Finanzen   20.3.2018

PKV-Beiträge in der Steuererklärung richtig absetzen

Gut versichert – steuerlich absetzen

Der Gesetzgeber räumt sowohl Angestellten als auch Selbstständigen verschiedene Möglichkeiten ein, um die Steuerlast zu senken. Zu den absetzbaren Posten zählt auch die private Krankenvorsorge. Ein Blick auf die Regelungen weist den Weg, wie Du PKV-Beiträge in der Steuererklärung richtig absetzen kannst.

PKV-Beiträge in der Steuererklärung richtig absetzen

PKV-Beiträge in der Steuererklärung richtig absetzen

Alles was Du absetzen kannst

Genauso wie die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung kannst Du auch Beiträge für die PKV geltend machen. Als absetzbare Vorsorgeaufwendung gilt nach den Vorgaben des Gesetzgebers die so genannte Basisabsicherung. Diese kannst Du in Deiner Steuererklärung unter der Position Sonderausgaben in voller Höhe geltend machen. Auch die Versicherungsbeiträge, die Du für Deine Familie aufwendest, gehören dazu. Darüber hinaus erkennt das Finanzamt auch Deine Beiträge zur Pflegeversicherung in voller Höhe an. Beim Absetzen von PKV-Beiträgen musst Du die drei folgenden Kriterien berücksichtigen:

  • Basisabsicherung
  • Selbstbehalt
  • Beitragsrückerstattung

Basisabsicherung

Die Beiträge für Deine private Krankenversicherung kannst Du in Höhe der Basisabsicherung von der Steuer absetzen. Das bedeutet, dass Du die Kosten für Deine Beiträge in der Höhe geltend machen kannst, die dem Niveau der gesetzlichen Krankenkasse entspricht. Zur Basisversicherung gehören nicht die so genannten Mehr- oder Zusatzleistungen, die die privaten Krankenkassen bieten. Beiträge, die Du für Mehrleistungen, wie zum Beispiel für Heilpraktiker-Behandlungen, das Einzelzimmer im Krankenhaus oder die Behandlung durch den Chefarzt an Deine PKV bezahlst, kannst Du steuerlich nicht geltend machen. Diese Beiträge musst Du vor der steuerlichen Geltendmachung von Deinen gezahlten Beitragssummen abziehen.

Selbstbehalt

Der Selbstbehalt regelt, dass Du Ausgaben für bestimmte Behandlungen aus eigener Tasche übernimmst. Im Gegenzug sinkt Dein Krankenkassenbeitrag. Kosten für Behandlungen, die Du aufgrund einer Selbstbehalts-Regelung aufgewendet hast, fallen nicht unter die Absetzbarkeit der Krankenkassenbeiträge.

Beitragsrückerstattung

Zahlreiche Versicherungen bieten ihren Mitgliedern Beitragsrückerstattungen an, wenn sie bestimmte Leistungen innerhalb eines Kalenderjahres nicht in Anspruch genommen haben. In einem solchen Fall mindern die Rückerstattungen Deine geleisteten Beiträge entsprechend. Damit Du die PKV-Beiträge in der Steuererklärung richtig absetzen kannst, musst Du vor der Geltendmachung sämtliche Erstattungen durch Deine Kasse von Deinen geleisteten Beiträgen abziehen.

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PKV-Beiträge in der Steuererklärung richtig absetzen – Berechnung

Die so genannte Krankenversicherungsbeitragsanteil-Ermittlungsverordnung KVBEVO regelt die Art und Höhe von Beiträgen zur Krankenversicherung, die Du steuerlich absetzen kannst. Die Rechnung, die die KVBEVO vorgibt, damit Steuerzahler ihre PKV-Beiträge in der Steuererklärung richtig absetzen können, ist recht kompliziert. Wenn nicht Dein Steuerberater die Berechnung vornimmt, dann hilft auch die Krankenkasse: die privaten Krankenkassen überlassen ihren Versicherten eine jährliche Bescheinigung des Basisbeitrags. Diese kannst Du als gesicherten Beleg für die Angabe Deiner absetzbaren Kosten verwenden. Die Berechnung basiert auf einem Punktesystem. Vor der Berechnung zieht die Kasse sämtliche Mehrleistungen von den jährlich geleisteten Beiträgen ab. Entspricht der Rest der Basisversorgung, kannst Du ihn in voller Höhe absetzen. Enthält der Rest jedoch immer noch bestimmte Zusatzleistungen, dann teilt ihn die Kasse erneut auf. Bei der Berechnung weist die Kasse bestimmten Leistungen genau festgelegte Prozentpunkte zu.

Bremse der Absetzbarkeit – Maximalbeträge

Das Bürgerentlastungsgesetz, das Dir die Absetzung Deiner Krankenkassenbeiträge ermöglicht, hat der Entlastung zugleich eine Grenze gesetzt. In der Steuererklärung dürfen Angestellte demnach ihre Kosten für die Krankenversicherung höchstens in einer Höhe von bis zu 1.900 Euro geltend machen. Selbstständige hingegen können bis zu 2.800 Euro an geleisteten Beiträgen für ihre Krankenversicherung steuerlich absetzen.

Minderung der Absetzbarkeit durch weitere Vorsorge

Wer neben seiner Krankenversicherung noch mehr Vorsorgeleistungen absichert, wie zum Beispiel eine Berufsunfähigkeitsversicherung, muss diese zusammen mit den Beiträgen für seine Krankenversicherung veranlagen. Die Gesamtsumme aller Vorsorgeaufwendungen fällt dann unter die Deckelung der Maximalbeträge. Auf diese Weise mindern zusätzliche Vorsorgeleistungen die Höhe der absetzbaren Beiträge für die Krankenversicherung.

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