Finanzen   08.2.2018

Umsatzsteuervoranmeldung verbuchen – Infos zur Buchhaltung

Unternehmen, die von ihren Kunden Mehrwertsteuer einnehmen, müssen unter bestimmten Voraussetzungen mehrmals innerhalb eines Geschäftsjahres diese Einnahmen an das Finanzamt abführen. Die Umsatzsteuererklärung folgt ebenso wie die Bezahlung der Steuer genau festgelegten Regeln. Wenn Deine Mitarbeiter aus der Buchhaltung die Umsatzsteuervoranmeldung verbuchen, haben sie unterschiedliche Möglichkeiten für die Verarbeitung.

Umsatzsteuer – Geld für den Staat

Das Umsatzsteuergesetz schreibt Unternehmern vor, dass sie Steuern für den Staat von ihrem Kunden erheben müssen. Unternehmer haben die Pflicht, auf den Nettowert ihrer Waren und Dienstleistungen diese Steuer dazu zu addieren. Abgesehen von bestimmten Ausnahmen enthält daher jede Rechnung die so genannte Mehrwertsteuer. Die Höhe der Steuer errechnet sich aus dem Gesamtwert der Ware oder der Dienstleistung. Derzeit liegt die Höhe der regulär zu erhebenden Steuer bei 19 Prozent. Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Steuersätze unterschiedlicher Höhe. Bei der Rechnungsstellung vereinnahmt der Unternehmer die Steuer im Auftrag des Fiskus, die er in regelmäßigen Abständen wieder an den Staat abführen muss. In der Umsatzsteuererklärung legt der Unternehmer offen, wie hoch seine Umsätze waren und wie viel Umsatzsteuer er zu bezahlen hat.

Umsatzsteuervoranmeldung verbuchen – Infos zur Buchhaltung

Wer die Umsatzsteuervoranmeldung verbuchen möchte, muss ein paar Besonderheiten beachten.

Umsatzsteuervoranmeldung verbuchen – Kassensturz für den Staat

Die Umsatzsteuer ist eine so genannte Jahressteuer. Damit der Staat jedoch zum einen einen Zinsvorteil hat und zum anderen sein Ausfallrisiko möglichst gering halten kann, müssen Unternehmen Teile der jährlichen Umsatzsteuer im Voraus abführen. Die Umsatzsteuervoranmeldung ist eine Steuererklärung, die innerhalb eines Geschäftsjahres entweder vierteljährlich oder monatlich zu erstellen ist. Da die Steuervoranmeldungen auch zu Vorauszahlungen führen, müssen die Buchführungen Besonderheiten beachten, wenn sie die Umsatzsteuervorauszahlung verbuchen.

Umsatzsteuervorauszahlung verbuchen – doppelte Buchführung

Wenn Dein Unternehmen zur doppelten Buchführung verpflichtet ist, dann arbeitest Du mit dem System eines Kontenplans. Die gängigsten Kontenrahmen bei der Kontenführung mit DATEV haben die Bezeichnung SKR 03 und SKR 04. Grundsätzlich benutzt Du für die Buchung der ermittelten Steuersumme aus der Umsatzsteuervorauszahlung zwei Konten. Die Konten unterscheiden sich danach, in welchem Turnus Du Deine Umsatzsteuererklärung abgibst:

  • vierteljährlich
  • monatlich

Vierteljährliche Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung

Für die vierteljährliche Abgabe benutzt Du die Konten:

  • Umsatzsteuer Vorauszahlungen
  • Bank

Der Zahlbetrag, den Du dem Finanzamt überweisen musst, kommt auf das Konto Umsatzsteuer-Vorauszahlungen. Im Kontenrahmen SKR 03 lautet das Konto 1780, während das Konto im Kontenrahmen SKR 04 die Nummer 3820 trägt. Danach nimmst Du die Gegenbuchung vor. Diese kommt auf das Konto Bank mit der Nummer 1200 im Kontenrahmen SKR 03 und der Nummer 1800 in SKR 04.

