Recht   31.8.2017

Handyverbot: Kann der Chef private Anrufe im Büro verbieten?

Peter verhandelt mit seiner Autoversicherung wegen eines Unfallschadens. Felix macht einen Arzttermin für seine Tochter aus. Samuel schwatzt ein halbes Stündchen mit seiner Mutter. Was die drei gemeinsam haben: Sie tätigen private Anrufe im Büro. Und das ist nicht in allen Fällen zulässig. Wenn Arbeitnehmer während der Arbeitszeit private Telefongespräche annehmen oder Freunde und Verwandte anrufen, dann ist das aus verschiedenen Gründen für den Arbeitgeber und die Kollegen schädlich:

  • Unter Umständen fallen für die Firma Telefonkosten an.
  • Es stört die Kollegen.
  • Die Arbeit wird nicht fertig.
  • Deadlines können nicht gehalten werden.
  • Es wird nicht die volle Arbeitszeit erbracht, weil der Mitarbeiter mehrere Stunden pro Woche für private Angelegenheiten einsetzt, statt zu arbeiten.

Arbeitszeitbetrug

Zu viel private Erledigungen während der Arbeitszeit, das kann zur Abmahnung oder sogar zur Kündigung führen. Es ist Arbeitszeitbetrug, wenn ein Arbeitnehmer sich während der Arbeitszeit übermäßig mit Privatem beschäftigt.

Handyverbot: Kann der Chef private Anrufe im Büro verbieten?

Unter Umständen gehen private Anrufe im Büro schon in Ordnung. Voraussetzung hierfür: sie müssen kurz gehalten werden und dürfen die Kollegen nicht stören.

Doch wo fängt der Arbeitszeitbetrug an, sind private Anrufe im Büro bereits im roten Bereich?

Es kommt darauf an. Zum einen: Was ist im Betrieb üblich oder gar in einer Betriebsvereinbarung festgelegt. Auch der Arbeitsvertrag ist ein Anhaltspunkt: Kann ein Mitarbeiter private Unterbrechungen zum Beispiel im Rahmen von Gleitzeitkonten einfach wieder ausgleichen? Wie sind die Pausenregelungen? Zum anderen ist die Frage: Um was für private Unterbrechungen handelt es sich und wie lange dauern sie?

3 Beispiele für private Anrufe im Büro

Peter und die Autoversicherung: Peter telefoniert von seinem privaten Handy aus. Er verursacht der Firma keine Kosten. Aber statt nur kurz etwas zu klären, diskutiert er mit seinem Versicherungsvertreter länger herum. Er tut das so laut, dass seine Büronachbarin irgendwann genervt in die Teeküche verschwindet, um ein wenig Bürotratsch auszutauschen. Fazit: Peter legt nicht nur sich mit seinem Telefonverhalten lahm.

Felix telefoniert ebenfalls von seinem privaten Handy aus. Er braucht einen Kieferorthopädentermin für seine Tochter. Die Öffnungszeiten der Arztpraxis liegen so ungünstig, dass er dort außerhalb seiner eigenen Arbeitszeit niemanden erreicht, darum ruft er vom Büro aus an. Das Telefonat dauert drei Minuten. Felix geht dafür auf den Flur, damit er seinen Büronachbarn nicht bei der Arbeit stört.

Samuel wird regelmäßig im Büro von seiner Mutter angerufen. Sie ruft auf seinem Bürotelefon an und hat immer ganz viel zu erzählen. Obwohl Samuel sich zu wehren versucht, schafft er es nicht, sie abzuwimmeln. Eine halbe Stunde geht bei so einem Mutter-Telefonat immer drauf. Da Samuel sehr starre Arbeitszeiten hat, kann er die fehlenden Zeiten nicht nacharbeiten.

Was nun? Wen würdest du als Chefin oder Vorgesetzter auf sein Telefonverhalten ansprechen, weil es der Firma regelmäßig schadet, wenn die Person private Anrufe im Büro erledigt?

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