Lifestyle   09.6.2016

Smalltalk auf Geschäftsterminen

Auf Geschäftsterminen geht es nicht nur um Zahlen und Fakten. Es ergeben sich viele Situationen für ungezwungene Gespräche. Was belanglos wirkt, kann aber wichtig sein, um Kontakte zu knüpfen. Darum solltest du die Bedeutung von Smalltalk auf Geschäftsterminen nicht unterschätzen und dich auf Gespräche in der Kaffeepause oder einer Warteschlange einlassen.

Es gibt Länder, in denen ist Smalltalk bei Geschäftsterminen das Herzstück des kompletten Gesprächs: Es gibt herrliche Anekdoten von deutschen Unternehmern, die beim Termin mit südamerikanischen Partnern schier in Verzweiflung geraten: Das Ende des Meetings naht, und man plaudert immer noch über Familie und Wetter. In manchen Kulturen gilt der Smalltalk nämlich als die eigentliche Grundlage, um eine solide Beziehung zwischen Businesskontakten herzustellen. Dort kann das Gespräch über Belanglosigkeiten gleich Stunden dauern. Die knallharten Verhandlungen finden dort eher unterschwellig statt. Ganz so extrem ist das in mitteleuropäischen Gefilden nicht der Fall. Aber auch hier ist zwischenmenschliches Geschick wichtig, um ein funktionierendes Netzwerk zu pflegen. Doch wie wird er eigentlich erfolgreich – der Smalltalk bei Geschäftsterminen?

Smalltalk bei Geschäftsterminen

Vielen zuwider, doch oft benötigt: der Smalltalk. Eine gute Methode, mit potenziellen Geschäftspartnern ins Gespräch zu kommen. (Bild © pexels.com)

Wer alleine auf eine Tagung fährt, erlebt ganz sicher diese Situation: Du stehst mit der Kaffeetasse in der Hand da und musst dich entscheiden, ob und an welchem Stehtischchen du dich dazu gesellst, obwohl du niemanden kennst. Und worüber dann reden? Smalltalk auf Geschäftsterminen ist aus vielen Gründen wichtig: Kontaktaufnahme, ungezwungener Austausch, um geschäftliche Situationen aufzulockern. Niemand kommt ohne Smalltalk aus. Ein Freelancer, der die ersten Tage inhouse bei einem Kunden arbeitet, spricht in der Mittagspause mit den Teampartnern über Allgemeines. Auf der Firmenweihnachtsfeier fragst du als Vorgesetzter bei deinen Mitarbeitern keine Zahlen ab, sondern plauderst über Hobbys, Familie und das Tagesgeschehen.

Ist das Talent zum Smalltalk bei Geschäftsterminen eine Typfrage?

Natürlich kann man es nicht abstreiten: Es gibt Charaktere, die besonders offen sind und zum geschäftlichen Smalltalk nahezu geboren scheinen. Das heißt aber nicht, das weniger aufgeschlossene Menschen automatisch beim Plaudern versagen. Und dann gibt es ja noch die feine Gratwanderung zwischen Unterhaltsamkeit und Nervensägerei: Zwanghaftes Plappern lässt dem Gegenüber schon mal die Ohren bluten. Vor allem, wenn dieser eigentlich eine straffe Agenda hat, die er besprechen möchte. Wie gelingt es also, mit Fingerspitzengefühl zwischen düsterem Schweigen, nervtötendem Dauergequassel und eisbrechenden leichten Gesprächen zu wählen?

Smalltalk auf Geschäftsterminen: mit Fragen starten

Über Smalltalk auf Geschäftsterminen solltest du nicht lange nachgrübeln. Du solltest locker und ohne großen Stress ins Gespräch kommen. Denke einfach daran: Smalltalk ist kein Pitch! Ich bin, ich will, ich habe: Das sind keine guten Ansätze, wenn es um eine Plauderei in der Mittagspause oder zwischen zwei Fachvorträgen gehen soll. Natürlich kannst du ein Gespräch mit der Frage einleiten, was dein Gegenüber von dem gerade gehörten Podiumsdiskussion hält. Smalltalk kann sich aber auch um viele andere Fragen drehen.

