Finanzen   25.10.2018

Kinderbetreuung von der Steuer absetzen: Geht das?

Kinderbetreuung mit Steuervorteil

Die Betreuung von Kindern kann unter Umständen zu hohen finanziellen Belastungen führen. Während der Ferienzeiten können viele berufstätige Eltern keinen Urlaub nehmen. Sie müssen ihre private Tagesbetreuung nicht nur selbst organisieren, sondern auch ganz alleine finanzieren. Auch die Kosten für Kindergarten, Kita, Nachhilfeunterricht oder Ferienlager müssen aufgebracht werden. Doch es gibt eine gute Nachricht: Du kannst zumindest große Teile der Kosten für die Kinderbetreuung von der Steuer absetzen.

Kinderbetreuung von der Steuer absetzen

Hier die gute Nachricht: Du kannst zumindest einen großen Teil der Kinderbetreuung von der Steuer absetzen. Doch es gibt natürlich auch Grenzen.

Kann ich die Kosten für die Kinderbetreuung als Sonderausgabe absetzen?

Deine jährlichen Aufwendungen für die Betreuung Deiner Sprösslinge kannst Du in Höhe von bis zu zwei Dritteln bei Deiner Steuererklärung als Sonderausgaben deklarieren. Hierfür gilt allerdings ein Höchstbetrag von 4.000 Euro, den Du als Kinderbetreuung von der Steuer absetzen kannst. Die so genannten Sonderausgaben sind Mischposten in der Steuererklärung. Zu den Sonderausgaben gehören neben der Kinderbetreuung, Schulgeld und erster Berufsausbildung auch Deine Vorsorgeaufwendungen, Unterhaltsleistungen und Kirchensteuer. 

Was sind die Voraussetzungen für die steuerliche Geltendmachung?

Damit Du Deine Kosten für die Kinderbetreuung von der Steuer absetzen kannst, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Dein Kind muss in Deinem Haushalt leben. Im Falle von getrennt lebenden oder geschiedenen Paaren kann Derjenige die Aufwendungen für die Betreuung geltend machen, bei dem das Kind gemeldet ist.
  • Du musst für das Kind, dessen Betreuung Du geltend machen willst, Kindergeld beziehen oder den Freibetrag für Kinder in Anspruch nehmen. 
  • Die steuerliche Geltendmachung gilt nur für Kinder bis zur Vollendung ihres 14. Lebensjahres.

Kindergeld und Kinderfreibetrag

Kindergeld und Kinderfreibetrag sind staatliche Instrumente zur Sicherung des Grundbedarfs von Kindern. Eltern kommen entweder in den Genuss von Kindergeld oder des Kinderfreibetrags. Welches Instrument für den Steuerzahler günstiger ausfällt, berechnet das Finanzamt. Im Rahmen der so genannten Günstigerprüfung ermittelt das Finanzamt automatisch im Zuge der Einkommenssteuer, welches Modell sich für die Steuer zahlende Familie empfiehlt.

Kindergeld

Das ist ein fester Betrag, den die Eltern monatlich für jedes Kind erhalten. Der Bezug von Kindergeld muss nicht versteuert werden. Die Höhe des Kindergeldes richtet sich nach der Anzahl der Kinder und beträgt (Stand 2018): 

Anzahl der KinderHöhe des Kindergeldes
1-2194 Euro
3200 Euro
4+225 Euro

Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag ist ein Betrag, der von den Einnahmen abgezogen wird. Als Folge hat der Steuerzahler weniger Steuern zu bezahlen. Im Jahr 2018 beträgt der Kinderfreibetrag 7.428 Euro pro Kind.  

Ein Anspruch auf Kindergeld und Kinderfreibetrag besteht für Kinder

  • bis zum 18. Lebensjahr
  • während Ausbildung und Studium bis zum 25. Lebensjahr
  • mit Behinderung über das 25. Lebensjahr hinaus

Welche Steueränderungen es 2019 beim Kindergeld und Kinderfreibetrag gibt und welche Neuerungen sonst noch so auf Dich zukommen, erfährst Du hier.

Kinderbetreuung von der Steuer absetzen – was sind absetzbare Posten?

In Deiner Steuererklärung kannst Du folgende Ausgaben im Rahmen der Kinderbetreuung als Sonderausgaben angeben und somit von der Steuer absetzen:

  • Unterbringungskosten
  • Bezahlung privater Betreuungspersonen
  • Kinder betreuende Haushaltshilfen
  • Hausaufgabenaufsicht

Wo sind die Grenzen der steuerlichen Absetzbarkeit?

Es gibt jedoch auch Grenzen für die Geltendmachung von Ausgaben im Rahmen der Kinderbetreuung. Denn viele Aufwendungen für Deine Kinder erkennt der Staat nicht als notwendige Betreuung an. Dazu gehören zum Beispiel neben anderen Posten Deine Ausgaben für:

  • Sport
  • Nachhilfeunterricht
  • Musikunterricht
  • Vermittlung besonderer Fähigkeiten
  • Verpflegung
  • Ausrüstung

Warum solltest Du die Belege immer aufbewahren?

Alles was Du von der Steuer absetzen möchtest, musst Du grundsätzlich belegen können. Daher ist es wichtig, dass Du sämtliche Rechnungen, die Du im Rahmen der Betreuung Deiner Kinder erhältst, sorgfältig aufbewahrst. Zudem erkennt das Finanzamt auch belegbare Ausgaben nicht an, die Du in bar oder mit Scheck bezahlt hast. Alleine die Überweisung gilt neben der Rechnung für Deine Ausgaben als anerkennenswerter Beleg. Solltest Du Deine Kinderbetreuung jedoch im Angestelltenverhältnis beschäftigen, zum Beispiel in Form eines Minijobs, dann musst Du dem Finanzamt einen Arbeitsvertrag vorlegen können. 

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