Monatliche Umsatzsteuererklärung

Die Konten für die Buchung der Zahlsumme aus der monatlichen Erklärung der Umsatzsteuer lauten

  • Umsatzsteuer Vorauszahlung 1/11
  • Bank

Wenn Du verpflichtet bist, die Voranmeldung für Deine Umsatzsteuer monatlich abzugeben, dann musst Du einen festen Anteil aus der Umsatzsteuererklärung des Vorjahres entrichten. Hierfür beträgt der Anteil 1/11 der Umsatzsteuer, die sich aus der Jahresabrechnung aus dem vorangegangenen Wirtschaftsjahr ergeben hat. Diese feste Summe buchst Du auf das Konto Umsatzsteuer Vorauszahlungen 1/11 mit der Bezeichnung 1781 für SKR 03 und 3820 für SKR 04.

Buchung – Soll und Haben

Die Buchungen auf die Konten Umsatzsteuer Vorauszahlungen und Umsatzsteuer Vorauszahlung 1/11 erfolgen jeweils im Soll. Dahingegen buchst Du die Summen auf die jeweiligen Konten Bank im Haben.

Noch mehr Steuertipps?

Melde dich für den Billomat Newsletter an und erhalte regelmäßig kostenlose Steuertipps!

Jetzt anmelden

Vierteljährlicher oder monatlicher Turnus – Staffelungen

Die Termine und Häufigkeit für die Abgabe der Umsatzsteuererklärung und daher auch die Art, wie Buchhaltungen die Umsatzsteuervoranmeldung verbuchen, hängen vom Gewinn des Unternehmens ab. Demnach müssen Unternehmer mit einer Steuerschuld aus dem Vorjahr, die unter 1.000 Euro lag, keine Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben. Hat hingegen Deine Umsatzsteuerschuld im Vorjahr zwischen 1.000 Euro und 7.500 Euro betragen, dann fordert Dich das Finanzamt zu einer vierteljährlichen Umsatzsteuererklärung auf. Liegt Deine Umsatzsteuerschuld aus dem Vorjahr über 7.500 Euro, dann musst Du die Umsatzsteuervorauszahlungen monatlich erklären und entrichten.

Weiterführende Links:

Verwandte Artikel

Das könnte dich auch interessieren

Marketingkosten von der Steuer absetzen
Finanzen

Marketingkosten von der Steuer absetzen

Das Herz der Absatzförderung in Deinem Unternehmen ist das Marketing. Denn ein qualitativ hochwertiger Außenauftritt vermittelt Deinem Kunden nicht nur …
Gründung

Umsatzsteuerbefreiung sinnvoll oder nicht?

Gründer müssen sich entscheiden: Als Kleinunternehmer starten oder direkt in die Regelbesteuerung einsteigen? Die Entscheidung hängt nicht allein vom Umsatz …
Finanzen

Rechnungen ins EU-Ausland: Pflicht zur Prüfung der Umsatzsteuer-ID

Im Beitrag über die Zusammenfassende Meldung und das Reverse-Charge-Verfahren haben wir verdeutlicht: Bei Rechnungen ins EU-Ausland ziehst nicht mehr du …

Privat: Billomat 30 Tage kostenlos testen

Mit der Anmeldung akzeptierst du die AGB.

Newsletter
Newsletter
Kontakt
Folge uns
Deine Einstellungen zu Cookies für diese Website:

Wähle selbst aus, welcher der nachfolgenden Cookies die Website verwenden darf. Du kannst diese Einstellungen jederzeit wieder über unsere Datenschutzbestimmungen ändern.

Ändere Deine Cookie-Einstellungen mit dem Schieberegler:
Notwendig
Notwendig
Statistik
Statistik
Komfort
Komfort
Targeting
Targeting