Finanzen   20.3.2018

Profilier‘ dich – Interview mit Gerhard Schneider von HappyFreelancer

Differenzieren statt Kopieren: HappyFreelancer hilft dir dabei, schnell und einfach passgenaue Bewerbungen und Angebote zu erstellen. Diese Woche erzählt uns Gerhard Schneider, der Gründer und Geschäftsführer von HappyFreelancer, wie er das Leben von Freelancern mit seiner App erleichtert und sie „happy“ macht!

Gerhard Schneider von HappyFreelancer

Gerhard Schneider von HappyFreelancer

Hallo Gerhard, stell dich und dein Unternehmen „HappyFreelancer“ unseren Lesern bitte kurz vor!

Nun, wir – das Team – sind selbst Freiberufler oder haben früher als Freiberufler gearbeitet. Wir wissen daher ziemlich genau, wieviel Zeit und Nerven die Profilpflege und die Erstellung von Angeboten kosten. Und da ich mich seit zwanzig Jahren mit der Optimierung von Entwicklungsprozessen befasse, fallen mir ineffiziente Abläufe immer sofort ins Auge.

Die HappyFreelancer-App haben wir auf den Markt gebracht, um den Profilpflege- und Angebotsprozess für Freelancer zu vereinfachen. Sie können damit einerseits sehr ausführlich ihre Tätigkeiten beschreiben, andererseits aber auch kompakte, zielgerichtete Angebote erstellen. Damit können sie sich differenziert im Markt darstellen und ihr Profil kontinuierlich pflegen.

Logo HappyFreelancer

Wie kam es zu der Idee, eine Freelancer App zu entwickeln?

Das Profil aktualisiert man ja immer nur dann, wenn’s sein muss. Dann überlegt man, was sich alles seit dem letzten Update getan hat. Man muss formulieren, formatieren, Absätze hin- und herschieben, um die für den Job geforderten Aspekte hervorzuheben. Fehler passieren, man muss korrigieren, usw., usw. Dazu kommt der Zeitdruck, der mittlerweile immer größer wird.

Wir glauben, dass das alles andere als professionell ist. Solange man ein Dokument pflegt, hat man aber auch gar keine andere Chance. Dahinter steckt nämlich ein Zielkonflikt: Einerseits das Bedürfnis, sein Arbeitsleben so aussagekräftig wie möglich zu dokumentieren – schließlich weiß man nie, welche Bedeutung eine Tätigkeit bekommen kann, die man heute abgeschlossen hat. Andererseits die Notwendigkeit, nur die für eine ausgeschriebene Position relevanten Kompetenzen deutlich zu machen und alles andere hintenan zu stellen oder gar wegzulassen.

Weil wir auf dem Markt nichts gefunden haben, was diesen Zielkonflikt lösen kann, haben wir eine Umfrage durchgeführt – und die hat uns gezeigt: das Problem existiert. Also haben wir eine App entwickelt, die das leistet, was wir schon immer gebraucht hätten.

Wobei unterstützt eure HappyFreelancer-App Freiberufler im Alltag, mal abgesehen von der Profilpflege?

Die Frage spiegelt ein Verständnis, wie wir es häufig antreffen: das Profil wird als notwendiges Übel angesehen. Dabei steckt in der Pflege des Profils enorm viel Potential: ich behalte damit den Überblick über alles, was ich getan habe, was ich an Fähigkeiten benötigt habe, was ich an Kontakten aufgebaut habe, was ich an Ergebnissen produziert habe. Auch in Zeiten von Sozialen Netzwerken muss ich für mich selbst einen Überblick über mein eigenes Arbeitsleben behalten.

Je länger man Freelancer ist, desto schwieriger wird das. Zumal ich ja nicht alles gleich veröffentlichen möchte, wenn ich für mich selbst Klarheit und Übersicht schaffen will. Und was auch immer unterschätzt wird: ich weiß heute doch noch gar nicht, ob etwas zukünftig relevant werden kann. Wenn ich es heute aber nicht festhalte, habe ich es morgen möglicherweise nicht mehr zur Verfügung.

