Recht   09.1.2018

Was darf eigentlich ein Steuerberater kosten?

Die jährliche Steuererklärung stellt Angestellte und Selbständige genauso vor Herausforderungen wie Freiberufler und Unternehmer. Denn das deutsche Steuerrecht ist eines der kompliziertesten der Welt. Zahlreiche Gesetze, Verordnungen und Regeln machen dem Steuerzahler die Berechnung seiner Steuern schwer. Darüber hinaus gehen die unterschiedlichen Steuerarten mit zahlreichen individuellen Regelungen einher. Bevor Du daher Hilfe bei der Steuererklärung in Anspruch nimmst, solltest Du Dich unbedingt informieren, was die Dienste der Steuerberater kosten.

Geordnete Kosten – das darf ein Steuerberater kosten

Auch für Steuerberater gibt es – genauso wie für Architekten oder Anwälte – eine Gebührenordnung. Die sogenannte Steuerberatergebührenordnung (StBVV) legt fest, wie hoch die Steuerberaterkosten sein dürfen. Hierfür erfasst die Gebührenordnung die Forderungen des Steuerberaters in verschiedenen Intervallen. Sie bestimmt darüber, welches Minimum der Steuerberater verlangen muss und welches Maximum er in Rechnung stellen darf. Innerhalb der Spanne der Gebühren kann der Berater jedoch über die Höhe seines Verdienstes selbst entscheiden.

Steuerberater kosten

Ein Steuerberater ist zwar praktisch – trotzdem kann er im Zweifelsfall auch ganz schön teuer werden.

Der Zehnte der Steuerberatung

Die StBVV legt ihre Spannen für die Gebühren in so genannten Zehnten fest. Der Zehnte hat in der Verordnung zwei Bedeutungen. Er entspricht einerseits zehn Prozent einer Gesamtsumme und andererseits zehn Prozent des Maximums aus der Gebührenordnung. Mithilfe der beiden Kriterien legt die Verordnung offen, wie viel der Steuerberater kosten wird.

Unterschiedliche Zehntel für unterschiedliche Aufgaben

Wie viel der Steuerberater kosten darf, hängt laut der StBVV davon ab, welche Aufgaben er zur Erstellung der Steuererklärung ausführen muss. Dabei unterscheidet die Verordnung gängige Aufgaben zur Erklärung von

Die Spanne für die Erstellung von Einkommensteuer- und Gewerbesteuererklärung liegt bei jeweils einem bis sechs Zehntel. Für die Umsatzsteuererklärung hingegen kann der Steuerberater zwischen einem bis acht Zehntel verlangen. Die Erklärungen für Schenkungsteuer und Erbschaftsteuer schließlich liegen bei zwei bis zehn Zehnteln.

Minimal- oder Maximalgebühr – was wird der Steuerberater kosten?

Da die Gebührenspanne durchschnittlich innerhalb eines Intervalls von fünf Zehnteln liegt, entscheidet letztlich der Steuerberater selbst über die tatsächlichen Kosten. Wenn der Arbeitsaufwand sehr gering ausfällt, dann darfst Du als Steuerzahler mit den Minimalgebühren rechnen. Doch auch Angebot und Nachfrage können sich auf die Preisgestaltung Deines Steuerberaters auswirken. In ländlichen Regionen tendieren die Beratungskosten eher gegen das Minimum. In Großstädten und Ballungsgebieten hingegen liegen die Kosten höher.

Jenseits der Mitte – manche Steuerberater kosten mehr

Wenn Dein Steuerberater seine Gebühr in der Mitte ansetzt, dann liegt er bereits im teuren Bereich und über dem Durchschnitt. Sobald die Gebühr über der Mitte liegt, muss der Steuerberater seine Forderung begründen. Die Erfordernis der Begründung ist zwar kein Bestandteil der Regelungen in der StBVV. Aber verschiedene Gerichtsurteile liefern die Basis für die Notwendigkeit, die Gebühren unterhalb der Mitte anzulegen. Ein Grund dafür, wenn der Steuerberater seine Gebühren über der Mitte des vorgegebenen Intervalls anlegt, können zum Beispiel Komplikationen bei der Berechnung sein. Aber auch mangelhaft geführte Bücher oder ein großer Aufwand bei der Beschaffung von Belegen können zu Gebühren oberhalb des Mittelwertes führen.

Die Maximalgebühr

Die StBVV führt die maximalen Gebühren für die Steuerberater in einer Tabelle auf. Diese beziffert die Gebühren, die höchstens anzusetzen sind, je nach dem Jahresumsatz oder dem Jahreseinkommen. Die Tabelle findest Du als „Anhang Tabelle A“ in der StBVV. Die Tabelle bezeichnet dabei die Maximalgebühr mit zehn Zehntel. Zum Beispiel liegt die Maximalgebühr bei einem Jahresumsatz von 8.000 Euro bei 433 Euro. Bei einem Einkommen von 30.000 Euro liegt die Maximalgebühr bei 796 Euro.

Tipp: Um die Kosten des Steuerberaters möglichst gering zu halten, kannst Du die vorbereitende Buchhaltung selbst übernehmen.

Zusatzkosten

Die StBVV regelt nicht nur das Honorar für Steuerberater. Darüber hinaus legt sie fest, welche Zusatzkosten der Berater berechnen darf. Zu diesen gehören

  • Kosten für Post und Telekommunikation
  • Auslagen für Abschriften und Kopien
  • Fahrt- und Reisekosten
  • Umsatzsteuer
  • Pauschale

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