Recht   19.12.2017

Was ändert sich steuerlich für Selbstständige 2018? 

Selbstständige müssen nicht nur verschiedene Arten an Steuererklärungen abgeben. Sie müssen darüber hinaus zahlreiche Regelungen des Steuergesetzes für Unternehmer beachten. Auch die jährlichen Änderungen und Erweiterungen bestehender Steuergesetze sind  – je nach Gewerbe – für Selbstständige 2018 von Bedeutung. Welche Steueränderungen 2019 in Kraft treten, erfährst du auch in unserem Magazin.

Steuerliche Änderungen für Selbstständige 2018: Neue Steuergesetze, die bis zum neuen Jahr in Kraft treten

Der Gesetzgeber hat in der vergangenen Legislaturperiode im Bereich der Steuergesetzgebung verschiedene Pakete auf den Weg gebracht. Dazu gehören Gesetze aus folgenden Bereichen

  • Steuerhinterziehung
  • Bürokratieentlastung
  • Kassensicherung

Die erlassenen Gesetze betreffen Selbstständige 2018 mehr oder weniger unmittelbar.

Gesetz gegen Steuerhinterziehung – Panamagesetz

Nach dem Skandal um die Panama-Papers soll das Gesetzespaket gegen Steuerhinterziehung für den Staat ein höheres Maß an Transparenz schaffen. Dabei hat er im Besonderen Geschäftsbeziehungen von inländischen Selbstständigen zu Unternehmen aller Art außerhalb der EU im Visier. Zu den Änderungen gehören neben vielen anderen Neuregelungen für Selbstständige 2018:

  • Aufhebung Bankgeheimnis
  • Anzeigepflicht
Was ändert sich steuerlich für Selbstständige 2018?

Im neuen Jahr soll der Mittelstand durch einige Gesetzesänderungen buchhalterisch deutlich entlastet werden.

Die Bank kennt kein Geheimnis mehr

Der Gesetzgeber hat das bisher geltende Bankgeheimnis verändert. Laut § 93 der Abgabenverordnung kann das Finanzamt von der Bank Daten von Bankkunden mit Kontakten zu ausländischen Gesellschaften anfordern.

Anzeigepflicht von Beteiligungen

Wer geschäftliche Beziehungen zu Drittstaaten pflegt oder dort Beteiligungen hält, muss diese dem Finanzamt mitteilen. Das gilt für Selbstständige 2018 erstmals sowohl für eine mittelbare, als auch für eine unmittelbare Beteiligung unabhängig von einem etwaigen Gewinn.

Änderungen Einkommensteuergesetz für Selbstständige 2018

Im Zuge des Panamagesetzes hat der Gesetzgeber auch das Einkommensteuergesetz mit weiteren steuerlich relevanten Regelungen ausgestattet. Dazu gehört der Lohnsteuer-Jahresausgleich. Künftig dürfen Arbeitgeber einen permanenten Lohnsteuer-Jahresausgleich durchführen. Dabei muss der Arbeitnehmer steuerpflichtig sein, die Steuerklasse VI haben und maximal 24 zusammenhängende Tage gearbeitet haben.

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Entlastung für Selbstständige 2018

Der Gesetzgeber hat sich vorgenommen, den Mittelstand zu entlasten. Der Hebel der Entlastung greift vor allem in die steuerlich relevanten Bereiche der Buchhaltung. Denn der Mittelstand mit Handwerks- und kleinen Betrieben mit bis zu drei Mitarbeitern, leidet besonders an der Bürokratie, die die Steuergesetzgebung mit sich bringt. Folgende steuerliche Änderungen sollen Erleichterung bringen:

Sobald der Selbstständige eine Rechnung erhält, muss er künftig die Lieferscheine nicht mehr aufbewahren.

Kleinbetragsrechnungen müssen nicht dieselben Pflichtangaben enthalten, wie sie der Fiskus für normale Rechnungen verlangt. Die Grenze für die Ausstellung so genannter Kleinbetragrechnungen klettert auf 250 Euro.

Ab einer abzuführenden Lohnsteuer in Höhe einer jährlichen Bemessungsgrenze müssen Unternehmer die Lohnsteueranmeldung vierteljährlich leisten. Zu ihrer Erleichterung steigt die Bemessungsgrenze für die Pflicht zur vierteljährlichen Lohnsteueranmeldung auf 5.000 Euro im Jahr.

Die Ermittlung der Sozialversicherungsbeiträge soll sich ebenso einfacher gestalten. Hierfür kann der Unternehmer einfach den Beitragswert vom Vormonat eintragen.

Wenn Selbstständige 2018 kurzfristig Mitarbeiter beschäftigen, können sie unter bestimmten Voraussetzungen die Lohnsteuer mit 25% pauschal ansetzen.

Kassensicherungsverordnung – die Kassenschau

Wer in seinem Betrieb Registrierkassen einsetzt, der sollte sich über die neuen Regelungen informieren. Das Gesetz zielt darauf, Manipulationen in der Kassenabrechnung zu verhindern. Hierfür müssen Unternehmen ihre Kassensysteme technisch aufrüsten. Die neuen Regelungen schreiben dem Selbstständigen genau vor, wie er die Kassenvorgänge aufzeichnen muss, wie die Belege aussehen müssen und wie sie zu archivieren sind. Das Finanzamt kann jederzeit eine unangemeldete Kontrolle der Kassen durchführen. Wenn es zu einer Beanstandung kommen sollte, kann der Steuerbeamte Bußgelder verhängen. Darüber hinaus kann der Beamte ohne Vorankündigung oder Fristsetzung eine sofortige Betriebsprüfung anordnen, wenn er Unregelmäßigkeiten feststellt.

Weiterführende Links:

Diskussion

2 Kommentare

  1. 19. Februar 2018 am 9:44

    Wie sieht es aus mit den Beteiligungen von Mitarbeiter? Hier https://mavesto.de/steuerliche-vorteile-der-mitarbeiterbeteiligung/ steht, dass die Obergrenze von 360 Euro steuerfrei ist. Gibt es hier etwas besonderes zu beachten?

    Grüße,
    Christian

    • 20. Februar 2018 am 16:46

      Hallo Christian,

      leider dürfen wir aus rechtlichen Gründen keine individuelle Beratung geben. Wir werden aber bald dazu einen Beitrag schreiben. Den werde ich dir dann hier verlinken.

      Viele Grüße,
      Julia von Billomat

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