Marketing   01.3.2017

Mit der mobilen Suchmaschinenoptimierung für die Zukunft gerüstet sein – Gastartikel von Andreas Mast

Smartphones sind allgegenwärtig – und mittlerweile das meistgenutzte Gerät für den Internetzugang. Laut ARD/ZDF-Onlinestudie gehen zwei Drittel aller Deutschen und so gut wie jeder 14- bis 29-jährige über das Smartphone ins Netz. Fürs Online-Shopping greifen viele Kunden momentan zwar noch auf den PC zurück. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, sollten Startups und andere Unternehmen dennoch eine auf Smartphone und Tablet optimierte Webseite anbieten. Was bei der mobilen Suchmaschinenoptimierung zu beachten ist, erklärt Andreas Mast von Haselböck & Mast – Online Marketing.

Die steigende Wichtigkeit der mobilen Suchmaschinenoptimierung

Kaum jemand ist noch ohne Smartphone unterwegs. Insbesondere junge Menschen unter 29 Jahren nutzen die Möglichkeit, immer und überall online zu sein. Dabei chatten sie nicht nur auf Facebook oder schauen Videos: Auch Transaktionen schließen immer mehr Kunden über das Smartphone ab. Laut der „Mobile Effects 2016“ Studie der Forward AdGroup bevorzugen viele Personen für den Preisvergleich und komplexe Bestellvorgänge zwar noch den PC und geben dabei auch mehr Geld aus als beim Online-Shopping übers Smartphone. Etwa 39 Prozent der Smartphone-Besitzer haben aber schon einmal über ihr Mobiltelefon online eingekauft. Eine auf mobile Endgeräte optimierte Webseite bietet daher großes Potential für Startups und andere Unternehmen.

Gastartikel "Mit der mobilen Suchmaschinenoptimierung für die Zukunft gerüstet sein "

Für manche Menschen steckt das ganze Leben in ihrem mobilen Endgerät. Deswegen sollten Unternehmen ihre Website mit der mobilen Suchmaschinenoptimierung für die Zukunft rüsten.

Googles Mobile-first Indexing: Mobile Webseiten bevorzugt

Auch Google hat natürlich die wachsende Beliebtheit der mobilen Endgeräte erkannt. Im November 2016 hat der Suchmaschinenriese mit dem „Mobile-first Indexing“ begonnen. Nutzte Google bislang die Desktop-Version einer Webseite als Ausgangspunkt für die Indexierung, sollen die Google Algorithmen jetzt zuerst die mobile Version der Webseite heranziehen. Noch testet Google das „Mobile-first Indexing“. Fallen diese Tests positiv aus, möchte Google langfristig nur noch einen einzigen Index anbieten, der mobile Webseiten bevorzugt. In der Praxis bedeutet das: In Zukunft wird von der mobilen Suchmaschinenoptimierung deiner Webseite darüber entschieden, wie gut sich dein Unternehmen in der Suchergebnisliste von Google platzieren kann.

Existiert keine mobile Variante einer Webseite, zieht Google weiterhin die Desktop-Version zur Indexierung heran. Gibt es allerdings eine mobile Variante und diese zeigt gar keine oder wesentlich weniger Inhalte an als die Desktop-Version, wird sich dies mit Einführung des “Mobile-first Indexing” negativ auf die Platzierung in den Suchergebnissen auswirken.

Eine für mobile Endgeräte optimierte Webseite ist also längst kein nettes Extra mehr. Bietest du eine mobile Variante deiner Webseite an, ist mobile Suchmaschinenoptimierung vielmehr ein Muss, damit potenzielle Kunden dein Angebot über Google finden können.

Sechs Faktoren, die Google an mobilen Webseiten schätzt

Wie sollte eine für Smartphone und Tablet optimierte Webseite aussehen? Wer über mobile Geräte ins Internet geht, findet schließlich andere Voraussetzungen vor, als beim Surfen am Desktop-PC. Statt über eine Maus navigieren Nutzer per Touchscreen, das Display ist bedeutend kleiner. Darüber hinaus können einige mobile Endgeräte kein Flash oder Java darstellen. Solang LTE noch nicht flächendeckend verfügbar ist, ist an vielen Orten zudem die Internetverbindung langsamer als am heimischen Computer.

All diese Faktoren wirken sich darauf aus, wie Inhalte auf mobilen Webseiten optimal präsentiert werden können. Worauf solltest du also achten, wenn du eine Webseite für die Darstellung auf dem Smartphone- und Tablet-Bildschirm optimieren möchtest? Der Google-Developers-Leitfaden gibt Empfehlungen:

Benutzerführung

Eine auf Smartphone und Tablet optimierte Webseite bietet eine einfache, intuitive Benutzerführung und ein nutzerfreundliches Design. Besucher sollten Daten über den Touchscreen leicht eingeben können, im besten Falle gibt es eine Autocomplete-Funktion. Das Design ist an den kleineren Bildschirm angepasst, die Bilder skalieren sich entsprechend der Bildschirmgröße. Das Scrolling funktioniert problemlos.

