Finanzen   08.8.2018

Verbuchung von inländischen liquiden Mitteln

Schmieröl für den Betrieb – flüssige Mittel in der Buchhaltung

Jedes Unternehmen braucht flüssige Mittel, um seine Handlungsfähigkeit zu gewährleisten. Wie bei einem Getriebe sorgt die finanzielle Liquidität für einen reibungslosen Ablauf von Geschäftsabläufen. Denn nicht nur geplante Investitionen müssen umgesetzt werden, auch unverhoffte Ausgaben gehören im Unternehmensalltag zur Normalität. Wie Du die Verbuchung von inländischen liquiden Mitteln vornimmst, erfährst Du hier.

Verbuchung von inländischen liquiden Mitteln

Investitionen gehören wie unverhoffte Ausgaben zum Unternehmensalltag. Wie Du die Verbuchung von inländischen liquiden Mitteln vornimmst, erfährst Du hier. (Bild © pexels.com)

Was sind inländische liquide Mittel?

Der Begriff „liquide“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt „flüssig“. Als liquide Mittel bezeichnet man in der Buchhaltung den Bestand an flüssigen Geldmitteln und Vermögenswerten innerhalb eines Unternehmens. Die flüssigen Mittel zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie kurz- oder zumindest mittelfristig zu einer Auszahlung zur Verfügung stehen. Vermögenswerte, die langfristig gebunden sind wie zum Beispiel Beteiligungen, gehören nicht zu den flüssigen Mitteln. Vielmehr zählen zu den liquiden Mitteln in Deinem Betrieb laut § 266 Abs 2b IV HGB (Handelsgesetzbuch) folgende Bestände aus dem Umlaufvermögen Deiner Firma:

  • Kassenbestand
  • Bundesbankguthaben
  • Guthaben bei Kreditinstituten
  • Schecks

Wie gehe ich mit liquiden Mitteln um?

Inländische liquide Mittel umfassen einen Teil des Betriebsvermögens, den Deine Firma – im Inland angelegt und greifbar –  zur unmittelbaren Begleichung von Verbindlichkeiten bereit hält. Sie dienen der Vorsorge, um Deckungslücken zu schließen und Defizite zu vermeiden. Da ein Unternehmen mit liquiden Mitteln keine Zinsen und sonstige Gewinne erzielen kann, solltest Du die Höhe der bereit gehaltenen Liquidität in Deiner Firma sorgfältig abwägen. Daher gilt der Grundsatz, einerseits einen ausreichenden Bestand an liquiden Mitteln bereit zu halten und andererseits die flüssigen Mittel so niedrig wie möglich anzusetzen.

Wie werden liquide Mittel klassifiziert?

In der Buchhaltung unterliegen die liquiden Mittel insgesamt drei Ordnungen. Diese richten sich danach, wie schnell die Mittel zur Verfügung gestellt werden können.

Erste Ordnung

Die Firmenkasse stellt flüssige Mittel in kürzester Zeit zur Verfügung. Daher liegt Bargeld aus der Kasse auf dem ersten Platz der Rangfolge flüssiger Mittel.

Zweite Ordnung

Unbare Guthaben, die sich in kurzer Zeit in Bargeld umwandeln lassen, gehören zu den liquiden Mitteln zweiter Ordnung. Dazu zählen Schecks, Wertpapiere, Wechsel und offene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Dritte Ordnung

Zur dritten Ordnung der liquiden Mittel gehören Werte, die sich mittelfristig in Bargeld umwandeln lassen, wie zum Beispiel Waren, halbfertige Produkte, Rohstoffe, Betriebsstoffe oder Hilfsstoffe.

Was ist die optimale Liquidität?

Als Maßstab für eine günstige Wirtschaftlichkeit gilt eine Liquidität aus der ersten Ordnung in Höhe von 30 % und aus der zweiten Ordnung in Höhe von 100 %. Die Prozentzahlen stehen dabei den kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen im Laufe eines Wirtschaftsjahres gegenüber. 

Wie funktioniert die Verbuchung von inländischen liquiden Mitteln? 

In der Buchhaltung werden die flüssigen Mittel je nach ihrer Ordnung in die entsprechenden Konten eingetragen. 

Kassenbuch

Für die Verbuchung von inländischen liquiden Mitteln in Bar kommt das Kassenbuch zum Einsatz. Das Kassenbuch ist ein Grundbuch der doppelten Buchhaltung, das die Bestände an Bargeld zur Verbuchung aufnimmt. Aus dem Kassenbuch überträgst Du üblicherweise einmal im Monat die Bewegungen in das Buchhaltungskonto „Kasse“. Die Einträge von Kassenbuch und Kasse müssen dabei genau übereinstimmen. Bei der Führung des Kassenbuchs gilt es, einige buchhalterische Grundsätze zu beachten. Erste Pflicht der Kassenbuchführung ist es, dass zu jedem Eintrag ein entsprechender Beleg beizulegen ist. Die Einträge ins Kassenbuch sind täglich vorzunehmen. Im Kontenrahmen SKR 03 hat das Konto Kasse die Nummer 1000 und in SKR 04 die Nummer 1600.

Bank

Bei der Verbuchung von inländischen liquiden Mitteln kommt das entsprechende Buchhaltungskonto „Bank“ zum Einsatz. Werden liquide Mittel zwischen Bank und Kasse transferiert, dann kannst Du aufgrund der zeitlichen Verschiebung der Buchung ein Transferkonto anlegen. Das Transferkonto hat lediglich die Funktion der Verrechnung, bis die Buchung abgeschlossen ist. Im Kontenrahmen SKR 03 entfällt die Nummer 1200 auf das Konto Bank und in SKR 04 entsprechend die Nummer 1800. Das Transferkonto mit dem Namen „Geldtransitkonto“ hat die Nummern 1360 (SKR 03) und 1460 (SKR 04). 

Konten für Roh- und Betriebsstoffe

Die Verbuchung von Roh- und Betriebsstoffen folgt sehr genauen Zuweisungen, die sich auf zahlreiche entsprechend bezifferte Konten verteilen. Dabei lassen sich die Konten in die drei Bereiche Material- und Stoffverbrauch, Materialaufwand und Wareneingang aufteilen. Die Kontennummern liegen in den Bereichen 3000 – 3090, 3200 – 3969, 3990 – 3999 und 4000 – 4099 im Kontenrahmen SKR 03 und zwischen 5000 – 5880 im Kontenrahmen SKR 04. 

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