Lifestyle   10.1.2019

Not-to-Do Liste: Bossing für Profis

Willkommen in der Meisterklasse: Bossing für Profis! Mitarbeiter vergraulen liegt dir. Du hast bewiesen, dass du es mit all deinen Angestellten aufnehmen kannst. Doch das geht noch zielgerichteter und effizienter.

Schnell und nachhaltig soll es sein: Du willst einzelne Teammitglieder nicht einfach nur loswerden. Wer deine Firma verlässt, der soll auch für seine Zukunft etwas mitnehmen: ein Trauma vielleicht oder ein 1.000 Teile Puzzle aus seinem Selbstwertgefühl. So großzügig bist du!

Bossing

Wer Bossing beherrscht, braucht keine Kündigungen zu schreiben. Früher oder später geht die Zielperson von alleine. (Bild © unsplash.com)

Was ist Bossing?

Zartbesaitete behaupten, es sei Mobbing durch den Chef. Von unzeitgemäßer und unangemessener Machtausübung ist die Rede, gar Despotismus und Willkür. Sowas! Willkürlich ist da überhaupt nichts: Bossing richtet sich gezielt gegen Einzelne! Bossing hat durchaus Spielregeln. Mit Hilfe wirkungsvoller Schachzüge treibt man beim Bossing einen Mitarbeiter vor sich her und dirigiert ihn schnurstraks in Richtung freiwillige Kündigung. Mehr Spaß macht es natürlich, wenn sich die Zielperson wehrt und zum Beispiel den Betriebsrat einschaltet.

Was sind die fünf wichtigsten Spielzüge?

  • Degradierung: Ein Mitarbeiter kann dir nichts recht machen? Nimm ihm einfach die Aufgaben weg, von denen er glaubt, dass er sie beherrscht. Setze ihn so ein, dass seine neue Tätigkeit überwiegend unterhalb seiner Qualifikation liegt.
  • Langeweile: Das ergibt sich aus dem vorherigen Schritt von allein. Wer lange genug Ablage gemacht hat, obwohl er eigentlich einen Sachbearbeiterposten hat, dem wird es irgendwann fad.
  • Entwertung: Kommuniziere dein Missfallen, laut, unsachlich und unkonkret! Du willst nicht, dass dein Gegenüber sich rational mit einer begründeten Kritik auseinandersetzt. Du brauchst es, deinen Gegner im Dunkeln tappen zu lassen. Er muss nicht wissen, ob und was er tatsächlich falsch gemacht hat. Er atmet, das ist schlimm genug.
  • Isolation: Trenne die Zielperson von ihrem vertrauten Kollegenkreis. Ein Einzelbüro am Ende eines anderen Flurs: 1a Gelegenheit. Je kleiner das Kabuff, umso wirkungsvoller ist es. Räume im Keller oder Souterrain haben eine magische Wirkung, vor allem, wenn sonst niemand auf dieser Etage arbeitet. Wer in dieser Situation als Chef das Versprechen hält, dass irgendwann ein Techniker kommt und das alte Telefon samt Durchwahl in den Keller verlegt, muss noch dazu lernen! Computer und Telefon gehen natürlich beim Büroumzug verloren. Die Zielperson wird über Monate auf „morgen“ vertröstet und wegen Nicht-Nutzung wird der Firmen-Mailaccount der Person mit allen Daten darin erstmal unwiderruflich gelöscht. Kommt man dir drauf, dann war es natürlich keine Anweisung von dir an den Systemadministrator sondern ein Missverständnis.
  • Drohung und Diffamierung: Wenn das noch nicht geholfen hat: Drohe mit Konsequenzen. Du musst nicht sagen wofür oder warum, du bist der Chef! Sollte der Kandidat für dein Bossing-Programm sich noch immer zur Wehr setzen oder gar zum Betriebsrat gehen, heißt das gar nichts. Mit ein bisschen Diffamierung lässt sich einrichten, dass Betriebsrat und ehemaliges Team der Zielperson nur verständnislos die Köpfe schütteln.

Fazit: Wer Bossing beherrscht, braucht nie wieder Zeit mit dem Schreiben von Kündigungen zu verbringen. Früher oder später geht die Zielperson von alleine.

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