Ladezeiten

Die Mehrheit der Smartphone- und Tablet-Nutzer erwartet, dass sich Seiten so schnell aufbauen wie am heimischen Computer. Um eine langsamere mobile Internetverbindung auszugleichen, solltest du also die Ladezeiten der mobilen Webseite optimieren, zum Beispiel indem du Bilder komprimierst und CSS- sowie JavaScript-Dateien auslagerst und zusammenfasst.

Verzicht auf Flash

Viele Smartphones unterstützen kein Flash. Darüber hinaus können Googles Crawler Flash nicht verstehen. Flash-basierte multimediale und interaktive Inhalte ignorieren sie. Binde multimediale Inhalte auf anderem Wege ein, zum Beispiel über HTML5.

Social Buttons

Am Smartphone und am Tablet möchten Webseitenbesucher interessante Inhalte gerne über soziale Netzwerke teilen. Social Buttons für Facebook, Twitter, Google Plus, Instagram und WhatsApp erleichtern dies.

Lokale Optimierung

Wer über das Smartphone oder Tablet bei Google nach einem Unternehmen sucht, wünscht sich in der Regel Ergebnisse direkt am eigenen Standort. Ob Restaurant, Schuster, Bio-Laden oder Fotograf: Die Suche zielt meist auf Unternehmen in der eigenen Stadt ab. Die Inhalte, die du auf deiner mobilen Webseite anbietest, sollten diesen Ortsbezug herausstellen. Das gelingt zum Beispiel mit Keyword-Kombinationen mit dem jeweiligen Ortsnamen und einheitlich geschriebenen Adressdaten.

Meta-Description

In der Suchergebnisliste gibt die Meta-Description Suchenden einen ersten Hinweis, welche Inhalte sie auf deiner Webseite erwarten können. Diese Kurzbeschreibung solltest du so anpassen, dass sie auch auf Smartphone- und Tablet-Bildschirmen gut dargestellt wird. Der Text sollte auf den ersten Blick interessante Informationen anbieten und zum Weiterklicken einladen.

Wie solltest du deine mobile Webseite bereitstellen?

Die mobile Version deiner Webseite muss sich an den kleineren Bildschirm anpassen. Gegebenenfalls muss sie sogar andere Inhalte bieten als die Desktop-Version. Wer über Smartphone und Tablet surft, wünscht sich nämlich meist keine langen, ausführlichen Texte, sondern kurze, knappe Informationen.

Um eine mobile Webseite bereitzustellen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die alle gewisse Vor- und Nachteile aufweisen.

Responsive Webdesign

Google empfiehlt für die Bereitstellung mobiler Webseiten das Responsive Webdesign. Dabei sendet der Server immer denselben HMTL-Code an alle Geräte, sowohl an den Desktop-PC, als auch an das Smartphone und an das Tablet. Mittels CSS passen sich die Inhalte dabei automatisch an die Breite des jeweiligen Bildschirms an. Du kannst allen Besuchern dieselben Inhalte zur Verfügung stellen oder gewisse Inhalte auf einer Version gezielt ausblenden.

Mit der mobilen Suchmaschinenoptimierung für die Zukunft gerüstet sein

Bild 1: Responsive Webdesign © Haselböck & Mast – Online Marketing

Desktop-Variante und mobile Webseite sind über dieselbe URL zu erreichen. Das bietet Vorteile bei der Suchmaschinenoptimierung. Du musst Google zum Beispiel nicht mitteilen, dass verschieden Varianten einer Webseite existieren. Das Risiko doppelter Inhalte minimierst du über Responsive Webesign.

Weitere Vorteile:

  • Du musst nur eine Webseite pflegen.
  • Da es nur eine URL gibt, entfallen Weiterleitungsfehler.
  • Google-Crawler müssen die responsive Webseite nur einmal crawlen, um Inhalte zu erfassen.

Die Nachteile:

  • Bei der Standardimplementierung von Responsive Webdesign können große Bilder, welche auch auf dem Handy ausgespielt werden, zu längeren Ladezeiten führen.
  • Bei der Standardimplementierung erhalten Webseitenbesucher zudem immer dieselben Inhalte anzeigt, egal, von welchem Gerät aus sie die Webseite aufrufen.

Diesen zweiten Nachteil von Responsive Webdesign kannst du jedoch umgehen. Wie oben beschrieben, kann es vorteilhaft sein, Smartphone-Nutzern andere Inhalte anzuzeigen als Webseitenbesuchern, die am PC oder Laptop sitzen. Wer mit dem Smartphone im Internet surft, möchte eher selten lange, ausführliche Texte lesen. Auch große Bilder stören hier eher. Am heimischen Computer möchten sich viele Leser dagegen genauer informieren und schauen auch gerne größere Fotos, zum Beispiel Produktbilder, an.

Möchtest du Webseitenbesuchern auf unterschiedlichen Endgeräten andere Inhalte anzeigen lassen, kannst du dafür Responsive Content nutzen. Auf diese Weise passt du jede Webseitenversion besser an die Suchintentionen und Informationsbedürfnisse deiner Leser an.

