Finanzen   30.8.2018

Sind Vereine vorsteuerabzugsberechtigt?

Ob Sport- oder Kleingartenverein: Irgendwo schwitzen Vorstand und Kassenwart über den Büchern, damit die Buchhaltung immer stimmt. Dazu gehört auch die Steuer, denn Vereine müssen ihre Zahlen dem Finanzamt gegenüber erklären. Außerdem haben sie es bei jedem Kauf oder Verkauf auch mit Umsatzsteuer zu tun. Doch es sind nicht alle Vereine vorsteuerabzugsberechtigt.

Vereine vorsteuerabzugsberechtigt

Damit Vereine vorsteuerabzugsberechtigt sind, braucht es einen unternehmerischen Anteil. (Bild © pexels.com)

Wann sind Vereine vorsteuerabzugsberechtigt?

Dazu braucht es einen unternehmerischen Anteil. Den gibt es im sogenannten Zweckbetrieb. Der Kleingartenverein betreibt eine Vereinskneipe und verkauft dort Getränke. Das gehört zum Zweckbetrieb. Das bedeutet, im Verkaufspreis von Bier und Cola ist Umsatzsteuer enthalten. Gleichzeitig darf der Verein aber die an den Getränkegroßhandel gezahlte Umsatzsteuer verrechnen. Der Materialeinkauf für den Kneipenbetrieb berechtigt zum Vorsteuerabzug.

Wann sind Vereine nicht vorsteuerabzugsberechtigt?

Anders sieht es aus, wenn der Kleingartenverein zum Beispiel einen Rasenmäher anschafft, mit dem die Gemeinschaftsflächen gemäht werden sollen. Dieses Gerät dient dem ideellen Zweck des Vereins. Die ideellen Zwecke sind in der Regel umsatzsteuerfrei, daher darf der Verein dann aber auch nicht gezahlte Umsatzsteuer gegenrechnen. In diesem Fall ist der Verein nicht vorsteuerabzugsberechtigt.

Für die Buchhaltung bedeutet dieses Mal so mal so, dass alles sehr genau abgelegt und zugeordnet werden muss.

Was sind die Vorteile eines Kleinunternehmerstatus für Vereine?

Vereine, die nur wenig umsatzsteuerpflichtigen Umsatz machen, können sich auf die Kleinunternehmerregelung berufen. Dann entfällt der Vorsteuerabzug, die Betriebsausgaben zählen nun als Bruttoausgaben in der Einnahmen-Überschuss-Rechnung.

Die Vorteile:

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Steuern für Vereine: oft komplizierter als gedacht

Eigentlich ist es schon kompliziert genug, aber in Sachen Vereinsbesteuerung ist einiges in Arbeit. Seit einigen Jahren prallen deutsches Vereinswesen und die dafür vorgesehenen steuerlichen Regelungen auf die Vereinheitlichungsprozesse der europäische Union. Mit anderen Worten: Da kann sich noch einiges ändern, um entweder einfacher oder komplizierter zu werden. Für die Leitung von Vereinen ist es also wichtig, hier auf dem Laufenden zu bleiben oder einen Steuerberater ins Boot zu holen, der sich mit Vereinsbesteuerung gut auskennt.

Wenn Du Dich selbst schon einmal über die Steuererklärung für Vereine informieren möchtest, haben wir hier die anfallenden Steuerarten und Unterlagen für Dich zusammengefasst.

Steuertipps: Das Bundesfinanzministerium verlinkt die einzelnen Broschüren, die die Bundesländer zum Thema Steuertipps für Vereine herausgegeben haben.

Diskussion

2 comments

  1. 11. Juli 2019 am 15:06

    Guten Tag Frau Bartel, vielen Dank für die Informationen. Eine Frage: Für einen Verein bin ich als selbstständiger Referent unterwegs. Da für mich die Kleinunternehmerregelung nicht mehr greift, muss ich ab 2019 Umsatzsteuer berechnen. Der Verein sagt, er könne die zusätzlichen 19 % nicht zahlen. Kann sich ein Verein aus der „Nummer“ ziehen, indem er entsprechende Aussage tätigt? Und: Mal angenommen, der Verein würde die 19 % tragen… Kann ein Verein diese 19 % nicht wiederum als Ausgabe bzw. im Bereich Vorsteuerabzug geltend machen? Vielen Dank für Ihre Antwort

    • 15. Juli 2019 am 14:11

      Hallo Herr Reinke,

      leider dürfen wir aus rechtlichen Gründen keine individuelle Beratung geben. Am Besten Sie kontaktieren hierzu Ihren Steuerberater.

      Viele Grüße
      Julia von Billomat

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