Finanzen   22.8.2018

Richtig Angebote schreiben – Was muss ich als Handwerker beachten?

Auf der ist das Schreiben von Angeboten meist unerlässlich. Um mit einem gut formulierten Angebot auf sich aufmerksam zu machen, benötigt der potentielle Kunde bestimmte Informationen über die Arbeit und natürlich über die Kosten. Damit die Formulierung eines Angebots gelingen kann, müssen Dienstleister einige entsprechende Recherchen und Vorüberlegungen zum Auftrag durchführen.

richtig angebote schreiben

Um als Handwerker gute Angebote zu schreiben ist mehr nötig, als nur ein Laptop. Hier erfährst Du, wie es Dir gelingt. (Bild © pexels.com)

Nicht nur der wirtschaftliche Erfolg deines Unternehmens spielt eine große Rolle, sondern auch der Ruf der eigenen Firma, eventuelle Folgeaufträge, neue Kunden und vielleicht sogar der Einstieg in neue Geschäftsfelder.

Hierbei kann sich auch die Preisgestaltung entsprechend verändern. Wenn nämlich der Kunde kurzfristig noch weitere Dienstleistungen in Anspruch nehmen möchte, kann über einen Preisnachlass nachgedacht werden.

Bevor du ein Angebot richtig schreibst, sind bestimmte Punkte zu berücksichtigen.

Kann ich (mir) den Auftrag leisten?

Wenn dir dein Kunde eine vorgegebene Zeit angibt, solltest du vorerst die Überlegung angehen, ob du den Auftrag überhaupt leisten kannst. Auch der Umfang sowie die geforderte Qualität solltest du berücksichtigen. Sofern du bist, indem du dich an deinen Zeitplan hältst, wirst du auch künftig davon profitieren können. Eben deshalb benötigt es vorherige Überlegungen, um ein passendes und realistisches Zeitmanagement zu realisieren.

Mit vorheriger und anschließender Kalkulation Abläufe vereinfachen

Oftmals ähneln sich Aufträge untereinander. Wenn Kunden dich beispielsweise weiterempfehlen oder ein Fachmann für eine bestimmte Arbeit immer eingeteilt ist, betrifft dies meist ähnliche Leistungen. So können auch die unterschiedlichen Abläufe besser geplant werden und du kannst außerdem vergleichbare Angebote aus der Vergangenheit als Kalkulationsgrundlage nutzen. Es wird dir helfen Vorlagen für neue Angebote zu erstellen.

Tipp: Achte auf eine Nachkalkulation, die du nach jeder getaner Arbeit immer notieren solltest. Dann siehst du nämlich auch, ob du bei vorherigen Aufträgen richtig kalkuliert hast und ein Auftrag auch erfolgreich abgeschlossen wurde. Gegebenenfalls kannst du Preise entsprechend angleichen.

Schwierig zu kalkulieren?

Nach deinen ersten oder längerfristigen Erfahrungen, solltest du abwägen, ob eventuelle Umstände bei der Kalkulation auftreten könnten und eventuell noch zusätzliche Maßnahmen erfordern. Hier musst du damit rechnen, dass deine Arbeit dementsprechend aufwändiger und zum Teil zeitintensiver und teurer machen.

Beispiele: Eine Stromleitung wurde nicht richtig gekennzeichnet und die Leitung verläuft anders oder Schimmel ist unter alten Bauteilen zu sehen.

In solchen Fällen solltest du vorbereitet sein. Achte darauf, dass du für unverschuldet auftretende Mehrarbeit nicht aufkommen musst. Das formulierst du dann in deinem Angebot zum Beispiel so: “Für unvorhersehbar anfallende Arbeiten berechnen wir …Euro pro Stunde.”

Diese Inhalte dürfen in deinem Angebot nicht fehlen

Wenn ein Angebot erstellt wird, muss auf nur wenige rechtliche Vorgaben geachtet werden. Trotzdem sollten umfangreiche Informationen angegeben werden, damit auch später keine Unklarheiten auftreten. Folgende Elemente solltest du bei der Erstellung deines Angebots berücksichtigen:

  1. Angebotsnummer
    Wie bei einer Rechnungsnummer, empfiehlt sich auch eine Angebotsnummer um eine schnelle Zuordnung zu ermöglichen.
  2. Ansprache
    Eine direkte Anrede im Betreff ist immer persönlicher als Formulierungen wie “Sehr geehrte Damen und Herren”. Zeig deinem Kunden, dass du ihn kennst und nutze die direkte Anrede.
  3. Einleitung
    Beginne dein Angebot mit einem kurzen “danke für Ihre Anfrage bezüglich Ihres Anliegens”. Anschließend kannst du auch schon deine Leistungen anbieten. Der zweite Satz könnte also so anfangen: “In Bezug auf das Gespräch vom 02.05.2018 biete ich Ihnen folgende Leistungen an…”
  4. Genaue Bezeichnung der Arbeit
    Im Angebot sollte detailliert die genaue Leistung aufgeführt werden, also was wird geleistet, was durchgeführt und was geliefert.
  5. Umfang und Menge
    In welchem zeitlichen Umfang wird die Leistung ausgeführt? Und auch die genaue Stückzahl sollte aufgeführt werden.
  6. Zeit
    Wie lange brauchst du für die Leistung? Achte auch darauf, dass die Lieferzeit hinzu kommt.
  7. (Zusatz-)Kosten
    Einzelne Preise der Leistungen und Zwischensumme(n) dürfen im Angebot nicht fehlen. Auch die Mehrwertsteuer gehört dazu. Zusatzkosten, wie Anfahrtskosten, Versandkosten oder ähnliches sind auch im Angebot zu erfassen.
  8. Rabattaktionen
    Bei Neukunden oder größeren Angeboten bieten sich Rabattaktionen sehr gut an. Das könnte die Angebotsannahme des Kunden steigern.
  9. (Liefer-)Datum und Gültigkeit
    Vergiss nicht das Datum des Angebots zu notieren. Wann werden die benötigten Produkte geliefert und wann wird die Leistung beendet sein? Zu welcher Zeit ist dein Angebot zu den Konditionen gültig?
  10. Abschließender Satz
    Schreibe in deinem Schlusssatz, dass dein Unternehmen für Rückfragen immer zur Verfügung steht, um eventuelle Rückfragen zu klären.
  11. AGB
    Verweise am Ende des Angebots noch zusätzlich die AGBs deines Unternehmens.
  12. Bedingungen
    Der Kunde muss außerdem wissen, wann genau die Zahlung nach Erfüllung der abgeschlossenen Arbeit erfolgen muss.
  13. Eigentumsvorbehalt, Ort und Gerichtsstand

Je nach Unternehmen kann die Liste noch weitergeführt werden, wenn es um die Erstellung eines Angebots gibt.

Wenn du ein Angebot erstellst, ist dies im Regelfall rechtlich bindend. Wenn du dir nicht ganz sicher bist, ob du die Leistung in diesem festen Rahmen nicht erfüllen kannst, solltest du stattdessen in dem Fall ein Kostenvoranschlag schreiben. In einem Kostenvoranschlag dürfen die Kosten bis zu 20 Prozent abweichen, sofern die Gründe dem Auftraggeber mitgeteilt werden.

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