09. Nov 2022 | Experten

Muss der Steuerberater vor Ort sein?ÔŅľ

Wenn der Steuerberater in der N√§he ist, hat das einige Vorteile. Es ist jederzeit m√∂glich, pers√∂nlich Fragen zu stellen und sich auch √ľber heikle Themen auszutauschen. Wenn wichtige Dokumente fehlen, ist es m√∂glich, sie schnell noch vorbeizubringen. Den Steuerberater vor Ort zu haben, gibt ein gewisses Sicherheitsgef√ľhl. Doch ist das wirklich notwendig?

Mit modernen Kommunikationsmöglichkeiten ist es heute nicht mehr notwendig, dass der Steuerberater vor Ort.
Mit modernen Kommunikationsmöglichkeiten ist es heute nicht mehr notwendig, dass der Steuerberater vor Ort. Fast alles im Geschäftsverkehr lässt sich heute digital erledigen. Quelle: Pixabay, Urheber: firmbee

Der Steuerberater ‚Äď wahrscheinlich die wichtigste Gesch√§ftsbeziehung

Der Steuerberater hat f√ľr Selbstst√§ndige und Unternehmer eine wichtige Funktion. Er kennt Zahlen, Daten und Fakten der Unternehmen, wei√ü √ľber Kunden und Mitarbeiter Bescheid. Es ist wichtig, dass Vertrauen herrscht, schlie√ülich ist der Steuerberater auch in st√ľrmischen Zeiten f√ľr seine Kunden da. Er sorgt daf√ľr, dass Unternehmen sich nicht mehr so viele Sorgen machen m√ľssen und am Ende mehr Zeit f√ľr andere Dinge zur Verf√ľgung haben. Der Unternehmer oder der Selbstst√§ndige kann sich um das Wesentliche im Gesch√§ft k√ľmmern: das Geldverdienen. Es ist absolut sinnvoll, hier einen Experten f√ľr Steuerfragen ins Boot zu holen. Denn es ist fast unm√∂glich, sich neben der Arbeit als Selbstst√§ndiger auch noch mit allen Gesetzen, Vorschriften, Regelungen und Richtlinien auszukennen, die es im Steuerrecht gibt. Wer noch keinen Steuerberater hat, kann mithilfe der gelben Seiten im Internet einen suchen.

Buchhaltung kann eine sehr umfangreiche Aufgabe sein.
Buchhaltung kann eine sehr umfangreiche Aufgabe sein. Wenn Unternehmer diese einem Experten √ľberlassen, haben sie mehr Zeit, sich um andere, wichtige Dinge zu k√ľmmern. Quelle: Pixabay, Urheber: wir_sind_klein

Da die Beziehung zum Steuerberater so wichtig ist, sollte die Auswahl sorgf√§ltig erfolgen. Im pers√∂nlichen Kontakt l√§sst sich das Gegen√ľber einfacher kennenlernen und besser einsch√§tzen. Doch notwendig ist das heute nicht mehr.

Ortsabhängigkeit ist veraltet

Das Berufsbild des Steuerberaters geht auf das Jahr 1933 zur√ľck. Ein Gesetz gab es zu der Zeit noch nicht. Jeder konnte Steuerberater werden und sich als solcher bezeichnen. Erst mit dem Gesetz √ľber die Zulassung von Steuerberatern hat ein konkretes Berufsbild definiert. Das Gesetz hat sich weiterentwickelt und enthielt irgendwann auch die genauen Vorschriften √ľber die Zulassung als Steuerberater.

Dass ein Steuerberater vor Ort sein musste, liegt daran, dass die Kommunikation zwischen Steuerberater und Klient sehr wichtig ist. Zur Kommunikation gab es zu Anfang nur das persönliche Gespräch, Briefe oder vereinzelt auch das Telefon. Moderne Kommunikation sieht ganz anders aus.

Aber nicht nur die Kommunikation war lange nicht so einfach wie heute. Es war auch viel schwieriger, sich √ľber die einzelnen Steuerberater zu informieren. Die Meinung anderer aus der eigenen Stadt war der einzige Ma√üstab. Heute k√∂nnen Klienten sich online √ľber den Steuerberater informieren, aber auch online Kontakt aufnehmen. Mit dem papierlosen B√ľro ist auch die √úbermittlung der Unterlagen einfacher geworden.

