Finanzen   19.7.2018

Verbuchung von kurzfristigen Wertpapieren – das solltest Du beachten

Für ihre Vermögensbildung greifen immer mehr Unternehmen zu Wertpapieren. Neben den langfristigen Anlagepapieren dienen die so genannten kurzfristigen Wertpapiere als Reserve für die Liquidität eines Betriebs. Bei der Verbuchung von kurzfristigen Wertpapieren gilt es, einige Besonderheiten zu beachten. 

Verbuchung von kurzfristigen Wertpapieren

Verbuchung von kurzfristigen Wertpapieren – wie klappt das?

Was ist ein kurzfristiges Wertpapier?

Das Wertpapier ist grundsätzlich eine Urkunde, die ein Recht über ein bestimmtes Vermögen bereit stellt. Dabei hat der Besitzer der Urkunde das Verfügungsrecht über das Vermögen. Man unterscheidet drei Arten von Wertpapieren:

  • Kurzfristiges Wertpapier
  • Langfristiges Wertpapier
  • Mischpapier

Das kurzfristige Wertpapier stellt eine kurzfristige Finanzanlage dar und muss dem Umlaufvermögen zugeordnet werden. Zu den kurzfristigen Wertpapieren gehören zum Beispiel festverzinsliche Papiere oder Optionen. Sie stellen keine langfristige Anlage dar, sondern werden nur für kurze Zeit gehalten. Nach einem Kursanstieg werden die Papiere kurzfristig wieder veräußert, um einen Gewinn zu erzielen. Neben der Absicht, einen Gewinn zu erzielen, bieten kurzfristige Wertpapiere eine schnell verfügbare Rücklage für die Liquidität von Unternehmen. 

Das langfristige Wertpapier wird in das Anlagevermögen eines Unternehmens aufgenommen. Es dient als langfristige Wertanlage, die einen kontinuierlichen Zinsertrag erwirtschaftet. 

Mischpapiere, wie zum Beispiel Aktien, können beide Anforderungen erfüllen. Sie können sowohl eine langfristige Anlage stellen, als auch kurzfristig veräußert werden. Für die Mischpapiere gilt die Einzelfallprüfung, um sie dem Anlage- oder dem Umlaufvermögen eines Unternehmens zuzuordnen. 

Verbuchung von kurzfristigen Wertpapieren

Grundsätzlich gilt es bei der Verbuchung von kurzfristigen Wertpapieren zu beachten, dass durch den Einsatz der Papiere immer ein Gewinn oder Verlust entsteht. Bei der Buchung musst Du darüber hinaus neben den Anschaffungskosten für die Papiere auch Gebühren und Provisionen berücksichtigen.

Das kurzfristige Wertpapier steht laut § 266 HGB auf der Aktivseite der Bilanz und ist dem Umlaufvermögen unter Wertpapiere beziehungsweise sonstige Wertpapiere zuzuordnen. Das Umlaufvermögen nimmt sämtliche Vermögenswerte eines Unternehmens auf, die nur kurzfristig bestehen. Dazu gehören zum Beispiel Rohstoffe für die Produktion  oder Waren für den Verkauf. Zum Umlaufvermögen gehören aber auch die kurzfristigen Wertpapiere. 

Beim Kauf von kurzfristigen Wertpapieren trägst Du ihren Wert im Kontenrahmen SKR 04 in das Konto mit der Nummer 1510 und der Bezeichnung „Sonstige Wertpapiere“ ein. Im Kontenrahmen SKR 03 kommt der Wert auf eines der Konten unter der Kategorie „Finanzanlagen“ mit den Nummern zwischen 0500 und 0524. 

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Buchung von Verlusten

Liegt am Ende des Jahres am Bilanzstichtag der Wert des kurzfristigen Papiers unterhalb der Anschaffungskosten, dann hat Dein Wertpapier einen Verlust erlitten. Bei Finanzanlagen im Umlaufvermögen musst Du den Verlust grundsätzlich abschreiben. Da das Papier nicht langfristig im Unternehmen verbleibt, wird die Wertminderung als andauernd erachtet. Die Abschreibung von Wertpapieren des Umlaufvermögens kommt im Kontenrahmen SKR 03 auf eines der Konten mit den Nummern 4870 bis 4879 und im Kontenrahmen SKR 04 mit den Nummern 7200 bis 7260.

Wie werden kurzfristige Wertpapiere zum Bilanzstichtag bewertet?

Befindet sich ein kurzfristiges Wertpapier zum Bilanzstichtag im Unternehmen, dann wird es im Rahmen der Inventur erfasst. Kurzfristige Wertpapiere des Umlaufvermögens werden dabei mit dem niedrigsten Wertansatz bewertet. Hierfür wird das so genannte strenge Niederstwertprinzip angewendet, das grundsätzlich für das Umlaufvermögen gilt. Das strenge Niederstwertprinzip führt zu einer Bewertung des Papiers, die dem tagesaktuellen Marktpreis entspricht. 

Buchung von Gewinnen aus kurzfristigen Wertpapieren

Beim Verkauf Deiner kurzfristigen Wertpapiere verringert sich das Umlaufvermögen. Zugleich erhöht sich das Unternehmensvermögen. Die Buchungssätze vom Erwerb bis zum gewinnbringenden Verkauf von kurzfristigen Wertpapieren lassen sich zusammenfassen wie folgt:

  • Der Wert der kurzfristigen Papiere kommt beim Erwerb unter „Sonstige Wertpapiere“ an „Bank“.
  • Beim Verkauf der Wertpapiere mit Gewinn trägst Du den Verkaufswert in die Konten „Bank“ an „Erträge aus Abgang von Umlaufvermögen“ ein.
  • Zugleich erfolgt im Umlaufvermögen eine Korrektur der Position durch den Eintrag des Kaufwertes auf die Konten „Abgang Umlaufvermögen“ an „Sonstige Wertpapiere“. 

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