Organisation   16.7.2019

Was ist ein Hoax?

„Achtung, Viruswarnung! Leite diese Mail unbedingt sofort an alle deine Kontakte weiter!“ Kaum zu glauben, dass noch immer Millionen Menschen rund um den Globus tagtäglich auf diese Mails hereinfallen. Denn sie sind zum größten Teil Hoax-Mails, zu Deutsch: Falschmeldungen, die aus Jux verschickt wurden.

  1. Wie erkenne ich einen Hoax?
  2. Was ist ein Hoax?
  3. Was ist das Ziel von Hoax Mails?
  4. Was sind Hoax-Nachrichten und was sind seriöse Meldungen?
  5. Wie schützt man sich erfolgreich vor Hoaxes?

Zu rein analogen Zeiten hießen sie noch Kettenbriefe: man sollte sie soundsoviele Male kopieren und per Post an Freunde verschicken, damit einen das ganz schlimme Unglück nicht träfe. Viele Menschen glaubten daran und bescherten den Copyshops und der Post einen regen Umsatz.

hoax

Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Du einen Hoax erhalten hast, kannst Du auf der Website der Technischen Universität Berlin nachschauen. (Bild © pexels.com)

Heute geht das günstiger – man kann diese Texte einfach massenhaft per E-Mail versenden und zum unbedingten Weiterverbreiten auffordern. Doch abgesehen davon, dass das Verbreiten von Spam in Deutschland verboten ist – im besten Falle kostet einen das Verschicken dieser Mails nur Zeit (und die Nerven der Empfänger). Im schlimmsten Fall verschickt man einen Virus.

Wie erkenne ich einen Hoax?

Was aber, wenn du dir gar nicht so sicher bist, ob die haarsträubende Geschichte wirklich ein Hoax ist? Dann kannst du auf dieser hilfreichen Website der Technischen Universität Berlin nachschauen: http://hoax-info.tubit.tu-berlin.de/hoax/hoaxlist.shtml. Die Liste der aktuellen Hoaxes dort ist nicht unbedingt vollständig, aber in den meisten Fällen kannst du dort fündig werden. Sollte das der Fall sein, informiere den Absender der Mail (wenn du ihn persönlich kennst) darüber, dass er einer Ente aufgesessen ist. Er sollte all jene, denen er die Mail geschickt hat, ebenfalls informieren.

Solltest du eine Mail bekommen haben, die du nicht in der Liste findest, die aber mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls eine solche Kettenmail ist, dann kannst du die Betreiber der Hoax-Seite darüber informieren.

Auf jeden Fall solltest du eins beachten: keine Links in diesen Mails anklicken und keine Anhänge öffnen! Sie könnten trotz allem Viren enthalten oder Trojaner auf deinen Rechner schleusen.

Was ist ein Hoax?

Der englische Begriff Hoax geht auf die sprachliche Verkürzung von „Hokuspokus“ zurück und bedeutet daher Schabernack, Scherz, Jux oder Schwindel. Aber auch der Begriff Falschmeldung oder Zeitungsente trifft auf den Sinngehalt des Begriffs zu. Wurde dieser im analogen Zeitalter noch in Form eines Kettenbriefes verbreitet, so findet er in unserer digitalen Welt schnelle Verteilung durch E-Mails oder in Social Media Kanälen. Hoax Mails oder Hoax Social Media Nachrichten beinhalten Informationen, die nicht der Wahrheit entsprechen. Die Falschmeldungen sollen nicht nur ihre Empfänger zu einer falschen Handlung anleiten, sondern sich insbesondere möglichst weit verbreiten. 

Was ist das Ziel von Hoax Mails?