Heute ist es egal, wo sich der Steuerberater aufhält

Moderne Medien machen es möglich, dass der Steuerberater nicht mehr vor Ort sein muss. Wichtige Kriterien bei der Auswahl: Er spricht deutsch, kennt sich mit deutschem Steuerrecht und Unternehmensrecht aus und ist entsprechend qualifiziert. Die Zusammenarbeit gestaltet sich nicht deshalb schwieriger, weil beide Parteien nicht am selben Ort sein können.

Was macht einen guten Steuerberater aus?

Viele fragen sich, woran sie erkennen k√∂nnen, ob ein Steuerberater kompetent ist. Schlie√ülich wird er alles √ľber seinen Mandaten erfahren, vom Kontostand, der famili√§ren Situation oder dem Gehalt. Daher ist es wichtig, dass der Steuerberater zum einen vertrauensw√ľrdig ist. Zum anderen sollte er zu den Bed√ľrfnissen des jeweiligen Mandanten passen. Es gibt spezialisierte Steuerberater, die sich haupts√§chlich beispielsweise um die Altersvorsorge oder um Insolvenzen k√ľmmern. Manchmal ist es auch hilfreich, wenn neben dem Steuerberater auch ein Rechtsanwalt in der Kanzlei verf√ľgbar ist, beispielsweise wenn es um Erbschaftsfragen geht.

Das erste Beratungsgespräch

Wenn der erste Kontakt hergestellt ist, steht das erste Beratungsgespr√§ch an. Dabei hat der Klient die M√∂glichkeit, sich einen eigenen Eindruck vom Steuerberater zu verschaffen. Steuerberater stellen viele Fragen zu den Lebensumst√§nden ihrer Mandanten. Das zeugt nicht von √ľberm√§√üiger Neugier, sondern im Gegenteil. Je mehr der Steuerberater √ľber seine Klienten wei√ü, umso besser kann er sie beraten. Ein ausf√ľhrliches Gespr√§ch oder ein sehr detaillierter Fragebogen sind ein Qualit√§tsmerkmal. Viele Steuerberater fragen im weiteren Verlauf auch immer wieder nach, ob sich etwas ver√§ndert hat. Das m√ľssen nicht unbedingt gro√üe Ver√§nderungen sein.

Welche Vorteile hat die digitale Steuerberatung?

Die Digitalisierung geht im Geschäftsleben meistens mit Optimierung von Prozessen einher. Das gilt auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Auch sie können Prozesse automatisieren und effizienter machen. Ein digitaler Steuerberater hilft den Unternehmen Zeit zu sparen.

Noch vor wenigen Jahren war die Steuerberatung von viel Papier und hohem Zeitaufwand geprägt. Aber ohne kommen Unternehmen und Selbstständige kaum aus. Heute erleichtern digitalisierte Steuerberater kleinen und mittelständischen Unternehmen den Alltag.

Die Digitalisierung hat gleich mehrere Vorteile. Geschäftsprozesse sind beispielsweise transparenter und erlauben es, Sparpotenziale leichter zu erkennen und Gestaltungsspielräume besser zu nutzen. Quelle: Pixabay, Urheber: janeb13

Mithilfe von Apps, papierloser √úbertragung der Belege, Webfreizeichnung und schnellen Zugriffsm√∂glichkeiten sparen die Unternehmen viel Zeit. Die verbesserten Prozesse im Unternehmen und die schnelleren Abl√§ufe tragen dazu bei, dass unn√∂tige Kostentreiber abgeschafft werden k√∂nnen. So entf√§llt beispielsweise das l√§stige Kopieren der Belege oder der Versand ganzer Ordner. Das ist am Ende viel kosteneffektiver. Die modernen Strukturen und die damit einhergehende Transparenz sorgen daf√ľr, dass die Unternehmen leichter der Datenschutz-Grundverordnung entsprechen k√∂nnen. Steuerunterlagen sind digital archiviert, der Zugriff ist ganz einfach. Das spart viel Zeit und vor allem auch viel Steuern. Denn Gestaltungsspielr√§ume lassen sich leichter erkennen und nutzen.

Fazit

Es ist nur dann wichtig, dass der Steuerberater vor Ort ist, wenn die Mandanten das pers√∂nliche Gespr√§ch von Angesicht zu Angesicht w√ľnschen. Bei Standardfragen ist ein virtuelles Steuerb√ľro absolut ausreichend. Denn bei Bedarf sind auch hier Vier-Augen-Gespr√§che per Skype oder Video-Telefonat m√∂glich. Mithilfe moderner Technologie sind auch diese Verbindungen sicher. Welche Art der Steuerberatung der Einzel vorzieht, h√§ngt sehr eng damit zusammen, womit sich jeder am wohlsten f√ľhlt und womit jeder am besten zurechtkommt.

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