Recht   21.11.2018

Die wichtigsten Steuertermine 2019

Für die Abgabe der Steuererklärung hat der Gesetzgeber in Deutschland feste Fristen eingeführt. Dabei gelten für die verschiedenen Steuerarten unterschiedliche Fristen. Besonders die Fristen für die Umsatzsteuerjahresmeldung, aber auch für die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung richten sich nach unterschiedlichen Kriterien. Zudem haben sich ab dem Wirtschaftsjahr 2018 die Fristen für die Abgabe der Jahressteuer geändert. Die Steuertermine 2019 für die wichtigsten Steuererabgaben findest Du hier. 

  1. Wie viel Zeit hast Du ab 2019 für Deine Jahressteuererklärung?
  2. Welche Abgabefrist gilt für die Umsatzsteuervoranmeldung?
  3. Steuerterminkalender 2019 – diese Termine musst Du kennen
  4. Abgabefrist für die Umsatzsteuervoranmeldung versäumt – was jetzt?
Steuertermine 2019

Damit Du einen Überblick über die Steuertermine 2019 hast, haben wir hier einen kleinen Kalender für Dich zusammengestellt. (Bild © pixabay.com)

Ab 2019 zwei Monate länger Zeit für die Jahressteuererklärung

Jährliche Steuererklärungen fassen die Gewinne und Umsätze für ein ganzes Wirtschaftsjahr zusammen, um diese gegenüber dem Finanzamt offen zu legen und die ermittelten Steuerabgaben zu leisten. Zu den Jahressteuern, die zumindest einmal im Jahr zu ermitteln sind, gehören die Einkommensteuer und die Umsatzsteuer, sowie die Gewerbesteuer und die Körperschaftsteuer. Für die entsprechenden jährlichen Steuererklärungen haben Steuerpflichtige ab dem Wirtschaftsjahr 2018 nunmehr zwei Monate länger Zeit als bisher. Daneben unterscheiden sich die genauen Steuertermine für die Abgabe der Jahressteuerklärungen der verschiedenen Steuerarten danach, ob Du die Steuererklärung selbst anfertigst oder einen Steuerberater damit betraust. 

Steuertermine 2019 für die selbst angefertigte Jahressteuererklärung

Sowohl für die Einkommensteuer- als auch für die Umsatzsteuerjahresmeldung des Abrechnungszeitraums 2018 endet die Abgabefrist erstmals am 31. Juli 2019. Damit haben Steuerpflichtige zwei Monate länger Zeit für die Erstellung ihrer Jahressteuererklärung als vorher. Bisher galt der 31. Mai als Stichtag für die Abgabe der jährlichen Steuererklärungen. In den darauf folgenden Jahren enden die Abgabefristen für die Einkommenssteuer und Umsatzsteuerjahresmeldung zum Abrechnungszeitraum des jeweils vorangehenden Wirtschaftsjahres weiterhin jeweils am 31. Juli.

Einkommensteuer- und Umsatzsteuer-Termine für den Steuerberater

Steuerpflichtige, die für die Erstellung ihrer Steuererklärungen einen Steuerberater beauftragen, können sich an andere Termine halten. Denn grundsätzlich trägt die Steuergesetzgebung der Mehrbelastung des Steuerberaters Rechnung, indem sie ihm für die Erstellung der Steuererklärungen mehr Zeit einräumt. Für die Abgabe der Steuererklärung hat der Steuerberater ab dem Wirtschaftsjahr 2018 darüber hinaus noch einmal acht Wochen mehr an Zeit. In der Folge muss die Einkommensteuer- und Umsatzsteuerjahresmeldung für das Wirtschaftsjahr 2018 durch den Steuerberater bis zum letzten Kalendertag im Februar des Folgejahres, also bis zum 28. Februar 2019 abgegeben werden. 

Steuerberatern, die einen so genannten Fristenerlass in Anspruch nehmen, steht eine Fristverlängerung von weiteren 12 Monaten zur Verfügung. Demnach gilt für die Jahressteuererklärung, die ein Steuerberater mit Fristenerlass für das Wirtschaftsjahr 2018 erstellt,  eine Abgabefrist bis zum 28. Februar 2020.

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Welche Abgabefrist gilt für die Umsatzsteuervoranmeldung?

