Finanzen   09.1.2018

So vermeidest du typische Fehler bei der Bonus Zahlung

Die Bonus Zahlung ist eine Zulage zum normalen Grundgehalt. Die zusätzliche Entlohnung soll die Motivation der Mitarbeiter beflügeln und damit zum wirtschaftlichen Erfolg der Firma beitragen. Die Zahlung richtet sich dabei nach zuvor festgelegten Kriterien. 

Tücken der Bonus Zahlung

Viele Arbeitgeber definieren die Voraussetzungen für die Zahlung von Boni in einer Zielvereinbarung. Die Bonus Zahlung birgt jedoch einige Tücken, über die Du Dich informieren solltest.

Typische Fehler bei der Bonus Zahlung

Auf den ersten Blick mögen Bonus Zahlungen zwar eine tolle Geste der Geschäftsleitung sein. Trotzdem kann man hierbei in paar Fettnäpfchen treten. (© fizkes – Fotolia)

Wenn der Bonus Pflicht ist

Unternehmen können aus unterschiedlichen Gründen zur Zahlung von Zulagen verpflichtet sein, die über das vereinbarte Gehalt hinaus gehen.

  • Arbeitsvertrag
  • Tarifvertrag
  • Betriebsvereinbarung
  • BGB § 612
  • Gleichbehandlungsgrundsatz
  • Betriebliche Übung

Vertragliche Bonus-Pflicht

Unternehmen sind zur Bonus Zahlung verpflichtet, wenn diese vertraglich vereinbart wurde. Die Vertragspartner können eine Bonus Zahlung in einem normalen Arbeitsvertrag, einem Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung festhalten. Wenn sich Unternehmen vertraglich verpflichten, Boni zu bezahlen, dann verbinden sie diese mit bestimmten Bedingungen. Hierfür legen Unternehmen eine Zielvereinbarung fest. In dieser können sie zum Beispiel eine Betriebszugehörigkeit mit einer bestimmten Dauer als Voraussetzung für Bonus Zahlungen definieren. Die Zielvereinbarung kann auch bestimmen, dass das Unternehmen bestimmte Leistungen von Mitarbeitern oder von Abteilungen durch Boni belohnt. 

Gleiches Recht für Alle

Darüber hinaus ergibt sich eine Bonus Zahlung aus dem BGB im Paragraph 612 und aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz. Der Grundsatz der Gleichbehandlung untersagt es Unternehmen, Arbeitnehmer unterschiedlich zu behandeln. Das betrifft vor allem eine Schlechterstellung einzelner Angestellter oder ganzer Abteilungen im Vergleich zu anderen Mitarbeitern. Die Schlechterstellung lässt sich bei einer Bonus Zahlung sehr einfach beziffern. Daher muss eine Bonus Zahlung im Prinzip alle Angestellten erreichen. Jedoch kann ein Unternehmen Boni durchaus auch ausschließlich an einzelne Mitarbeiter oder Abteilungen leisten. Hierfür muss die Firma allerdings sachliche Gründe anführen, die vor dem Gesetzgeber Bestand haben. Dazu gehören zum Beispiel

  • Betriebszugehörigkeit
  • Besondere Leistungen
  • Mitarbeiterbindung

Bonus für treue Mitarbeiter

Unternehmen können langjährige Mitarbeiter mit Bonus Zahlungen ausstatten. So kann die Zielvereinbarung einer Firma zum Beispiel festlegen, dass Mitarbeiter, die dem Unternehmen länger als zehn Jahre angehören, eine Bonus Zahlung erhalten.

Auszeichnung für herausragende Leistungen

Wenn Mitarbeiter besondere Leistungen erbringen, dann kann eine Zusatzvergütung die Motivation im Unternehmen beflügeln. Hat ein Mitarbeiter zum Beispiel Wochenenden und Abende für die Firma geopfert, um einen Wettbewerb zu gewinnen, dann hat der Arbeitgeber einen guten Grund, den Einsatz mit einem Bonus zu belohnen.

Bindender Bonus

Wenn Mitarbeiter für die Firma besonders wichtig sind, dann kann die Bonus Zahlung den Verbleib im Unternehmen unterstützen. Das kann zutreffen, wenn der Mitarbeiter aufgrund seiner besonderen Qualifikation wertvolles Fachwissen zur Verfügung stellt.

Wenn Belohnung zum Rechtsanspruch wird – die Betriebliche Übung

Die so genannte betriebliche Übung kann zu einem Anspruch auf Bonus Zahlung führen. Die betriebliche Übung bedeutet, dass aus einer Gewohnheit ein Anspruch entsteht. Firmen, die ihren Mitarbeitern aus freien Stücken und ohne Rechtsanspruch in regelmäßigen Abständen einen Bonus ausbezahlen, können den Eindruck erwecken, dass der Bonus eine Verpflichtung darstellt. Daraus können Mitarbeiter, die nicht im Genuss der Bonus Zahlung stehen, einen Anspruch ableiten und gegebenenfalls auch rechtlich erwirken. Daher sollten Unternehmen, die regelmäßig und freiwillig Zusatzleistungen erbringen, diese mit Bedingungen verknüpfen, um einem Gewohnheitsrecht vorzubeugen.

Bonus Zahlungen günstig versteuern

Die zusätzlichen Zahlungen in Form von Boni gehören zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Der Fiskus unterscheidet dabei Boni, die regelmäßig auf dem Kontoauszug erscheinen und Einmalzahlungen. Ein günstiges Verfahren zur Versteuerung ist das Umlegen einer Sonderzahlung auf die zwölf Monate des Jahres. Zur Berechnung der Steuer wird dabei die Jahreslohnsteuertabelle herangezogen. Zunächst wird die Steuer für den regulären Lohn erfasst. Im zweiten Schritt wird die Steuer für den normalen Lohn zuzüglich der Boni berechnet. Aus der Differenz ergibt sich die Lohnsteuer für den Bonus.

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