Mit der HappyFreelancer-App kann jeder Freelancer alles, was er tut, erfassen, strukturieren, differenzieren, detailliert beschreiben. Er hat eine einzige Quelle, die er pflegt, kein Chaos aus unzähligen Dokumenten mit Profilvarianten.  Ob Ausbildungen, Vorträge, Anstellungen, Aufträge – völlig egal. Ansprechpartner in Unternehmer, Übersichten aller Informationen – kein Problem. Und dabei muss er erst einmal keine Schere im Kopf anlegen.

Mit den so genannten „Profilschnitten“ kann er dann die Aktivitäten klassifizieren und damit unterschiedliche Differenzierungen aufbauen – z.B. nach Rolle, nach Branche, wonach auch immer. Auf Basis dieser Profilschnitte kann er dann jederzeit Angebote erstellen.

Im Angebotsmanagement kann ich unterschiedliche Leistungen mit unterschiedlichen Konditionen versehen – mehr Flexibilität geht nicht. Und für alle Angebote kann ich deren Status pflegen und somit über die Zeit feststellen, welche Kanäle besser und welche weniger gut funktionieren.

HappyFreelancer ist also weit mehr als eine App – es ist ein umfassendes Managementsystem, das meine Selbstvermarktung revolutioniert.

Was sind die häufigsten Fehler beim Einstellen und Pflegen von Profilen, die von Freiberuflern immer wieder begangen werden?

Jeder Freelancer ist ein Profi – also sollte er auch professionell anbieten. Wenn ich nur eine Mail mit meinem Profil versende, vergesse ich möglicherweise, dass ich damit ein Angebot mache.

Ein solches Angebot sollte ein Verfallsdatum haben, es sollte Konditionen besitzen, die zu der angebotenen Leistung passen, es sollte rechtliche Aussagen treffen – kurz: es sollte zumindest minimale AGBs umfassen.

Viele Freelancer glauben, dass durch einen zwischengeschalteten Vermittler Themen wie Marketing und Sales erledigt sind – ich halte das für einen Irrglauben, denn sowohl den Vermittlern, als auch dem Endkunden gegenüber muss ich mich zielgerichtet und vor allem differenziert verkaufen.

Viele Freelancer machen sich auch gar nicht klar, was sie eigentlich können, und wie sie sich im Wettbewerb abheben. Wie soll mich ein Vermittler gut beim Kunden positionieren, wenn ich mich selbst nicht klar positionieren kann? Zumal man fast nie nur eine Position einnehmen kann – das macht es nicht einfacher.

Wie unterscheidet sich HappyFreelancer von anderen Freelancer Portalen in Deutschland wie beispielsweise Freelancermap, Twago oder Freelancer.de?

Wir haben bewusst daraufgesetzt, eine App zu entwickeln, die man auch ohne Netzwerkanbindung im Zug, im Hotel oder auf der Berghütte nutzen kann. Schließlich reflektiert man sich und seine Arbeit am besten, wenn man ganz weit weg von jeder Arbeit ist.

Und wir wollen, dass ein Freelancer vertrauensvoll alles erfassen kann, was er für wichtig hält, ohne sich über Datenschutz, öffentliche Darstellung oder dergleichen Gedanken machen muss.

Und da ich ja primär mein eigenes Arbeitsleben, meine Arbeitshistorie damit verwalte – warum sollte ich dieselben Inhalte mehrfach pflegen und duplizieren wollen, wenn ich alles aus einer einzigen Quelle bedienen kann, die ich selbst vollständig unter Kontrolle habe?

Die App unterstützt den Selbstmanagement-Prozess ein ganzes Stück vor den vorhandenen Lösungen und ist damit in ihrer Art einzigartig.

