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Selbstcoaching: Wie geht’s und was bringt’s?

Coaching ist hip – wo man hinschaut, hat sich gerade wieder jemand als Coach selbstständig gemacht. Doch muss man immer einen Coach engagieren? Was ist denn mit Selbstcoaching? Wie geht das und was bringt das?

Selbstcoaching
Du weißt bei einem Problem nicht mehr? – schon mal an Selbstcoaching gedacht? (Bild © pexels.com)

Selbstcoaching – die Lösung für alles?

Selbstcoaching ist nicht immer die ideale Lösung bei allen Problemen. Oft ist es besser, jemand Unbeteiligtes auf das schauen zu lassen, was dich bedrückt, was dich zurückhält, was dich stört. Unbeteiligte kommen ganz unvorbelastet hinzu, sind nicht emotional involviert und können sich einen sachlichen Überblick über die Situation verschaffen. Doch es gibt eben auch Zeiten, in denen das Selbstcoaching zumindest für den Anfang genügt, um dir wieder Klarheit zu bringen oder dich einer Lösung näherzubringen.

Was ist Selbstcoaching?

Selbstcoaching bedeutet, sich selbst mit Hilfe bestimmter Selbstcoaching Methoden bei bestimmten Fragen zu unterstützen: zum Beispiel um sich der eigenen Situation oder Wünsche nach Veränderung wirklich klarzuwerden. Es kann dir aber auch dabei helfen, dich selbst von deinem aktuellen Ausgangspunkt aus dazu zu bringen, ein bestimmtes Ziel zu erreichen, das bislang unerreichbar schien. Oder du findest Lösungsalternativen für ein aktuelles Problem, schaffst dir deine eigene Entscheidungshilfe, entwickelst neue Strategien für dich oder einfach nur ganz allgemein neue Ideen, auf die du sonst nicht gekommen wärst.

Welche Selbstcoaching Methoden gibt es?

Die Methoden dafür sind vielfältig, und der Zeitrahmen sehr individuell. Eine Brainstorming-Methode mit einer Mindmaperstellung braucht manchmal vielleicht nur zehn Minuten oder eine Stunde. Andere Methoden sind für einen längeren Zeitraum geplant und geben dir Zeit zu reflektieren, neue (Denk-) Wege zu probieren oder schon die ersten Schritte umzusetzen.

Was muss man für Selbstcoaching können?

In erster Linie musst du dir selbst genau zuhören und auf deine Körpersignale achten können. Du musst dich selbst ernst nehmen, ganz ehrlich zu dir sein und dir die Möglichkeit geben, auch mal gedanklich ganz wild herumzuspinnen. Und, auch nicht ganz unwichtig, du musst dir Zeit nehmen können, um in den Momenten, in denen du im Selbstcoaching arbeitest, dies auch in Ruhe und konzentriert tun zu können.

Wie gehst Du beim Selbstcoaching vor?

Ziel festlegen

Bei jeder Problem- oder Fragestellung musst Du Dir zuallererst über zwei Dinge klar werden: Was genau soll das Ziel sein, das du mit dem Selbstcoaching anpeilst? Und vom Ziel rückwärts aus gesehen: an welchem Punkt stehst du gerade im Hinblick auf das Thema, um das es dir geht?

Ziele für das Selbstcoaching können zum Beispiel sein: 

Lege dein Ziel am besten schriftlich fest. Selbstcoaching kann nur funktionieren, wenn du auf ein ganz klares Ziel hinarbeitest. Ob du es am Ende erreichen wirst, hängt von mehreren Faktoren ab, aber du wirst es nie erreichen, wenn du es dir gar nicht erst setzt.

Ausgangspunkt definieren

Erst wenn du dein Ziel festgelegt hast, kannst du deinen Ausgangspunkt definieren. Das mag zunächst banal klingen, denn wahrscheinlich ist der Ausgangspunkt das genaue Gegenteil von dem, was du dir als Ziel gesetzt hast. Doch hier kannst du etwas ausführlicher werden.

Frage Dich zum Beispiel:

  • Was genau stimmt nicht?
  • Woran merkst du, dass etwas nicht stimmt oder nicht funktioniert?
  • Warum hast du diesen Wunsch oder dieses Ziel?
  • Wie lange hast du das Ziel schon vor Augen, bist es aber noch nicht angegangen?
  • Warum bist du es noch nicht angegangen? Was hat dich bislang daran gehindert?
  • Wer genau ist Teil deines Problems?
  • Wie haben die anderen, die Teil des Problems sind, bisher darauf reagiert?
  • Welche Auswirkungen hat das auf dich, deine Gesundheit, deine Arbeit, auf die anderen, auf dein Unternehmen, deine Familie (oder was immer hier zutrifft)?

