Finanzen   02.5.2018

Steuertipps für Reisende, Blogger und Freelancer

Arbeiten in der Sonne – Steuervorteile inklusive

Auch digitale Nomaden müssen Steuern zahlen. Der bürokratische Aufwand für die Steuererklärung bleibt auch selbstständig arbeitenden Weltenbummlern nicht erspart. Im Vorfeld gilt es, die Steuerpflicht und Abgabenhöhe zu klären, um nachteilige Überraschungen zu vermeiden. Darüber hinaus bieten gut praktikable Steuertipps für Reisende, Blogger und Freelancer, die auf die besondere Situation der selbstständigen Globetrotter zugeschnitten sind, spürbare Steuervorteile.

Steuertipps für Reisende

Steuertipps für Reisende, Blogger und Freelancer – welche Besonderheiten gibt es?

Welche drei Arten der Steuerpflicht gibt es? – Steuertipps für Reisende

Grundsätzlich befindet sich der Ort für Deine Steuerabgaben dort, wo Du Deinen Wohnsitz oder Deine Betriebsstätte angesiedelt hast. Auch wenn Du während des Jahres meist unterwegs bist, gilt Dein gewöhnlicher Aufenthalt als Dein Wohnsitz. In Deutschland gibt es darüber hinaus drei grundlegende Arten der Steuerpflicht. Dazu gehört die unbeschränkte, die beschränkte und die erweitert beschränkte Steuerpflicht. 

Was ist die unbeschränkte Steuerpflicht? 

Wer seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat, der untersteht der unbeschränkten Steuerpflicht. Ein Kriterium für den Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt ist die Wohnsitzmeldung beim örtlichen Einwohnermeldeamt. Sofern Du nicht in Deutschland angemeldet bist, gestaltet sich die Beweiskraft des gewöhnlichen Aufenthaltes dagegen etwas schwieriger. Daher beschreibt der Gesetzgeber im den gewöhnlichen Aufenthalt ausführlich. Demnach hast Du Deinen gewöhnlichen Aufenthalt an einem Ort dann, wenn Du länger als sechs Monate lang im Laufe des Jahres dort verweilst. Kleine Unterbrechungen des Aufenthaltes haben hierfür keine Bedeutung. Hingegen gilt der zusammenhängende Aufenthalt steuerrechtlich nicht als relevant, wenn Du zu Besuch bist oder eine Kur antrittst und wenn er nicht länger als ein Jahr andauert.

Wann gilt die beschränkte Steuerpflicht?

Wenn Du zwar die meiste Zeit des Jahres im Ausland verbringst, aber in Deutschland Einkünfte beziehst oder hier Deine Betriebsstätte hast, dann musst Du zumindest die hier erzielten Einkünfte auch in Deutschland voll versteuern.

Kommt für mich die erweitert beschränkte Steuerpflicht infrage?

Die Erweiterung der beschränkten Steuerpflicht gilt nur für Selbstständige mit deutschem Pass. Wenn Du in Deinem ausländischen Arbeitsort nicht besteuert wirst, greift für Dich als Deutscher Staatsbürger die Steuerpflicht in Deutschland. Das gilt auch, wenn Du nirgendwo auf der Welt ansässig bist und wenn Deine Haupteinnahmequelle in Deutschland liegt. ().

Welche Steuertipps für Reisende gibt es? – Reisekosten in allen Varianten 

Die effektivsten Steuertipps für Reisende beziehen sich auf die Reisekosten. Denn für selbstständige Blogger und Freelancer, die sich die meiste Zeit des Jahres im Ausland aufhalten, fallen nicht etwa teure Büroraum- oder Energiekosten ins Gewicht. Dahingegen zählen die Ausgaben rund um das mobile Büro zu den ausgabenintensiven Posten. Die Ausgaben, die Du rund um Deine Reisen aufwendest, können gegenüber dem Finanzamt geltend gemacht werden. Denn Deine Reisetätigkeit, die Du im Rahmen Deiner Selbstständigkeit ausübst, verursacht Kosten, die Du zur Gewinnerzielung erbringst. Und diese gelten als Betriebsausgaben, die Du von der Steuer absetzen kannst. Die Reisekosten, die Du steuerlich geltend machen kannst, umfassen:

  • Verpflegungspauschale
  • Übernachtungskosten
  • Gemischte Reisen
  • Materialkosten

Verpflegungspauschale

Der so genannte Verpflegungsmehraufwand – kurz Verpflegungspauschale – ermöglicht selbstständigen Globetrottern ein willkommenes Instrument zur Geltendmachung von Reisekosten. Denn auch das Bundesfinanzministerium erkennt die höheren Verpflegungskosten im Ausland an. Für die Verpflegungspauschale gibt es eine , die die Höhe pro Tag in den verschiedenen Ländern vorgibt.

Übernachtungskosten

Auch die Aufwendungen für Übernachtungen kannst Du von der Steuer absetzen. Hierfür musst Du die Belege der Hotels und auch die Nachweise für den Zweck des Aufenthaltes sammeln und dem Finanzamt vorlegen. 

Gemischte Reisen

Unternimmst Du Deine Reise nicht nur beruflich, sondern auch privat, dann kannst Du die Anteile Deiner Kosten entsprechend aufteilen. Nur den beruflich bedingten Reiseanteil kannst Du steuerlich geltend machen.

Materialkosten

Sämtliche Materialkosten, die Du für Deine Reisen aufwendest, kannst Du ebenso beim Fiskus geltend machen. Dazu gehören neben Deinen Arbeitsmaterialien wie Laptop und Smartphone auch Koffer und Gepäck. Auch Deine Kleidung im Koffer kannst Du als Anschaffungskosten absetzen. Denn auch sie zählt zu der Ausstattung für Reisende. Wenn Du Deinen Reiserasierer absetzt, dann solltest Du allerdings auch einen Heimrasierer zu Hause parat haben. Grundsätzlich kannst Du alle Deine Anschaffungen, die ursächlich auf Deine Reisetätigkeit zurück gehen, steuerlich geltend machen. Um die Anerkennung als Betriebsausgabe sicher zu stellen, kannst Du die Geltendmachung auch fallweise anteilig angeben.

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