Hoax sind Spielereien, durch die Absender ihre Empfänger mit falschen Informationen irreführen möchten. Diese sollen dazu verführt werden, die Mail möglichst weit zu verbreiten. Doch nicht nur der Spieltrieb bringt die Verfasser von Hoax Nachrichten dazu, ihre falschen Informationen zu verbreiten. Zwar mögen die Nachrichten nur Ratschläge oder Aufforderungen zum Handeln enthalten, die nur noch die Gutgläubigen irrezuführen vermögen. Doch Hoaxes können auch Schaden anrichten, indem sie Viren, Trojaner oder schädliche Links enthalten. Aber auch Handlungsaufforderungen, die den Empfänger darin anleiten, in sein Computersystem einzugreifen, können entsprechende Schäden verursachen.

Was sind Hoax-Nachrichten und was sind seriöse Meldungen?

Jeder Nutzer eines Computers ist täglich mit zahlreichen E-Mails oder mit Social Media Posts konfrontiert. Daher gilt es, Hoax Nachrichten möglichst schnell und deutlich zu identifizieren:

  • Ein Hoax beruft sich zumeist auf eine vertrauenswürdige Quelle, wie eine öffentliche Behörde oder ein Bundesamt oder auf ein vertrauenswürdiges Unternehmen, wie Microsoft, Apple oder Adobe. Sehr leicht zu erkennen ist ein Hoax jedoch insbesondere darin, dass die klassischen Merkmale wie das Logo oder typische Gestaltungsmerkmale fehlen oder dass die Ausdrucksweise holprig ist.
  • Oftmals enthalten Hoaxes eine Warnung vor gefährlichen Computerviren oder Trojaners, während zur Vorbeugung ein Link oder Downloadbutton bereitgestellt wird, auf den der Empfänger klicken soll. Diesen Link sollten Empfänger jedoch keinesfalls öffnen.
  • Die Nachricht enthält zumeist keine korrekten Quellenangaben oder fundierte Nachweise für die enthaltenen Aussagen. Oftmals ist die Nachricht zudem grammatikalisch fehlerhaft und die Sprachwahl mangelhaft. 
  • Hoaxes enthalten zumeist die Aufforderung, die Nachricht an möglichst viele andere Nutzer weiterzuleiten, um für eine rasche und ausgedehnte Verbreitung zu sorgen. Aus diesem Grund fallen auch Kettenbriefe unter die Kategorie Hoax Nachricht. 
  • Viele Hoaxes enthalten zudem eine Drohung, falls der Empfänger der Weiterleitung nicht nachkommt. Die Drohung kann im harmloseren Fall zum Beispiel darin bestehen, sich als schlechter Freund zu erweisen. Sie kann jedoch auch bis zur Androhung rechtlicher Konsequenzen reichen. 
  • Ein sicheres Kennzeichen von Hoax Nachrichten ist das Fehlen von Angaben über den Absender. Jede ordentliche geschäftliche E-Mail enthält ausführliche Angaben über den Absender, indem Name, Firma, Adresse und weitere Kontaktmöglichkeiten am Fuß der Nachricht aufgeführt sind. Hoax Nachrichten hingegen enthalten entweder keine Angaben oder Adressangaben von zweifelhafter Existenz. 
  • Eine Hoax Nachricht enthält zudem zumeist keine Datumsangabe, die Aufschluss über den Zeitpunkt der ursprünglichen Verfasserschaft gibt. Denn der Verfasser zählt darauf, dass seine Nachricht über eine möglichst lange Zeitspanne hinweg Verbreitung findet. 

Wie schützt man sich erfolgreich vor Hoax Nachrichten?

Die beste Vorgehensweise, um sich vor Hoax Nachrichten zu schützen liegt darin, sie einfach zu ignorieren. Doch nicht immer sind wir als Computernutzer aufmerksam genug, wenn wir mit den zahlreichen Nachrichten umgehen, die täglich im E-Mail Empfang oder auf den Seiten in den Social Media Kanälen eingehen. Daher sollten Internetnutzer die folgenden Maßnahmen treffen, um den Hoax Nachrichten vorzubeugen:

