Finanzen   11.10.2018

Umsatzsteuer abführen: Ist- oder Soll-Versteuerung?

Das Umsatzsteuer abführen ist an sich gar nicht kompliziert. Bei der Ist-oder-Soll-Versteuerung kommt es nur auf den korrekten Zeitpunkt an. Du musst wissen, welche Rechnung in welchen Abrechnungszeitraum gehört.

Was ist die Ist- oder Soll-Versteuerung? – Umsatzsteuer abführen

Du schreibst zum Monatsende eine Rechnung, auf der du Umsatzsteuer ausweist. Wenige Tage später musst du eine Umsatzsteuervoranmeldung erstellen. Das Geld vom Kunden ist noch nicht auf deinem Konto eingetroffen. Musst du nun dennoch die berechnete Umsatzsteuer schon an das Finanzamt abführen oder gibst du nur die Umsatzsteuerbeträge an, die du tatsächlich bereits erhalten hast? Bei der Ist- oder Soll-Versteuerung geht es genau um diese Frage.

Umsatzsteuer abführen

Umsatzsteuer abführen: Was der Unterschied von der Ist-Besteuerung und der Soll-Besteuerung in der Umsatzsteuer ist verraten wir dir hier.

Die Soll-Versteuerung ist der Normalfall, der für die meisten Unternehmen gilt. Bei der Soll-Versteuerung geht die in der Rechnung ausgewiesene Umsatzsteuer sofort in die nächste Umsatzsteuervoranmeldung mit ein. Das Unternehmen geht also unter Umständen in Vorleistung, obwohl es die Steuer und den Rechnungsbetrag noch gar nicht erhalten hat.

Anders ist es bei der Ist-Versteuerung. Hier gibt das Unternehmen nur die Rechnungs- bzw. Umsatzsteuerbeträge bei der Voranmeldung mit an, die im Abrechnungszeitraum tatsächlich bezahlt wurden. Damit leitet es nur die Umsatzsteuer durch, die auch eingegangen ist.

Umsatzsteuer abführen: was musst Du beachten?

Da die Umsatzsteuer im geschäftlichen Alltag ein sogenannter durchlaufender Posten ist, verrechnet sie sich mit Eingangs- und Lieferantenrechnungen. Im kommenden Jahr wird dann noch einmal mit der Umsatzsteuererklärung alles aufgerechnet.

Für die meisten Unternehmen gilt die Soll-Versteuerung. Damit gehen sie zwar manchmal in Vorleistung, in der Regel handelt es sich dabei aber nur um wenige Tage, bis der Kunde zahlt.

Mit der Soll-Versteuerung Umsatzsteuer abführen ist also meist unkompliziert, es sei denn, es kommt zu Zahlungsausfällen. Kunden bezahlen deine Rechnungen nicht. Die bereits abgeführten Umsatzsteuerbeträge gehen nicht bei dir ein. Das ist schonmal grundsätzlich sehr ärgerlich, aber noch mehr dadurch, dass du die Steuer bereits abgeführt hast und dich das in deiner Liquidität noch weiter einschränkt. Den Ausgleich bekommst du nämlich erst im kommenden Jahr über die Umsatzsteuererklärung hin.

Was ist der Nutzen einer Dauerfristverlängerung?

Tatsächlich kann eine Dauerfristverlängerung für die Umsatzsteuervoranmeldung hier sehr nützlich sein. Du beantragst beim Finanzamt, dass du deine Umsatzsteuervoranmeldung immer vier Wochen später abgeben darfst. Für diejenigen, die bisher ihre Steuersachen immer pünktlich erledigt haben, ist die Bewilligung dieses Aufschubs meist unkompliziert. Ein Antragsformular dazu findest du zum Beispiel in der finanzamtseigenen Steuersoftware .

Die Dauerfristverlängerung gibt dir mehr zeitliche Flexibilität was die Erledigung deiner Umsatzsteuervoranmeldung angeht. Gleichzeitig ist aber auch ein Großteil deiner Rechnungen aus dem Monat oder dem Quartal bereits bezahlt, wenn du nun die Mehrwertsteuer abführen und deine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben musst.

Wer darf die Ist-Besteuerung nutzen?

Für manche Unternehmen besteht auch die Möglichkeit, die Ist-Besteuerung zu wählen. Das muss man beim Finanzamt beantragen. Es geht formlos mit einem einfachen Anschreiben. Allerdings solltest du deinen Wunsch begründen können. Und du musst entweder Freiberufler sein oder darfst nicht mehr als 500.000 Euro Umsatz im Jahr machen. Gründer können übrigens gleich beim Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ein Kreuzchen machen, wenn sie für die Umsatzsteuervoranmeldung Ist-Besteuerung wählen möchten. Das spart die spätere Antragstellung.

Und die Antwort hängt davon ab, was für ein Unternehmen du führst und was du mit dem Finanzamt vereinbart hast. Die Soll-Versteuerung ist der Normalfall. Die Ist-Versteuerung ist nur für Freiberufler und Unternehmen möglich, die weniger als 500.000 Euro Umsatz im Jahr machen.

Wie also begründest du den Wunsch nach Ist-Besteuerung? Ganz klar zum einen mit deinen Umsatzzahlen und/oder dem Freiberuflerstatus.

Ist es für das Finanzamt okay, dass du nach Ist-Besteuerung die Umsatzsteuer abführen kannst, dann bekommst du das schriftlich bestätigt. Eine Dauerfristverlängerung kannst du übrigens auch in der Ist-Besteuerung beantragen.

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Umsatzsteuer abführen: Was ist der Vorteil der Ist-Besteuerung?

Der Vorteil, wenn du nur die bereits eingenommene Umsatzsteuer an das Finanzamt weiter reichst ist Liquidität. Du musst kein Geld abführen, dass du noch nicht bekommen hast. Das ist vor allem für diejenigen interessant, die wenig Betriebsausgaben haben, also kaum Vorsteuer verrechnen können. Außerdem ist es wichtig, wenn du deinen Kunden lange Zahlungsziele einräumst oder sie sich einfach sehr viel Zeit mit der Bezahlung lassen. Da hilft dir die Ist-Besteuerung, trotz langsamer Geldeingänge flüssig zu bleiben.

Soll- oder Ist-Versteuerung – was gilt für Kleinunternehmer?

Bei Kleinunternehmern ist die Sache auch unkompliziert – aber die erheben ja sowieso keine Umsatzsteuer. Damit stellt sich die Frage erstmal gar nicht. Wenn du aber die Umsatzgrenze der Kleinunternehmerregelung hinter dir gelassen hast und in die Regelbesteuerung wechselst, wird das Thema wichtig.

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