Finanzen   22.8.2016

IT-Kosten richtig von der Steuer absetzen

Kein Büro ohne Computer. Also sind IT-Kosten, egal ob Hardware oder Software, eine Betriebsausgabe. Doch die für die Firma angeschaffte Ausstattung kann zum Teil auch privat genutzt werden. Gerade im Homeoffice sind die Grenzen fließend. Auch privat angeschaffte Hardware kommt da mal beruflich zum Einsatz. Wie kann man IT-Kosten dann richtig von der Steuer absetzen?

IT-Kosten bei Selbstständigen

IT-Kosten richtig von der Steuer absetzen

Egal ob Handwerker oder Chirurg: Da man heutzutage ohne Rechner im Arbeitsalltag kaum mehr auskommt, kann man diesen auch gut begründet von der Steuer absetzen lassen.

Bei Selbstständigen ist die Sache eindeutig: PC und mobile Endgeräte gehören zur zeitgemäßen Büroausstattung. Also ist die betriebliche Notwendigkeit der Anschaffung von Computer und Peripheriegeräten wie Drucker, Scanner, Router, Beamer etc. leicht begründbar. Zu den IT-Kosten gehört aber nicht nur die Hardware. Das Finanzamt erkennt auch Ausgaben für Betriebssysteme, Büro- und Rechnungssoftware, branchenspezifische Software sowie Dienstleistungen rund um den PC an. Absetzbar sind also auch Kosten für Wartung, Reparatur oder auch ein Einführungskurs in eine neue Software.

Hardware ist je nach ihrem Wert und ihrer Nutzungsdauer absetzbar. Bis zu Anschaffungskosten von 410 Euro kann noch im Jahr der Anschaffung abgeschrieben werden. Die Bildung von Sammelposten, die über mehrere Jahre abgeschrieben werden, ist ebenfalls möglich. Wertigere Notebooks etc., deren Anschaffungskosten oberhalb von 410 Euro liegen, sind über einen Zeitraum von 3 Jahren bzw. 36 Monaten abzuschreiben. Eventuell ist es sinnvoll, eine Abschreibung vorzuziehen und eine AfA (Absetzung für Abnutzung) anzulegen, bevor neue Hardware ins Büro kommt.

Software kann steuerlich als eigenständiges Produkt gelten, wenn sie gesondert angeschafft wurde. Andererseits kann sie aber auch mit einem PC gemeinsam abgeschrieben werden. Gebühren für Software, die online genutzt wird, sind laufende IT-Kosten, die in der Regel direkt absetzbar sind. Reparaturkosten und Schulungen sind ebenfalls keine Anschaffungen sondern direkt für das Jahr, in dem sie stattfinden, steuerlich geltend zu machen.

Soll heißen: IT-Kosten sind auch nur Betriebsausgaben. Doch wer die Anschaffung Hardware oder hochpreisiger Software plant, sollte durchaus vorher mit seinem Steuerberater darüber reden. So kann zum Beispiel der Anschaffungszeitpunkt für einen PC darüber entscheiden, ob der für das gesamte Steuerjahr abgesetzt werden darf (z.B. bei Kauf im Februar) oder nur zu 1/12, weil Du ihn erst im Dezember angeschafft hast.

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Beruflich vs private Nutzung

Erst ein paar Rechnungen schreiben, dann bei einer Tasse Kaffee eine Folge der aktuellen Lieblingsserie streamen. Danach zwei Stunden am Projekt arbeiten, ein paar berufliche und einige private Mails beantworten, Kinokarten bestellen und noch schnell checken, ob ein Kunde die Rechnung von letzter Woche schon bezahlt hat. Das kann alles an einem Nachmittag auf einem Notebook passieren. Hat es Auswirkungen bei der steuerlichen Absetzbarkeit, wenn sich berufliche und private Nutzung vermischen? Das kommt drauf an. Einen geringen Anteil privater Nutzung toleriert das Finanzamt. Und anders als beim PKW ist es beim PC schwierig, nachzuweisen, welcher Anteil der Betriebsstunden beruflicher und welcher privater Nutzung zuzurechnen sind.

Fazit: Wer Bedenken hat, ob ein PC noch steuerlich absetzbar ist, wenn nachmittags die Kinder ins Homeoffice kommen, um an Papas Computer ihre Hausaufgaben zu erledigen, sollte die Trennung beruflicher von privater Nutzung bei Arbeitsmitteln unbedingt mit seinem Steuerberater durchsprechen.

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