Finanzen   18.7.2016

Neue Studie: Fahrtenbuch Apps im Test

Apps gibt es für fast alle Lebenslagen, aber nicht immer sind sie wirklich hilfreich. Wie sieht das bei Fahrtenbuch-Apps aus? Erfüllen sie die strengen Anforderungen des Finanzamts an ein ordnungsgemäß geführtes Fahrtenbuch? Die Steuerberatung felix1.de hat beliebte Fahrtenbuch Apps getestet. Was dabei herausgekommen ist, erklärt Andres Reichert, Steuerberater bei felix1.de.

Ob Unternehmer oder Angestellte, Fahrtenbücher müssen viele führen, damit die steuerlich oft teurere 1%-Methode nicht angewendet wird. Das Finanzamt stellt jedoch strenge Regeln auf, wie ein Fahrtenbuch zu führen ist. Nur, wenn diese Regeln eingehalten werden, wird das Fahrtenbuch auch anerkannt. Überwiegend handelt es sich beim Fahrtenbuch noch um die  klassische handgeschriebene Variante. Mittlerweile gibt es jedoch zahlreiche Fahrtenbuch Apps. Ob diese die Anforderungen des Fiskus erfüllen, haben wir als Steuerberatung untersucht.

Unsere Kriterien: finanzamtkonform und nutzerfreundlich

Das Wichtigste ist, dass ein Fahrtenbuch vom Finanzamt anerkannt wird, damit man sich die ganze Arbeit nicht umsonst gemacht hat. Niemand möchte schließlich Steuern nachzahlen müssen.  Deshalb stand für felix1.de die Finanzamtskonformität im Vordergrund. Was bedeutet dies konkret? Nun, ein Fahrtenbuch ist dann finanzamtkonform, wenn es lückenlos ist, in gebundener Form und zeitnah geführt wird.

Steuerberater Andreas Reichert von felix1.de

Steuerberater Andreas Reichert von felix1.de erklärt die Vor- und Nachteile von Fahrtenbuch-Apps

  1. Das Fahrtenbuch muss lückenlos bzw. vollständig sein: Fehlen Daten, war die ganze Mühe überflüssig. In das Fahrtenbuch gehören Datum, Kilometerstand zu Beginn und Ende jeder einzelnen betrieblichen Fahrt, Reiseziel mit genauer Adresse (Straße, Hausnummer und Ort), Reisezweck und aufgesuchte Geschäftspartner.
  2. Das Fahrtenbuch muss in gebundener Form geführt werden: Lose Zettel sind tabu! Am besten nutzt man im Handel zu erwerbende Formularbücher.
  3. Das Fahrtenbuch muss zeitnah geführt werden: Der Fahrer sollte das Fahrtenbuch direkt mit ins Auto nehmen und die Fahrten sofort eintragen. Mal eben an der Ampel alles schnell eintragen kann aber auch gefährlich sein: Kann der Finanzbeamte das Geschriebene nicht lesen oder nachvollziehen, verwirft er es. Ebenso verhält es sich, wenn Daten korrigiert werden. Die Änderungen müssen sauber durchgestrichen werden.

Allerdings ist auch die Benutzerfreundlichkeit wichtig. Denn schließlich hat es wenig Sinn, auf Biegen und Brechen ein elektronisches Fahrtenbuch zu nutzen und damit mehr Arbeit zu haben als mit der klassischen Papierform.

> zum Download der Studie (kostenfrei)

Selbständige Vielfahrer, Familienbetrieb, Fuhrpark, … 3 Anwendungsfälle im Test

Im Gegensatz zum Fahrtenbuch in Papierform kann eine App nicht einfach an einen anderen Fahrer übergeben werden. Wir haben diese Fahrtenbuch Apps deshalb für 3 verschiedene Anwendungsfälle getestet:

