Finanzen   28.12.2017

Rechnungen zum Jahreswechsel und ihre steuerliche Behandlung

Wenn Rechnungen zum Jahreswechsel versandt werden, finden mehrere steuerliche Vorgaben ihre Anwendung. Für den Fall einer Rechnung im neuen Jahr, Leistung im alten Jahr musst Du verschiedene Kriterien beachten.

  1. Fall 1: Rechnung im neuen Jahr, Leistung im alten
  2. Der große Unterschied – EÜR gegen Bilanz
  3. Unterschied Bilanz und EÜR
  4. Fall 2: Leistung im alten Jahr, Rechnung im neuen Jahr
  5. Bedeutung für die Bilanzierung

Fall 1: Rechnung im neuen Jahr, Leistung im alten

Die Steuergesetzgebung legt die Pflichten für die steuerliche Abrechnung in zeitliche Perioden fest. Dafür gilt das so genannte Wirtschaftsjahr, das sich nach dem Kalenderjahr ausrichtet. Wenn Du innerhalb eines Wirtschaftsjahres eine Leistung erbringst und Deine Rechnung stellst, die Dein Kunde darüber hinaus im gleichen Abrechnungszeitraum bezahlt, dann gelten die regulären Vorschriften für die Steuer. Deine Einnahme behandelst Du gemäß der beiden Steuerarten Einkommenssteuer und Umsatzsteuer. Schwierig wird es unter Umständen erst dann, wenn der Leistungszeitpunkt, Rechnungsdatum und Rechnungsbegleichung in unterschiedliche Wirtschaftsjahre fallen.

Rechnungen zum Jahreswechsel

Rechnungen zum Jahreswechsel: Wenn du eine Rechnung im neuen Jahr schreibst, aber die Leistung im letzten Jahr erfolgte, musst du einiges beachten.

Der große Unterschied – EÜR gegen Bilanz

Wie Du den Umstand  – Rechnung im neuen Jahr, Leistung im alten – steuerlich behandeln musst, hängt davon ab, wie Du Deine Buchführung grundsätzlich zu führen hast. Denn die Behandlung der Schnittstelle Jahreswechsel unterscheidet sich grundsätzlich darin, ob Du für Dein Unternehmen eine Bilanz oder eine Einnahmenüberschussrechnung, kurz EÜR erstellen musst.

Bilanz mit doppelter Buchführung

Unternehmen, die einen Handelsregistereintrag erfordern, müssen ihre Buchhaltung mit doppelter Buchführung gestalten. Die doppelte Buchführung bezeichnet die Bilanzierung oder die kaufmännische Buchführung. Das Finanzamt verpflichtet folgende Unternehmen zur Erstellung einer Bilanz

  • Kaufleute
  • Handelsgesellsschaft oHG
  • Kommanditgesellschaft KG
  • Aktiengesellschaft AG
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung GmbH
  • Haftungsbeschränkte Gesellschaft UG

Für die Bilanzierung muss das Unternehmen einen Jahresabschluss erstellen. Dieser besteht aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und einem Anhang mit Ausführungen.

Einnahmenüberschussrechnung – EÜR

Grundsätzlich können Einzelunternehmer oder eine GbR sowie Freiberufler eine EÜR erstellen. Zu den freien Berufen gehören neben weiteren

  • Rechtsanwälte,
  • Ingenieure,
  • Architekten,
  • Wirtschaftsberater,
  • Steuerberater,
  • Ärzte,
  • Heilpraktiker,
  • Krankengymnasten,
  • Journalisten,
  • Übersetzer,
  • Texter und Grafiker,
  • Fotografen,
  • Künstler,
  • und andere

Darüber hinaus können Einzelunternehmer und Unternehmen mit einem Gewinn bis zu 60.000 Euro bzw. einen Umsatz von bis zu 600.000 Euro pro Jahr eine EÜR erstellen.

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Rechnungen zum Jahreswechsel – Unterschied Bilanz und EÜR

Der entscheidende Unterschied in der Gestaltung der Bilanzierung und der Buchhaltung für die EÜR ist der Zeitpunkt, dem die jeweilige Buchführungsart die Einnahmen, Ausgaben und Leistung zuordnet.

EÜR – Zufluss- und Abflussprinzip

Für die EÜR gilt das Prinzip von Zufluss und Abfluss. Für die Buchung ist der Zeitpunkt des Geldeingangs entscheidend. Dabei ist es unbedeutend, wann Du Deine Leistung erbringst und wann eine Forderung oder Verbindlichkeit entsteht. Die EÜR ist damit erheblich einfacher umzusetzen, als die Bilanzierung.

Bilanzierung – periodische Abgrenzung ins Wirtschaftsjahr

Bei der doppelten Buchführung musst Du jeden Vorgang im Unternehmen doppelt erfassen. Die Kosten oder Einnahmen ordnet die doppelte Buchführung jeweils dem Wirtschaftsjahr des Nutzungszeitraums zu. Sie grenzt Ein- und Ausnahmen periodisch im Wirtschaftsjahr ab.

Fall 2: Leistung im alten Jahr, Rechnung im neuen Jahr

Behandlung der Rechnung über den Jahreswechsel bei EÜR

Wenn Du eine EÜR für Deine Steuererklärung erstellst, dann musst Du bei der Rechnung zum Jahreswechsel den Umstand – Rechnung im neuen Jahr, Leistung im alten – nicht weiter berücksichtigen. Du ordnest Deinen Zahlungseingang oder Deine Ausgabe genau dem Wirtschaftsjahr zu, in dem Dein Kontoauszug die dazugehörige Buchung aufweist.

Rechnung im neuen Jahr, Leistung im alten bei Bilanzierung

In der doppelten Buchführung gilt eine Rechnung, die sich auf eine Leistung aus dem Vorjahr bezieht, als so genannter antizipativer Posten der Rechnungsabgrenzung. Der Paragraph 250 des Handelsgesetzbuches sieht vor, wie diese Posten zu behandeln sind. In der Handelsbilanz und der Steuerbilanz musst Du diese als sogenannte Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten bilanzieren.

Rechnungen zum Jahreswechsel – Bedeutung für die Bilanzierung

In der doppelten Buchführung gehört das Entgelt für eine Leistung in die Gewinn- und Verlustrechnung des Wirtschaftsjahres der Leistung. Die Rechnungssumme gehört in die Bilanz des alten Jahres, wenn der Leistungszeitpunkt im Wirtschaftszeitraum des alten Jahres gelegen ist, auch wenn der Betrag erst im neuen Jahr in Rechnung gestellt und erst dann bezahlt werden wird. Anders behandelst Du die Umsatzsteuer. Diese kommt in die Bilanz des Zeitpunktes ihrer Fälligkeit.

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