Die Umsatzsteuer muss nicht nur einmal pro Jahr durch die Jahressteuererklärung ermittelt und abgeführt werden. Umsatzsteuer ist zwar eine so genannte Jahressteuer, doch Unternehmer müssen auch unterjährig Vorauszahlungen für ihre vereinnahmte Umsatzsteuer leisten. Das bedeutet, dass Unternehmer und Selbstständige, die umsatzsteuerpflichtig sind, bereits während des laufenden Wirtschaftsjahres ihre Umsatzsteuerschuld in regelmäßigen Abständen ermitteln und im voraus bezahlen müssen. Für die Umsatzsteuervoranmeldung gibt es zwei Abrechnungsperioden:

  • monatliche Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung
  • vierteljährliche Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung

Die Häufigkeit der Voranmeldung richtet sich danach, wieviel Umsatzsteuer im vorangegangenen Wirtschaftsjahr ermittelt wurde. 

  • Betrug die Umsatzsteuerschuld im Vorjahr zwischen 1.000 und 7.500 Euro, dann muss der Steuerpflichtige viermal im Jahr für jeweils drei Abrechnungsmonate eine Umsatzsteuervoranmeldung erstellen. 
  • Unternehmer, deren Umsatzsteuerschuld im vorangehenden Wirtschaftsjahr mehr als 7.500 Euro betragen hat, müssen eine monatliche Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt abgeben.
  • Wer im Vorjahr weniger als 1.000 Euro an Umsatzsteuer zu bezahlen hatte, der ist von der Verpflichtung, eine Umsatzsteuervoranmeldung zu erstellen, befreit. Er muss lediglich eine Umsatzsteuerjahresmeldung abgeben. 
  • Existenzgründer müssen unabhängig von ihren Umsätzen in den ersten beiden Jahren jeden Monat eine Umsatzsteuervoranmeldung erstellen und abgeben. Erst danach gelten für sie die üblichen Regelungen. 

Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung: die Termine

Die regulären Termine für die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung entfallen jeweils auf den 10. Kalendertag nach dem monatlichen oder vierteljährlichen Abrechnungszeitraum. Fällt der 10. Kalendertag des Folgemonats nach dem Abrechnungszeitraum auf ein Wochenende oder einen Feiertag, dann verschiebt sich der Termin für die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung auf den ersten darauf folgenden Werktag. Der reguläre Abgabetermin zum Beispiel für die monatliche Umsatzsteuervoranmeldung des Monats April 2019 erfolgt daher zum 10. Mai 2019.

Umsatzsteuervoranmeldung: Termine mit Dauerfristverlängerung

Wer für die Umsatzsteuervoranmeldung mehr Zeit braucht, der kann bei seinem zuständigen Finanzamt eine Dauerfristverlängerung beantragen. Für die Beantragung einer Dauerfristverlängerung müssen Steuerpflichtige keine Termine beachten. Sie kann jederzeit erfolgen.

Die Dauerfristverlängerung verschafft dem Steuerpflichtigen einen Monat mehr Zeit für die Abgabe seiner Umsatzsteuervoranmeldungen. Wie der Begriff Dauerfristverlängerung andeutet, verlängert ihr Einsatz die Frist für die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung dauerhaft. Die Fristverlängerung muss also nur einmal beantragt werden, um fortlaufend Gültigkeit zu haben. Mit Dauerfristverlängerung fällt zum Beispiel der Abgabetermin der Umsatzsteuervoranmeldung für April 2019 auf den 10. Juni 2019.

Schonfrist für die Umsatzsteuer – was heißt das?

Grundsätzlich entsteht die Steuerschuld mit der Festsetzung oder Anmeldung der Steuer. Aus diesem Grund muss die Zahlung der in der Umsatzsteuervoranmeldung angegebenen Steuerschuld zusammen mit der Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung erfolgen. Die Abgabenordnung gewährt im Steuerpflichtigen eine Schonfrist von drei Tagen über die Abgabefristen hinaus, um die fällige Steuerschuld zu bezahlen. Zum Beispiel endet die Schonfrist für die Bezahlung der Steuerschuld aus der regulären Umsatzsteuervoranmeldung des Monats April 2019 am 13. Mai 2019. Mit Dauerfristverlängerung endet die Schonfrist der Steuerzahlung für den Monat April 2019 am 13. Juni 2019.