  1. Der selbständige Vielfahrer, z.B. Versicherungsmakler, Vermögensberater, Pflegedienste. Er nutzt sein Auto größtenteils Teil betrieblich und teilt sein Fahrzeug mit keiner anderen Person. Nebenbei nutzt er zusammen mit seinem Ehepartner ein weiteres Fahrzeug, größtenteils privat. Manchmal unternimmt er aber auch eine betriebliche Fahrt mit dem Privatfahrzeug.
  2. Das Familienunternehmen, z.B. Einzelhändler, Gaststätten, Handwerksbetriebe. Betriebliche Fahrten zum Kunden oder Einkaufen werden nicht nur von einer Person, sondern von mehreren Personen (Familienmitgliedern, Angestellten) unternommen.
  3. Betriebe mit Fuhrpark, z.B. Kurierdienste, Shuttle- oder Schulbusunternehmen. Diese Betriebe nutzen mehrere betriebliche Fahrzeuge und haben mehrere Fahrer. Hier liegt meistens eine ausschließlich betriebliche Nutzung der Fahrzeuge vor, so dass ein Fahrtenbuch nicht zwingend finanzamtkonform geführt werden muss.

Ergebnis:  Nicht alle Fahrtenbuch Apps sind für jedes Unternehmen geeignet

Das Ergebnis verblüfft: Die Unterschiede zwischen den getesteten App sind trotz des relativ eindeutig wirkenden Funktionsumfangs erheblich. Die Empfehlungen richten sich je nach Anwendungsfall und verwendetem Betriebssystem. Für den selbständigen Vielfahrer ist ein elektronisches Fahrtenbuch in Form einer App durchaus geeignet. Für einen anderen Anwendungsfall – mehrere Fahrer verwenden ein Fahrzeug – sind nur wenige Fahrtenbuch-Apps geeignet und es würde sich eher ein Papierfahrtenbuch empfehlen. Nicht jede App kann die hohen Anforderungen des Finanzamtes erfüllen und lässt sich gleichzeitig auch noch ganz gut handhaben.

Alle Apps haben jedoch eines gemeinsam: Die Angaben, welche die Apps selbständig erzeugen, müssen überprüft und ggf. angepasst werden. Das Tippen auf dem Smartphone ist hierbei oft sogar aufwendiger und langsamer als die handschriftliche Form.

Folgende Vorteile bieten alle Apps gegenüber dem handschriftlichen Fahrtenbuch: Durch die Auswertungen spart sich der Unternehmer am Jahresende eine Menge Zeit. Das lästige Aufteilen von betrieblichen und privaten Fahrten erfolgt auf Knopfdruck – und das fehlerfrei. Zudem gehören unleserliche Einträge der Vergangenheit an. Denn auch unleserliche Einträge führen dazu, dass ein Fahrtenbuch nicht anerkannt wird.

Finden Sie heraus, welche Apps für Ihren Bedarf geeignet sind und welche nicht.

>>Studie „Fahrtenbuch Apps im Test“  kostenfrei downloaden

Das könnte dich auch interessieren

Verwandte Artikel

Das könnte dich auch interessieren

Steuererklärung als Freiberufler
Finanzen

Steuererklärung für Freiberufler: Welche Formulare sind nötig?

Die Steuererklärung für Freiberufler und Gewerbetreibende bedeutet mehr Formulare, mehr Anlagen, mehr auszufüllen als bei Angestellten. Wer einer selbstständigen Tätigkeit …
Zahlungsfristen auf Rechnungen vermerken
Finanzen

Zahlungsfristen auf Rechnungen vermerken

Zu den Zahlungsbedingungen gehören auch die Zahlungsziele oder Zahlungsfristen: Zahlbar binnen 14 Tagen ab Rechnungsdatum. Zahlbar bis zum Tag X. …
Gründung

Nebengewerbe anmelden: So geht’s

Ein Nebengewerbe gründen, das kann ein guter Weg sein, neben dem Job eine Geschäftsidee umzusetzen. Du musst dein Nebengewerbe anmelden …

Privat: Billomat 60 Tage kostenlos testen

Mit der Anmeldung akzeptierst du die AGB.

Newsletter
Newsletter
Kontakt
Folge uns
Deine Einstellungen zu Cookies für diese Website:

Wähle selbst aus, welcher der nachfolgenden Cookies die Website verwenden darf. Du kannst diese Einstellungen jederzeit wieder über unsere Datenschutzbestimmungen ändern.

Ändere deine Cookie-Einstellungen mit dem Schieberegler:
Notwendig
Notwendig
Statistik
Statistik
Komfort
Komfort
Targeting
Targeting