Dies sind nur einige Fragen, die dir helfen können, deine Ausgangssituation zu erkennen. Wichtig dabei ist, dass du wirklich ehrlich zu dir bist, dass du nicht, um vor dir selbst gut dazustehen, manche Dinge auslässt oder beschönigst – du wirst am Ende doch nur feststellen, dass du dich selbst belogen hast. Und das ist nicht das Ziel des Selbstcoachings.

Bei Bedarf professionelle oder externe Hilfe suchen

Wenn du merkst, dass dich allein schon die Suche nach Ziel und Ausgangspunkt stark belastet, such dir professionelle Hilfe. Du musst so etwas nicht alleine machen, du kannst dir jederzeit Hilfe von außen dazuholen. Wenn du jedoch nur ins Stocken kommst und deshalb die Suche nach Ziel oder Ausgangspunkt schleifen lässt, dann setz dir versuchsweise einen realistischen Termin oder mehrere, bis zu denen du diesen Schritt gemacht haben kannst. Im Zweifel kannst du jemanden einweihen, der zu den festgelegten Terminen nachprüft oder nachfragt, ob du das geschafft hast, was du dir vorgenommen hast. Das kann sehr gut helfen, den inneren Schweinehund zu überwinden. Wenn das aber alles nichts bringt, dann ist es entweder Zeit, dir einen professionellen Coach zu suchen, oder das Thema noch eine Weile ruhen zu lassen. Manchmal ist es einfach nicht der richtige Zeitpunkt für so etwas.

Selbstcoaching am Beispiel der Leiter-Methode

Nachdem du dir über dein Ziel und deine aktuelle Situation klar geworden bist, musst du dir für den nächsten Schritt im Selbstcoaching die passende Methode aussuchen.

Wann ist die Leiter-Methode für das Selbstcoaching sinnvoll?

Die Leiter-Methode ist für dich passend, wenn dein Vorhaben sehr groß ist, das Ziel schier unerreichbar zu sein scheint, und du dich wie erschlagen fühlst, wenn du daran denkst, wie du den riesigen Graben zwischen jetzt und der Zukunft jemals erreichen sollst. Vielleicht planst du, dich selbstständig zu machen, vielleicht willst du dein Angebot oder deine Produktpalette völlig umstellen, vielleicht willst du noch ein weiteres Unternehmen gründen oder umsatteln auf einen Beruf, der mit deiner jetzigen Tätigkeit nichts zu tun hat.

Was ist die Leiter-Methode?

Stell dir vor, du möchtest von einem Hausdach auf das andere springen, doch die Entfernung beträgt fünfzehn Meter, und du bist kein Känguru. Am Hausdach, auf dem du stehst, lehnt jedoch eine Leiter. Was machst du also? Genau: du kletterst Schritt für Schritt die Leiter herunter, nimmst die Leiter unter den Arm, lehnst sie am Haus gegenüber wieder an und kletterst Sprosse für Sprosse wieder nach oben. Ziel erreicht!

Nun stell dir das erste Hausdach als deine Ausgangssituation vor und das zweite Hausdach als dein neues Ziel. Du kannst es nicht mit einem Satz erreichen, sondern musst die Leiter für dich nutzen, Sprosse für Sprosse hinunter- und dann wieder hinaufklettern. Denn ein Ziel ist immer nur Schritt für Schritt zu erreichen.

Nun schreib dir auf Klebezettel all die kleinen Schritte auf, die notwendig sind, um dein Ziel zu erreichen. Anschließend zeichne dir zwei Leitern auf ein großes Blatt Papier oder auf eine Rolle Packpapier und hefte an jede Sprosse einen dieser Zettel. Stimmt, eine ganz normale Liste würde es auch tun, doch funktionieren solche Bilder bei uns Menschen oftmals besser – und es motiviert dich vielleicht mehr, wenn du die Zettel einen nach dem anderen abnehmen kannst, als wenn du sie nur aus deiner unübersichtlichen Liste streichen kannst.

Tipp zum Weiterlesen: Eine schöne Hilfe für solche Situationen ist das Selbstcoaching mit den „Bärenstarken Fragen“.

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