Gründung   18.7.2019

Not-to-do Liste: Mitarbeiter vergraulen für Einsteiger

Gerade in Branchen, in denen Fachkräftemangel herrscht, ziehen guten Leute schnell weiter, wenn das Betriebsklima nicht stimmt. Wer bleibt – aus welchen Gründen auch immer – strengt sich vielleicht einfach nicht mehr besonders an. Wie erreichen Chefs und Vorgesetzte, dass die Fluktuation ihres Personals hoch und die Stimmung im Keller ist? Wir verraten Dir, wie „talentierte“ Chefs Mitarbeiter vergraulen.

Schöne ideale Arbeitswelt

Die Theorie sieht so aus: Fachkräfte, die sich an ihrem Arbeitsplatz wohl fühlen, bleiben lange bei einem Arbeitgeber. Sie bringen ihr Knowhow ein, bauen Wissen über das Unternehmen, die Produkte und die Kunden auf und tragen zur Weiterentwicklung der Firma bei. Solche Mitarbeiter haben womöglich Spaß an der Arbeit. Sie kommen auch nach Jahren noch morgens gerne ins Büro, finden jede neue Baustelle spannend und denken mit, wenn es Probleme zu lösen gibt. In einer idealen Arbeitswelt wäre das Betriebsklima überall gut, alle Teams würden wirklich im Team arbeiten. Alle Chefs wären immer fair und alle Vorgesetzten kritikfähig.

mitarbeiter vergraulen

Mitarbeiter vergraulen, statt Fachkräfte langfristig an das Unternehmen zu binden, scheint das besondere Talent einiger Chefs zu sein. Wie machen die das? (Bild © unsplash.com)

Die Realität sieht anders aus

Warum der oben stehende Absatz so viele Konjunktive enthält? Weil es so sein könnte, aber nicht überall so ist. In manchen Unternehmen bleiben Mitarbeiter von der Lehre bis zur Rente, nicht weil sie müssen, sondern weil sie wollen. Anderswo wechselt das Personal schneller als die Jahreszeiten. Erfolgreiches Mitarbeiter vergraulen hat mehrere Dimensionen. Es gibt eine ganze Reihe wirksamer Methoden, die mancher Chef komplett beherrscht. Andere vergraulen noch auf Anfängerniveau, während einige wahre Bossing-Profis sind, deren Personal es kaum über die Probezeit bringt. All diesen Firmen- und Abteilungsleitern gemeinsam sind Glaubenssätze, die etwa so klingen:

  • An mir liegt es nicht!
  • Die Leute sind einfach undankbar.
  • Mitarbeiterbindung wird total überbewertet.
  • Der war sowieso nicht so qualifiziert, wie er uns in seiner Bewerbung weis machen wollte!
  • Extras, Sonderwünsche, Flexibilität? Nicht mit mir!
  • Ich kann alles selbst viel besser.
  • Ihr seid das Team, aber ich bin der Boss!

Hast du einige dieser Sätze verinnerlicht und lebst sie auch gerne aus? Kein Wunder – effizientes Mitarbeiter vergraulen hat schließlich auch Vorteile:

  • Ständig lernst du neue Menschen kennen.
  • Dauernd fangen neue Leute mit großem Enthusiasmus bei dir in der Firma an.
  • Und immer wieder wird dein Glaubenssatz bestätigt: Dass du sowieso der Größte bist und keiner dir das Wasser reichen kann.

Konntest du schon mindestens einen Mitarbeiter vergraulen? Dann bist du sogar für das nächste Level qualifiziert: Mitarbeiter vergraulen für Fortgeschrittene. Im folgenden Abschnitt vertiefen wir heute dein Wissen darüber, wie man ein Unternehmen frei von Mitarbeiterbindung führt, den Teamgeist klein hält und das Betriebsklima aufheizt.

Mitarbeiter vergraulen für Fortgeschrittene – so geht’s!

Willst du die Fluktuation im Unternehmen weiter steigern, um erdrutschartige Knowhow-Verluste feiern zu können, dann halte Dich an folgende Regeln:

  • Deine Mitarbeiter sind dir gleichgültig. Du willst weder wissen, wie es ihnen geht, noch was in ihrem Leben jenseits des Büros los ist. Die sollen funktionieren, sonst nichts. Ihr müsstet ein bisschen was umstrukturieren, damit der Programmierer nach der Elternzeit in Teilzeit wieder einsteigen kann? Was interessieren dich die KiTa-Öffnungszeiten! Jemand aus dem Kundenservice hat Rückenprobleme und beantragt, einen ergonomischen Bürostuhl anschaffen zu lassen? So dringend wird das schon nicht sein.
  • Nicht geschimpft ist genug gelobt. Diesen Ausdruck gibt es in so vielen deutschen Dialekten, dass er einfach wahr sein muss! Wertschätzung zeigen, positives Feedback geben: Alles Zeitverschwendung! Bestleistung ist so selbstverständlich, dass sie keiner Erwähnung bedarf.
  • Wahre Leistungsträger machen (unbezahlte) Überstunden. Wer pünktlich geht, hat nicht genug zu tun. Je mehr Stunden deine Mitarbeiter pro Tag im Unternehmen zubringen, umso mehr kannst du aus ihnen herausholen. Außerdem spart dir das die Kosten für ein paar weitere Angestellte. Mitarbeiter über ihre Leistungsgrenzen hinaus zu belasten ist doch maximale Ressourcennutzung, oder nicht?
  • Das Ziel kennst nur du. Deine Mitarbeiter sollen nichts tun, außer arbeiten. Unternehmensentwicklung geht sie nichts an. Welchen Zweck du mit einzelnen Projekten verfolgst oder warum ein Auftrag angenommen wurde, geht sie ebenfalls nichts an. Strategie- und Zeitplanung ist allein Chefsache. Mit einer einzigen Ausnahme: Kann das Team eine Deadline nicht halten, die du zuvor ausgehandelt hast, dann sind die Mitarbeitenden schuld und hätten es besser wissen sollen. So etwas ist niemals dein Fehler!
  • Regeln – du kannst gar nicht genug davon aufstellen! Als Chef ist man ja schließlich sowas wie ein Erziehungsberechtigter. Da gilt: Bloß nicht zu viel durchgehen lassen. Jede Flexibilität bei Pausenzeiten, Vertretungsplänen, Büroausstattung, Heimarbeitsplätzen oder Arbeitszeitregelungen sollte vermieden werden. Wo kommt ihr denn da hin, wenn in deiner Firma jeder so arbeitet, wie er will!

Mit diesen Tipps sollte es dir gelingen, gerade besonders kreative, engagierte, motivierte und qualifizierte Mitarbeiter erfolgreich dazu zu animieren, ihre Sachen zu packen und weiter zu ziehen. Als Fortgeschrittener in Sachen Mitarbeiter vergraulen bist du nun voll und ganz qualifiziert. Du siehst es sogar als Teil deines Lifestyles, dass dein Team dich nicht mögen muss? Dann kannst du dein Führungsverhalten noch weiter in deinem Sinne optimieren. Wir empfehlen dir: Bossing für Profis.

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