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Mit Dienstwagen geblitzt – wer bezahlt das Bußgeld?

Wer mit dem Dienstwagen geblitzt wurde, weil er zu schnell gefahren ist, lacht sich vielleicht direkt ins Fäustchen: Immerhin läuft der Wagen ja nicht auf den eigenen Namen, sondern über die Firma des Arbeitgebers. Wenn er das Knöllchen von der Post bekommt, kann er es ja auch gleich bezahlen! Muss er das denn auch tun?

„Ich weiß von nichts“ ist keine gute Strategie

Man könnte meinen, eine gerissene Ausweichstrategie ist die Ahnungslosigkeit: Bei mehreren Nutzern eines Fahrzeugs ist vielleicht gar nicht mehr nachzuvollziehen, wen der Blitzer erwischt hat? Schlechte Idee bei geschäftlich genutzten Fahrzeugen: Eventuell schaut das Finanzamt jetzt bloß noch genauer hin, ob das Fahrtenbuch gewissenhaft geführt wird. Denn dort müsste das schwarze Schaf ja eigentlich zu ermitteln sein!

Mit dem Dienstwagen geblitzt: Wer bezahlt das Bußgeld?
Mit dem Dienstwagen geblitzt worden? Keine große Sache, die Firma zahlt doch. Oder?

Fürs eigene Fahren ist jeder selbst verantwortlich

Sobald ein Fahrer sich hinter das Steuer setzt, ist er für sein Verhalten am Lenkrad verantwortlich. Wer zu schnell war, muss das Bußgeld auch selbst bezahlen. Auch im Firmenwagen. Das Unternehmen braucht das nicht zu übernehmen, auch nicht, wenn die Strafgebühr während der Arbeitszeit zustande kam.

Mit dem Dienstwagen geblitzt, weil ein Termin drängte – zählt das?

Eine Frage der Absprache: Wenn ein Angestellter bei der Geschäftsführung nachvollziehbar erklärt, dass nur der beherzte Tritt aufs Gaspedal einen wichtigen Geschäftstermin retten konnte – dann ersetzt ihm das Unternehmen vielleicht die Extra-Kosten durchs Blitzerfoto. Nicht zulässig ist es aber, wenn ein Unternehmen grundsätzlich verspricht, Bußgelder für zu schnelles Fahren zu übernehmen und entsprechende Verkehrssünden dann von den Angestellten verlangt!

Regelmäßige Erstattung wäre sittenwidrig

Ein Unternehmen darf in Einzelfällen das Bußgeld erstatten. Wenn das aber regelmäßig vorkommt, wirkt es wie eine sittenwidrige Absprache: Zu schnelles Fahren darf nicht die Regel im Unternehmen sein, und schon gar nicht darf ein Unternehmen von seinen Mitarbeitern verlangen, die Verkehrsregeln zu brechen.

Erstattung von Bußgeld ist ein geldwerter Vorteil

Wenn der Arbeitgeber das Bußgeld erstattet, gilt diese finanzielle Zuwendung wie ein Geldgeschenk – und Geldgeschenke wiederum gelten wie ein zusätzliches Gehalt. Die Erstattung ist vom Verkehrssünder also wie ein Extra-Gehalt zu versteuern, sie gilt als sogenannter geldwerter Vorteil.

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