Fristen für die Umsatzsteuervoranmeldung – Steuerterminkalender 2019

Die Fristen für die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung richten sich danach, ob die Voranmeldung monatlich oder vierteljährlich zu erfolgen hat. Daneben berücksichtigen die Fristen für die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung auch, ob der Steuerpflichtige eine Dauerfristverlängerung hat. Die Schonfrist wiederum verschiebt das Datum für die Bezahlung der Steuer noch einmal um drei Tage nach dem Ende der Abgabefrist. 

Die regulären Steuertermine 2019 – Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung

Für die monatliche Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung gelten im Jahr 2019 regulär die folgenden Termine:

  • 11. Februar
  • 11. März
  • 10. April
  • 10. Mai
  • 10. Juni
  • 10. Juli
  • 12. August
  • 10. September
  • 10. Oktober
  • 11. November
  • 10. Dezember
  • und 10. Januar 2020

Mit Dauerfristverlängerung verschieben sich die Termine für die monatliche Umsatzsteuervoranmeldung um jeweils einen Monat.

Die Steuertermine 2019 für die vierteljährliche Abgabe ohne Dauerfristverlängerung fallen auf: 

  • 10. April
  • 10. Juli
  • 10. Oktober
  • 10. Januar 2020

Mit Dauerfristverlängerung gelten die folgenden Steuertermine 2019 für die vierteljährliche Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung:

  • 10. Mai
  • 12. August
  • 11. November
  • 10. Februar 2020

Abgabefrist für die Umsatzsteuervoranmeldung versäumt – was jetzt?

Wer seine jährliche Umsatzsteuererklärung oder seine Umsatzsteuervoranmeldung nicht fristgerecht beim Finanzamt einreicht, der muss mit einem Verspätungszuschlag rechnen. Das Finanzamt entscheidet fallweise, ob es einen Verspätungszuschlag gegen einen Steuerpflichtigen erhebt, der seine Steuererklärung oder Voranmeldung zu spät abgibt. Der Verspätungszuschlag kann bis zu 10% der Umsatzsteuerschuld betragen. Auch bei der Festsetzung der Höhe hat das Finanzamt Spielräume. Zugleich ist dem Zuschlag mit 25.000 Euro eine Höchstgrenze gesetzt. 

Schonfrist der Umsatzsteuer überschritten – was sind die Konsequenzen für säumige Zahler?

Ist die ermittelte Umsatzsteuerschuld auch nach Ablauf der Schonfrist nicht einbezahlt worden, dann erhebt das Finanzamt einen Säumniszuschlag. Dieser beträgt 1% der Steuerschuld für jeden angefangenen Monat. 

Du möchtest wissen, was es sonst so für Steueränderungen 2019 gibt? Das erfährst Du hier.

Diskussion

4 comments

  1. 5. Januar 2019 am 13:17

    „Die Steuertermine 2019 für die vierteljährliche Abgabe ohne Dauerfristverlängerung fallen auf: 10. September“ – Wieso im September und nicht im Oktober?
    10. April – für Jan, Feb und März
    10. Juli – April, Mai, Juni
    10. September – Juli, Aug, September? Hier sollte die Abgabefrist am 10. Oktober sein, nicht war?
    10. Februar 2020 – Okt, Nov, Dez.

    • 7. Januar 2019 am 11:25

      Hallo Roman,
      Vielen Dank für den Hinweis! Es ist in der Tat der Oktober.
      Wir werden das sofort abändern.

      Danke Dir und viele Grüße
      Julia von Billomat

  2. 11. November 2019 am 10:00

    Hallo,
    danke für die Infos dieser Seite. In der Beschreibung ist jedoch ein kleiner Fehler:
    Sie schreiben die (reguläre) Fristverlängerung wären 4 Wochen. Richtig dagegen ist, dass diese 1 Monat beträgt.
    Im allgemeinen Sprachgebrauch wird zwar von vielen 4 Wochen mit 1 Monat gleichgesetzt, dies ist jedoch falsch. 4 Wochen sind immer 28 Tage. 1 Monat ist nur im Februar eines Nicht-Schaltjahres 28 Tage lang , sonst 29, 30 oder 31.
    Der 10.10.2019 (Donnerstag) + 4 Wochen wäre der 07.11.2019 (auch wieder Donnerstag).
    Der ursprüngliche Termin + 1 Monat = 10.11.2019.
    Schönen Gruß,
    Norbert

    • 12. November 2019 am 16:13

      Hallo Norbert,

      vielen Dank für den Einwand und Dein aufmerksames Auge! Wir werden das gleich ändern.

      Viele Grüße
      Dein Team von Billomat

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