Umsetzen lässt sich Responsive Content auf zwei Wegen:

  • über CSS und JavaScript: Bei dieser Variante können am Smartphone zum Beispiel längere Inhalte ein- und ausgeblendet werden. Das hat den Vorteil, dass auch Smartphone-Nutzer sich umfassend informieren können, wenn sie dies wünschen. Die Ladezeiten der Seite können sich allerdings verlängern, da bei jedem Aufruf alle Inhalte geladen werden.
  • über Ajax: In diesem Fall bestimmt die Bildschirmauflösung, wie viele Inhalte anzeigt werden. Bei geringer Bildschirmauflösung und wenigen angezeigten Inhalten verringern sich auch die Ladezeiten. Wünschen Smartphone-Nutzer jedoch mehr Informationen, müssen Sie zum Desktop-PC wechseln.

Es gilt, individuell abzuwägen, welche Methode sich für die eigenen Zwecke am besten eignet.

Unterschiedliche URLs für Desktop- und mobile Webseite

Besteht bereits die Desktop-Variante einer Webseite, entscheiden sich viele Betreiber, die mobile Variante unter einer eigenen Domain anzubieten. Lautet die Domain der Desktop-Variante zum Beispiel http://mein-startup.de, ist die mobile Webseite unter der Domain http://m.mein-startup.de zu erreichen. Der Buchstabe „m“ steht dabei für die mobile Version.

Mit dieser Variante kannst du Smartphone- und Tablet-Nutzern leicht andere Inhalte anzeigen lassen als Besuchern, die über einen Desktop-PC auf deine Webseite kommen. Allerdings hat diese Variante auch Nachteile: So musst du Google zum Beispiel mitteilen, welche Version die Google-Crawler indexieren sollen. In den Kopfbereich jeder URL der Desktop-Variante musst du dafür das Tag link rel=alternate hinzufügen, das auf die jeweilige URL der mobilen Webseite verweist:

<link rel=“alternate“ media=“only screen and (max-width: 640px)“
href=“http://m.mein-startup.de“ >

Im Kopfbereich jeder URL der mobilen Variante musst das Tag link rel=canonical eingefügt werden, das wiederum auf die URL der Desktop-Variante verweist:

<link rel=“canonical“ href=“http://www.mein-startup.de“ >

Gastartikel "Mit der mobilen Suchmaschinenoptimierung für die Zukunft gerüstet sein "

Bild 2: rel=alternate und rel=canonical © Haselböck & Mast – Online Marketing

Weitere Nachteile:

  • Das Risiko doppelter Inhalte steigt, duplicate content kann zu einer Herabstufung im Google-Ranking führen.
  • Die Weiterleitungen lassen sich schnell verwechseln (siehe Grafik). Um Fehler zu vermeiden, solltest du für die Desktop-Version und die mobile Version der Webseite eine identische URL-Struktur verwenden.

Dynamische Bereitstellung

Bei der dynamischen Bereitstellung übermittelt der Server je nach Gerät unterschiedliche HTML- und CSS-Codes an den Browser. Der Server erkennt durch den User Agent des Browsers, ob jemand die Webseite über einen Desktop-PC oder ein Smartphone aufruft. Wie beim Responsive Webdesign sind Desktop- und mobile Version der Webseite über eine URL zu erreichen.

Die Vorteile:

  • Die dynamische Bereitstellung unter einer URL vermindert duplicate content.
  • Du kannst je nach Endgerät unterschiedliche Inhalte anzeigen lassen.

Nachteile:

  • Die Implementierung ist vergleichsweise kompliziert.
  • Du brauchst mindestens zwei Versionen einer Webseite.

Wie stellst du fest, ob deine mobile Webseite gut optimiert ist?

Um herauszufinden, wie es um die Sichtbarkeit mittels der mobilen Suchmaschinenoptimierung deiner Webseite bestellt ist, kannst du zum Beispiel mit Tools wie Sistrix oder Searchmetrics die relevanten Daten auswerten. Die Tools berechnen, welche Webseiten zu bestimmten Suchbegriffen gute Positionen in den Suchergebnissen erreichen.

Beide Tools zeigen dir nicht nur Ergebnisse für die Desktop-Variante deiner Webseite an, sondern auch „Smartphone-Daten“. Vergleiche die Sichtbarkeit der mobilen Variante mit derjenigen der Desktop-Variante. Beide Werte sollten in etwa gleich sein. Die mobile Webseite kann in einigen Fällen sogar etwas bessere Sichtbarkeitswerte aufweisen, etwa wenn deine Konkurrenz noch keine auf mobile Endgeräte optimierte Webseiten anbietet.

Liegt die Sichtbarkeit der mobilen Webseite jedoch weit unter dem Wert der Desktop-Webseite, solltest Du Optimierungsmaßnahmen ergreifen, um den Wettbewerbsvorteil der mobilen Webseite auszunutzen.

Weiterführende Links

 

 

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