Gründung   19.5.2016

Steuerirrtümer von Gründern: Das kann teuer werden!

Steuerirrtümer sind nicht nur verschusselte Belege oder nicht pünktlich abgegebene Erklärungen. Steuerirrtümer können richtig teuer werden. Gerade Gründer haben erstmal alles andere im Kopf, das ihre Firma voran bringt. Steuern – so glauben viele –  darüber muss man doch erst nach dem ersten Jahr nachdenken, wenn die erste Steuererkläung ansteht, oder? Und das ist der größte Irrtum überhaupt! Über Steuern denkst du am Besten gleich bei der Gründung nach.

Hier unsere Top 3 der unnötigen und unter Umständen sehr teuren Steuerirrümer:

1. Das unterschätzte Einkommen

Es wirkt auf den ersten Blick so praktisch: Niedrige Steuervorrauszahlung bedeutet mehr Liquidität für dich. Denkste! Zwar setzt das Finanzamt im ersten Jahr deine Steuervorrauszahlung gemäß deines geschätzten Einkommens an, aber was ist im Jahr danach? Stellt sich via Steuererklärung heraus, dass du viel mehr eingenommen hast, dann musst du eine hohe Nachzahlung leisten. Dieses Geld möchte die Behörde sofort. Außerdem setzt sie die Vorrauszahlung für das laufende Jahr auf der Stelle herauf – entsprechend deines Vorjahreseinkommens. Und nun? Nun zahlst du für zwei Jahre auf einmal Steuern. Nachzahlung und laufende Zahlungen können deine Liquidität extrem negativ beeinflussen. Wer hier keine Rücklagen hat, kommt schnell in finanzielle Bedrängnis.

Läuft bei Dir? Wer als Gründer erstmal aus dem Vollen schöpft, ohne an Rücklagen für die Steuer oder Vorrauszahlungen zu denken, kann bald auf dem Trockenen stehen.

Läuft bei Dir? Wer als Gründer erstmal aus dem Vollen schöpft, ohne an Rücklagen für die Steuer oder Vorrauszahlungen zu denken, kann bald auf dem Trockenen stehen.

Besser so: Realistische Einkommensschätzung. Außerdem kannst du nachjustieren: Entwickelt sich dein Geschäft viel besser als erwartet, kannst du dem Finanzamt auch im laufenden Jahr mitteilen, dass du die Vorrauszahlungen erhöhen möchtest. Oder du legst das Geld zurück, um es für eine Steuernachzahlung einsetzen zu können. Übrigens ist es auch möglich – wenn ein Jahr nicht gut läuft – die Vorrauszahlungen nach unten zu korrigieren. Formlose Schreiben oder ein Anruf beim Finanzamt helfen in beiden Fällen weiter.

2. Umsatzsteuer? Zahl ich später!

Bei der Umsatzsteuervoranmeldung, die monatlich oder quartalsweise fällig ist, einfach mal nicht alle eingenommenen Beträge angeben, um vorerst liquide zu sein? Wer das für ein Kavaliersdelikt hält, der kann ein böses Erwachen erleben. Es ist keine harmlose Schummelei, die Angaben für das Finanzamt bewusst falsch zu gestalten. Zwar kommt dann spätestens in der Umsatzsteuererklärung im Folgejahr alles auf den Tisch, aber die Mitarbeiter der Behörde finden große Abweichungen zu den vorher gemachten Angaben nicht lustig. Erst recht nicht, wenn du die fällige Nachzahlung nicht sofort leisten kannst oder die Sache bei einer Umsatzsteuerprüfung oder Betriebsprüfung auffliegt.

Besser so: „Dieses Geld gehört mir nicht. Dieses Geld gehört dem Finanzamt.“ Das sollte dein Mantra in Sachen Umsatzsteuer sein. Korrekte Angaben bei den Voranmeldungen und in der Umsatzsteuererklärung erleichtern dir die Buchhaltung und den Finanzbeamten die Arbeit. Bei Umsatzsteuer bist du als Unternehmer nur der Treuhänder, der das Geld ans Finanzamt durchreicht. Ausgeben darfst du es nicht, also sollte es auch kein Teil deiner Liquiditätsplanung sein.

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3. Kleinunternehmerregelung: Bloß keine Umsatzsteuer!

Noch ein Umsatzsteuer-Steuerirrtum: Ohne Umsatzsteuer lebt sich’s doch viel einfacher. Das Schwarzarbeit ein riesiger Fehler ist und illegal, ist klar. Was ist aber mit den Kleinunternehmern, die ganz legal auf die Erhebung von Umsatzsteuer auf ihren Rechnungen verzichten dürfen? Die Kleinunternehmerregelung dient der Vereinfachung, sie soll Unternehmen, die Buchhaltung und Formalitäten erleichtern, die weniger als 17.500 Euro Umsatz im Jahr machen. Keine Umsatzsteuervoranmeldungen, keine Umsatzsteuererklärung, niedrigere Rechnungsbeträge für Endkunden: Klingt doch gut, oder? Ja, aber ob es ein echter Vorteil ist, auf die Umsatzsteuer zu verzichten, hängt von der Art deines Unternehmens und deinen Kunden ab.

Die Kunden zuerst: Du arbeitest überwiegend für Privatpersonen. Dann ist die Befreiung von der Umsatzsteuer ein Vorteil, denn deine Kunden erhalten von dir niedrigere Rechnungen. Du arbeitest für Unternehmer, andere Firmen und Selbstständige: Denen ist es vollkommen gleichgültig, ob auf deine Rechnungen Umsatzsteuer aufgeschlagen ist oder nicht. Sie können die von dir berechnete Umsatzsteuer als Vorsteuerabzug geltend machen und leiten weniger von den selbst eingenommenen Umsatzsteuerbeträgen ans Finanzamt weiter.

Dein Kleinunternehmen: Wer auf die Umsatzsteuer verzichtet, verzichtet auch auf die Möglichkeit zum Vorsteuerabzug. Du kannst die Umsatzsteuer aus allen Betriebsausgaben, die du tätigst, also nicht verrechnen.

Besser so: Entscheide bewusst, ob für dich die Variante mit oder die ohne Umsatzsteuer die günstigere ist. Wer sich für die Umsatzsteuer entscheidet, kann das zum Jahresanfang tun, legt sich aber auf fünf Jahre fest.

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