| 

Wann musst du bei einem Nebenjob Steuern zahlen?

Ein bisschen mehr Geld in der Tasche, das wünschen sich viele – egal ob angestellt oder selbstständig. Mit einem Nebenjob ergänzen und sichern sie ihr Einkommen. Doch wann muss man auf diesen Nebenjob Steuern zahlen?

Nebenjob Steuern zahlen
Einen Nebenjob übst Du neben Deinem Hauptberuf aus. Aber Vorsicht, eine Nebentätigkeit darf höchstens 1/3 der Zeit einnehmen, die eine Vollzeitbeschäftigung ausmachen würde. (Bild © unsplash.com)

Nebentätigkeit – was bedeutet das?

Eine Nebentätigkeit ist eine zusätzliche Arbeit, die du neben deinem Hauptberuf ausübst. Das kann ehrenamtlich und/oder bezahlt sein. Es kann inhaltlich etwas Ähnliches oder ganz etwas anderes sein als dein Hauptjob. Tagsüber bist du Buchhalter, am Wochenende kellnerst du in einer Kneipe. Du arbeitest selbstständig als Übersetzer, aber du hilfst an drei Tagen pro Woche frühmorgens dem Bauern von nebenan beim Melken und hast deshalb bei ihm einen Minijob. Oder du bist Webdesignerin, ein Kunde möchte aber ein Projekt auf Minijobbasis abrechnen: Auch das geht.

Entscheidend ist, dass eine Nebentätigkeit zeitlich begrenzt ist. Beansprucht dieser Job mehr als 2/3 der Zeit, die eine Vollzeitbeschäftigung ausmachen würde, dann ist es keine Nebentätigkeit mehr.

Welche Ausnahmen gibt es? – ehrenamtliche Nebenjobs und Übungsleiterpauschale

Die Frage, ob du den Nebenjob versteuern musst, stellt sich immer, wenn Geld fließt. Ehrenamtler, die für eine gemeinnützige Tätigkeit eine kleine Aufwandsentschädigung bekommen, können so bis zu 720 Euro pro Jahr steuerfrei einstecken. Das entspricht der sogenannten Ehrenamtspauschale.

Bei der Übungsleiterpauschale sind bis zu 2.400 Euro pro Jahr steuerfrei. Voraussetzung: Der Auftraggeber ist eine gemeinnützige oder kirchliche Einrichtung. Die Übungsleiterpauschale kann also zum Beispiel der Mechatroniker in Anspruch nehmen, der abends noch eine Fußballmannschaft trainiert und dafür vom Sportverein bezahlt wird. Auch die Buchhalterin, die nebenberuflich an der Volkshochschule einen Computerkurs leitet, oder der Grundschullehrer, der das Blasorchester des Kirchenchors dirigiert, können mit der Übungsleiterpauschale bis zu 2.400 Euro steuerfrei dazu verdienen.

Was muss ich tun, wenn ich einen Minijob ausübe?

Bei allen anderen Nebentätigkeiten ist immer die Frage: Verdienst du mehr oder weniger als 450 Euro? Denn da liegt die Grenze, bis zu der ein Job als Minijob gilt und steuerlich und bei den Sozialabgaben begünstigt behandelt wird.

Bei einem Minijob führt dein Arbeitgeber Pauschalen für die Sozialversicherungen und die Steuer ab. Das läuft über die Anmeldung bei der Minijobzentrale. Als Arbeitnehmer hast du hier in der Regel mit der Versteuerung nichts zu tun. Dann brauchst du den Minijob auch nicht in deiner Steuererklärung angeben. Anders sieht das aus, wenn dein Minijob nicht pauschal versteuert wird, sondern du eine Lohnsteuerbescheinigung von deinem Arbeitgeber erhältst: Dann gibst du den Minijob auch in deiner Steuererklärung an. Das trifft auch zu, wenn du zum Beispiel mehrere Minijobs kombinierst.

Was ändert sich bei der Ausübung mehrerer Minijobs?

Wer mehrere Minijobs gleichzeitig hat, kann nur für den ersten die Pauschalversteuerung von 2% in Anspruch nehmen. Ab dem zweiten Minijob steigt die Lohnsteuerpauschale auf 20% und es ist eine Meldung bei der Krankenkasse statt bei der Minijobzentrale erforderlich.

Was gilt bei einem größeren Zuverdienst? – auf den Nebenjob Steuern zahlen

Wer mit einem Nebenjob mehr als 450 Euro dazu verdient, muss auf diesen Nebenjob Steuern zahlen. Neben der Einkommenssteuer auch Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer. Es fallen außerdem Beiträge zur Arbeitslosen-, Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung an. Einen Nebenjob, bei dem der Verdienst oberhalb von 450 Euro liegt, ordnet das Finanzamt zunächst der Steuerklasse VI zu. Das bedeutet, dass du zunächst sehr hohe Abgaben zahlst. Über die Steuererklärung im folgenden Jahr, kannst du dir die zuviel gezahlten Beträge dann aber zurückholen.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Erfahren Sie jede Woche noch mehr über Finanzen und Buchhaltung.
Was finden Sie in Ihrem Posteingang?
Eine Gelegenheit, anders über Ihre Arbeit und Buchhaltung nachzudenken
Handverlesene Erkenntnisse aus der Buchhaltungswelt inspirieren Sie
Eine andere Ansicht darüber, was Billomat tut
Betrachten Sie mit uns die Buchhaltungswelt mit den Augen derer, die sie lieben.
Deine Einstellungen zu Cookies für diese Website:

Wähle selbst aus, welcher der nachfolgenden Cookies die Website verwenden darf. Du kannst diese Einstellungen jederzeit wieder über unsere Datenschutzbestimmungen ändern.

Ändere Deine Cookie-Einstellungen mit dem Schieberegler:
Notwendig
Notwendig
Statistik
Statistik
Komfort
Komfort
Targeting
Targeting
Top