Was kostet die HappyFreelancer App eigentlich? Und wie erfolgt die Abrechnung – pro Mitgliedschaft und/oder pro Provision?

Die App schafft einen großen Nutzen für jeden Freelancer – sie ist das Managementtool für mein Arbeitsleben. Sie spart Zeit, sie erlaubt mir neue Differenzierungsmöglichkeiten, sie ermöglicht mir einen rundum professionellen Auftritt. Sie beschleunigt meinen Angebotsprozess. Sie macht mich effizienter.

Natürlich können wir die App nicht kostenlos anbieten. Da wir aber wollen, dass keiner die Katze im Sack kaufen muss, kann jeder die App kostenlos nutzen – lediglich der Versand, das Speichern des Angebots außerhalb der App und der Druck von Profilen und Angeboten ist nicht möglich.

Das alles kann über einen In-App-Kauf mit einem sehr fairen Preismodell freigeschaltet werden: ein Monats-, ein Quartals- und ein Jahresabo – letzteres mit deutlichem Preisvorteil. Die Kosten pro Jahr betragen dann weniger als 50€.

Gibt es die Happy Freelancer App nur in Deutschland oder bietet ihr die Dienste auch in anderen Sprachen und Ländern an?

Wir starten in Deutschland, weil wir diesen Markt am besten kennen. Die App ist aber grundsätzlich mehrsprachig entwickelt, so dass wir jederzeit auch in andere Märkte gehen können. Der oben erwähnte Zielkonflikt stellt sich ja nicht nur hierzulande…

Wie überzeugt ihr Freelancer von eurer App und was sind eure wichtigsten Marketingkanäle?

Das beste Marketing sehen wir in einer soliden, dauerhaften Kundenbeziehung.

Deswegen haben wir eine einfache Botschaft: Probiert es kostenlos aus. Ohne Risiko.

Gebt uns Feedback, wenn ihr etwas verbessert haben wollt. Wir wollen uns keine teure Marketingkampagne leisten, weil wir unsere Ressourcen gezielt für die Weiterentwicklung der App und für zusätzliche Services nutzen wollen.

Wir glauben an eine faire Partnerschaft mit euch, unseren Nutzern, weil wir euch bei eurer Vermarktung helfen wollen. Daher ist uns euer Feedback wichtig, und wir geben euch Rückmeldung, damit wirklich transparent wird, wie wir damit umgehen.

Kurz: Wir sind happy, wenn ihr happy seid!

Vor welchen Problemen stehen Freiberufler und Selbständige bei der Akquise von neuen Projekten oder Kunden am häufigsten? Welche Vorteile bieten Apps wie HappyFreelancer?

Die HappyFreelancer-App ist mit ihrem Leistungsumfang ziemlich einmalig, von daher kann ich mich mangels Vergleich nur auf sie beziehen.

Was bedeutet denn der eingangs erwähnte Zielkonflikt in letzter Konsequenz? Biete ich mit einem kurzen Profil an, fallen möglicherweise wichtige Aspekte unter den Tisch. Biete ich mit einem langen Profil an, verwässere ich meine Expertise für den konkreten Job. Erstelle ich jedes Mal ein passendes Profil, muss ich unheimlich viel Aufwand investieren, der sich möglicherweise nicht auszahlt.

Als Freelancer stehe ich im Wettbewerb – meine Leistungen bieten andere wahrscheinlich ähnlich an, vielleicht zu einem günstigeren Preis. Warum sollte ein Kunde also genau mich auswählen? Das erfordert von mir eine Investition – die darf aber nicht zum Zeitpunkt des Angebots erfolgen, sondern muss kontinuierlich, in kleinen Schritten passieren. Dazu muss ich mir ziemlich viel überlegen, und das immer wieder aufs Neue.

Mit ihrem Zwei-Phasen-Konzept – der Trennung von Pflege und Angebot – erlaubt die HappyFreelancer-App genau diese Differenzierung, den Spagat zwischen „kompakt“ und „aussagekräftig“.