Echtes Interesse zeigen

Wichtig ist, dass du dich auf deine Gesprächspartner einstellst, Fragen stellst, auf die Antworten eingehst.  So entsteht ein echter Gesprächsverlauf. Ist doch selbstverständlich? Schön wär’s! Menschen, die aus jedem kleinen Schwätzchen einen Pitch machen, hast du sicher schon erlebt. Auch Personen, die nur wortkarg antworten, sind dir bestimmt schon begegnet. Sie sind schwer ins Gespräch einzubeziehen.

Ein prima Gesprächseinstieg – vor dem Meeting, in der Seminarpause, nach dem Vortrag, quasi überall – ist eine freundliche Frage nach Befinden und Meinung der anderen Person. Zuhören können ist beim Smalltalk mindestens so wichtig wie die eigenen Äußerungen. Also zeig deinem Gegenüber, dass du ihm gerne zuhörst und an seinem Gesagten interessiert bist.

Wer reine Ja oder Nein-Antworten vermeiden will, stellt von vornherein offene Fragen, die eine ausführlichere Antwort erfordern. Statt „Hatten sie auch Probleme bei der Parkplatzsuche?“ kannst du fragen „Wie sind Sie angereist?“

Wesentlich ist:

  • allgemeine, unverfängliche Themen ansprechen.
  • entspannt bleiben.
  • antworten geben und Gegenfragen stellen.
  • merke dir die Namen, derjenigen, mit denen du geplaudert hast, dann kannst du sie beim nächsten Treffen direkt ansprechen.

Zähne zeigen – aber richtig

Freundlichkeit ist beim Smalltalk oberstes Gebot. Mit einem Lächeln lässt sich nicht viel falsch machen – sofern es kein breites Grinsen ist. Das könnte deinen Smalltalk-Partner nämlich verunsichern: Willst du ihn etwa gerade auslachen? Ein leichtes Lächeln umspielt deinen Mund und wirkt aufgeschlossen.

Keine Angst vor Belanglosigkeit

Scheust du dich, über Belanglosigkeiten zu sprechen, wenn du einen Geschäftskontakt triffst? Hast du das Gefühl, du musst dich während des Smalltalk beim Geschäftstermin besonders geistreich und witzig präsentieren? Unnötig. Smalltalk ist die Kunst des leichten Plauderns. Dabei musst du keine Philosophen zitieren und keine Gedichte aufsagen können. Rede über etwas Naheliegendes: das Wetter, die Umgebung, die Snacks, die gereicht werden, die Anfahrt zum Veranstaltungsort. Das ist vollkommen okay und bietet dem Gesprächspartner die Möglichkeit, ganz einfach auf dein Gesprächsangebot einzugehen.

Äußere dich positiv, gestalte die Atmosphäre damit gut

Es heißt ja, Klatsch am Arbeitsplatz würde verbinden. Das stimmt in gewissem Maße, aber dafür sollte man einander schon etwas besser kennen. Wenn du dich mit einer fremden Person im Smalltalk befindest, solltest du alles Negative beiseite lassen. Die Atmosphäre deines Gesprächs wird automatisch positiver, wenn schlechte Stimmung, Enttäuschung, Abneigung oder ähnliches beim Sprechen ausgelassen wird. Vor allem solltest du vor einer fremden Person niemals etwas Abfälliges über andere Menschen sagen: Erstens fällt eine solche Lästerei auf dich zurück und du könntest unsympathischer wirken, als du verdient hast. Zweitens: Du weißt nicht, ob dein Gesprächspartner nicht in einer Verbindung mit der verspotteten Person steht – Fettnäpfchenalarm!

Besserwisserei hat im Smalltalk nichts verloren

Im leichten Geplauder hat dein Gegenüber etwas Falsches geäußert, sich geirrt, etwas unkorrekt wiedergegeben? Ist egal. Der Smalltalk ist nicht Teil deiner geschäftlichen Verhandlungen – hier ist es völlig gleichgültig, wenn etwas Falsches behauptet wird. Und niemand mag Besserwisser. Überhöre einen Irrtum einfach. Solltet ihr euch mal besser kennenlernen, könnt ihr euch immer noch gegenseitig verbessern – ein anderes Mal.

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