitlichen Kapazitäten fehlen. Gute Gründe über eine Kinderfrau (m/w) nachzudenken, die/den du auf Minijobbasis beschäftigst und die/der bei dir zu Hause regelmäßig dein Kind/deine Kinder betreut und z.B. das Abholen aus der Kita übernimmt.
  4. Ein Plan B falls die Tagesmutter ausfällt. Dass ein Kindergarten spontan und für mehrere Tage oder Wochen komplett schließt, ist eher die (Kopflaus)-Ausnahme. Aber was passiert, wenn dein Tagesmutter oder dein auf Minijob-Basis angestellter Kinderbetreuer plötzlich für länger erkrankt ist und ausfällt? Plan B muss her, aber zackig. Andere Eltern mit gleichaltrigen Kindern, Oma, Opa, Onkel, Tanten, Freunde und Freundinnen der Eltern? Hast du eine Liste, wer kurzfristig einspringen kann, wenn die reguläre Betreuung ausfällt? Du kannst übrigens beim Jugendamt und der Agentur für Arbeit, teils auch bei Stadtverwaltungen Informationen bekommen, welche – auch spontanen oder Notfallbedingten – Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Dienstleister es am Ort gibt.
  5. Dein Netzwerk aus Familie und Freunden hilft dir beim Kinderbetreuung organisieren. Es braucht ein Dorf um ein Kind zu erziehen, heißt es. Dein Dorf ist vermutlich dezentral. Deine Eltern und Schwiegereltern wohnen nicht nebenan, deine engsten Freunde auch nicht – nichtmal in derselben Straße oder auch nur der gleichen Stadt. Dennoch: Ihr habt bestimmt Menschen vor Ort, denen ihr vertraut. Gib diesem Netzwerk die Chance, dein Kind/deine Kinder kennen zu lernen und trau auch kinderlosen Freunden zu, deine Gebrauchsanweisung für deinen Sprößling umsetzen zu können. Vielleicht erzählt dir dein Kind eines Tages, dass es sehr gerne freitag nachmittags mit der pensionierten Nachbarin MauMau gespielt hat, während du arbeiten musstest? Möglich wär’s.
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