Damit bekomme ich völlig neue Möglichkeiten an die Hand, mich zielgerichtet zu präsentieren – Möglichkeiten, die ein Freelancer bislang so nicht hat.

Wie bewertest ihr den Freiberufler Markt in Deutschland? Welche Branchen werden in den nächsten Jahren boomen?

Ich denke, da lässt sich keine allgemeine Aussage treffen.

Einerseits gibt es einen immer größer werdenden Bedarf für Experten in den Unternehmen, der immer schwieriger zu decken ist. Auf der anderen Seite läuft die Gesetzeslage diesem Bedarf zuwider.

Es steht für mich außer Frage, dass Arbeitnehmer in vielen Branchen und unterhalb einer gewissen Einkommensgrenze geschützt werden müssen. Der Gesetzgeber geht aber gerade mit dem Rasenmäher an dieses Thema heran, und halte ich für problematisch. Genossenschaften wie 4freelance leisten hier bei der Vertretung der Freelancer-Interessen wichtige und ausgezeichnete Arbeit. Ich glaube, dass solche Organisationsformen eine hervorragende Option für Freelancer darstellen, und ich gehe davon aus, dass sie zukünftig ein stärkeres Gewicht bekommen werden.

Ein anderes kniffliges Thema für Freiberufler ist die Kalkulation von Stunden- oder Tagessätzen. Was ist deiner Meinung nach die beste Methode?

Ach ja, die Preisdiskussion… Wenn ich einen Discounter-Akku-Bohrschrauber für 50 EUR kaufe, dessen Akku nach 20 Benutzungen schlapp macht, ist das dann für mich besser, als ein Markengerät für 100 EUR zu kaufen, dessen Akku fünfmal so lange durchhält? Ich persönlich habe mich zweimal über die Billiggeräte geärgert, bevor ich mir den guten gekauft habe.

Bei der Bezahlung von Freelancern ist der Preis die alles dominierende Frage – oft sogar, bevor überhaupt ernsthafte Gespräche über die Inhalte des Kundenprojekts stattfinden. Unabhängig von der Frage, ob das wünschenswert oder sinnvoll ist, stellt sich für den einzelnen Freelancer die Frage, wie er unter diesen Umständen seinen Wert für den Kunden möglichst gut darstellen kann.

Letztlich muss der Kunde beurteilen können, warum genau ich der perfekte Kandidat für genau diesen Job bin. Das ist die Anforderung an mein Angebot – je besser ich die erfüllen kann, desto besser werden meine Chancen. Auch die, einen vernünftigen Preis zu erzielen.

Bislang war diese Anforderung nur schwer zu erfüllen – das ändert sich mit der HappyFreelancer-App!

Wo wollt ihr mit eurer App noch hin? Was sind eure Visionen und worauf dürfen sich die Nutzer freuen?

Wir haben noch einiges vor. Die App ist nur der Anfang, und wir werden sie noch weiter ausbauen und ausgestalten, damit sie unseren Freelancern soviel Nutzen wie möglich bringt. Über unsere Ideen können wir an dieser Stelle nicht allzu viel verraten, aber unsere Nutzer dürfen sicher sein, dass wir anders denken – nämlich aus der Perspektive eines Freelancers – und sich das auch in den App-Features und den weiteren Entwicklungen ausdrücken wird.

Was wir aber sagen können: wir werden auch einige Services rund um das Profil anbieten. Beispielsweise liefern wir in der App bereits vorgefertigte Layouts für die Profilgestaltung mit, damit jeder Nutzer sofort loslegen kann. Viele Freelancer haben aber ein eigenes Corporate Design, und für diejenigen werden wir bald ein attraktives Angebot haben, damit sie ihre CD mit der App nutzen können. Wir werden auch die technische Spezifikation der Layouts offenlegen, dann können die Experten unter unseren Nutzern die Layouts auch selbst gestalten.

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