Gründung   10.8.2017

Kunden absagen, mit denen du nicht arbeiten möchtest

Kunden absagen wollen? Gibt es das überhaupt? Ist sowas nicht ein rein theoretisches Luxusproblem? Schließlich ist Kundenakquise schon schwierig genug. Warum Kunden wegschicken, wenn es schwer genug ist, welche zu finden? Im Laufe einer Selbstständigkeit wird aber jeder Unternehmer irgendwann feststellen: Nicht mit jedem Kunden möchte man zusammenarbeiten. Wir sagen dir, wie man Kunden absagen kann und gleichzeitig professionell auftritt.

Warum sollte man Kunden absagen wollen?

Es gibt eine Vielzahl von möglichen Gründen für den Wunsch, Kunden abzusagen: Ein Kunde wirkt nicht so, als würde er seine Rechnungen zahlen (können oder wollen). Ein Kollege aus deiner Branche hat dich vor diesem Kunden gewarnt. Manche Kunden haben Vorstellungen, die dir nicht zusagen. Das Projekt des Kunden klingt langweilig. Die Chemie stimmt einfach nicht. Du bist ausgebucht und hast keine freien Kapazitäten. Du willst dich neu positionieren und der anstehende Job würde dich dabei ausbremsen. Das Projekt bietet dir keine interessante Referenz. Du arbeitest schon für einen Kunden in derselben Branche und du möchtest nicht in Interessenkonflikte geraten.

Kunden absagen, mit denen du nicht arbeiten möchtest

Kunden absagen ist eigentlich ein Luxusproblem. Trotzdem gibt es gute Gründe, wieso man es manchmal tun sollte. (©deagreez – Fotolia)

Unterschiede zwischen sachlichen Gründen und persönlichen Motiven

In unserer kleinen Auflistung möglicher Gründe für Absagen haben wir unterschiedliche Motive wild gemixt: Da gibt es klare Sachgründe, einen Job abzulehnen: mögliche Loyalitätskonflikte oder fehlende Kapazitäten zum Beispiel. Es gibt überhaupt keinen Grund, hier um den heißen Brei zu reden. Unbestreitbar werden solche Sachgründe einen potenziellen Kunden nicht beleidigen. Eine Absage wirkt dann auch nicht unprofessionell. Im Gegenteil: Begehrte Dienstleister sind nun einmal hin und wieder ausgebucht. Das spricht für deinen Marktwert! Gleichfalls professionell ist es, mögliche Interessenkonflikte zu verhindern. Das ist nicht nur loyal deinen Bestandskunden gegenüber. Auch ein Neukunde wird anerkennen, dass er durch deine Absage einem eigenen Interessenkonflikt aus dem Weg geht. Hervorragend also, wenn du das Kind direkt beim Namen genannt hast. Du kommunizierst damit transparent und unternehmerisch korrekt.

Wie ist es dagegen, wenn du einen ganz persönlichen Grund für eine Absage hast? Zum Beispiel, weil du den Kunden unsympathisch findest?

Niemanden vor den Kopf stoßen, aber dennoch klar bleiben

Anders als bei Sachgründen sind Bauchgefühle wie Abneigung nichts, was sich offen kommunizieren ließe. Jedenfalls nicht, wenn du diplomatisch bleiben willst. Ob du ein Projekt langweilig findest oder Zahlungsunfähigkeit beim Kunden vermutest: Zweifellos hältst du diese Gefühle lieber für dich. Man könnte meinen, eine Notlüge wäre jetzt das Mittel der Wahl. Davon raten wir aber ab: Stell dir vor, du schiebst ausgebuchte Kapazitäten vor. Der Kunde erfährt dann allerdings, dass du an anderer Stelle eifrig um Neuaufträge wirkst. Unangenehm, wenn man beim Lügen ertappt wird! Das ist alles andere als professionell.

Rechtfertige dich nicht

Unser Tipp: Gerate nicht in die Rechtfertigungsfalle! Eine freundliche Absage braucht keine detaillierte Begründung. Stell dir vor, du fragst einen Maler, ob er dein Haus streichen kann. Seine Antwort lautet: „Das tut mir sehr leid. Im Moment passt das leider nicht.“ Fühlst du dich jetzt beleidigt? Musst du wissen, ob er in den Urlaub fährt, ab morgen Maurer wird, dein Haus hässlich findet oder einfach schon genug Aufträge hat? Ist das wichtig für dich? Wenn der Maler sehr nett ist, empfiehlt er dir einen Kollegen, der wahrscheinlich Zeit für deinen Auftrag hat. Das kannst du aus Nettigkeit bei einer Absage ebenso tun. Vielleicht fällt dir eine Alternative für den anfragenden Kunden ein? Über deine Motive musst du aber keine Rechenschaft ablegen!

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