  • Spam Filter im E-Mail Programm:
    Jedes E-Mail Programm hat mittlerweile einen Spam Filter, der stets aktiviert sein sollte. Damit filtert das E-Mail Programm Werbenachrichten aus, bevor sie im E-Mail Posteingang landen. Um sicher zu stellen, dass der Spam Filter keine E-Mails aussortiert, die für den Empfänger wichtig sind, sollte der Spam-Ordner regelmäßig kontrolliert werden. 
  • Links und Anhänge nicht öffnen:
    Immer wenn Nachrichten von unbekannten Absendern Links, Download Buttons oder sonstige Anhänge enthalten, sollten diese ignoriert werden. Auf keinen Fall sollten Nutzer auf Links in E-Mails klicken oder angehängte Dateien speichern. Denn auf diese Weise können leicht Viren oder Trojaner auf das Computersystem gelangen.
  • Absender überprüfen:
    Nutzer, die den Absender einer E-Mail nicht kennen, sollten diesen im Vorfeld überprüfen, bevor sie eine Handlung vornehmen, zu der der Absender auffordert. Sind die Absender nicht zu identifizieren, dann sollte die Nachricht entfernt werden.
  • Nicht weiterleiten:
    Um das Ziel des Hoax nicht zu unterstützen, sollten Empfänger darauf achten, die Nachricht nicht selbst weiter zu leiten. Am besten ist es, diese einfach zu löschen. 
  • Überprüfung der Liste von Hoax TU Berlin:
    Die TU Berlin stellt eine Internetseite mit allen aktuell dort bekannten Hoaxes bereit. Der Service der TU Berlin listet alle Absender und Themen auf, die im deutschsprachigen Raum kursieren. Die Liste der Hoaxes, die die TU Berlin bereit stellt, bezeichnet dabei die Dateinamen oder den Betreff, mit dem die E-Mail eingeht. Für Hoaxes in sozialen Netzwerken stellt die TU Berlin Sonderlisten bereit und kennzeichnet dabei zudem, welche davon aktuell verstärkt im Umlauf sind. Im Zweifelsfall können Empfänger von verdächtigen Nachrichten auf der Hoax Liste der TU Berlin nachprüfen, ob eine eingegangene Nachricht bereits bekannt ist. Um den Service der TU Berlin zu unterstützen, können neue Hoaxes dort auch gemeldet werden. Die Anleitung, welche Nachrichten auf welche Weise bei der TU Berlin gemeldet werden können, findet sich auf der Hoax Info Seite der TU Berlin. 
Verwandte Artikel

Das könnte dich auch interessieren

DeepL, Google Translate & Co.: Wie gut hat sich künstliche Intelligenz entwickelt?
Organisation

DeepL, Google Translate & Co.: Wie gut hat sich künstliche …

Angefangen bei der schnellen Übersetzung einzelner Wörter für den Privatnutzer bis hin zu Teilen von Webseiten inklusive korrespondierenden Marketingmaterialien für …
Marketing

Tooltipps: 5 Onlinetools für Infografiken

Infografiken sind eine tolle Unterstützung, um deinen Worten in schriftlichen oder mündlichen Präsentationen mehr Nachdruck zu verleihen. Ob du nun …
Lifestyle

Wie treffen Kunden Kaufentscheidungen?

Es gibt so viele Schuhe – welche sind die richtigen? Welches Auto, welchen Kaffeevollautomaten, welche Standuhr kaufst du, wenn du …

Privat: Billomat 60 Tage kostenlos testen

Mit der Anmeldung akzeptierst du die AGB.

Newsletter
Newsletter
Kontakt
Folge uns
Deine Einstellungen zu Cookies für diese Website:

Wähle selbst aus, welcher der nachfolgenden Cookies die Website verwenden darf. Du kannst diese Einstellungen jederzeit wieder über unsere Datenschutzbestimmungen ändern.

Ändere deine Cookie-Einstellungen mit dem Schieberegler:
Notwendig
Notwendig
Statistik
Statistik
Komfort
Komfort
Targeting
Targeting