Finanzen   27.8.2019

Weihnachtsgeschenke steuerlich absetzen: Bei 35 Euro ist Schluss!

Zu Weihnachten möchtest du deinen Kunden eine kleine Aufmerksamkeit zukommen lassen. Allzu viel Geld solltest du dafür aber pro Beschenktem nicht ausgeben – sonst bekommt ihr beide ein Problem mit dem Finanzamt. Weihnachtsgeschenke steuerlich absetzen kann man nämlich nur bis zu einem bestimmten Wert.

  1. Geschenk oder Streuwerbeartikel?
  2. Geschenke aus betrieblichem Anlass?
  3. Weihnachtsgeschenke an Teammitglieder
  4. Wie wird der Beschenkte besteuert? – Sind für ihn Geschenke abzugsfähig?
  5. Wann muss der Beschenkte nicht bezahlen?
  6. Welche Freigrenze gilt bei der Pauschalversteuerung?
  7. Was gilt für den Beschenkten bei der Pauschalversteuerung?
Weihnachtsgeschenke steuerlich absetzen

Was wäre das Weihnachtsfest ohne Geschenke? Auch deine Kunden und Mitarbeiter freuen sich sicher über kleine Aufmerksamkeiten. Die du womöglich noch von der Steuer absetzen kannst. (Bild © unsplash.com)

Geschenk oder Streuwerbeartikel?

Bei Präsenten unterscheidet das Finanzamt zwischen Geschenken und geringwertigen Warenproben oder Streuwerbeartikeln. Letztere liegen im Wert bei unter 10 Euro pro Geschenk. Sie machen steuerlich am wenigsten Probleme. Kleine Geschenke für weniger als 10 Euro sind für dich eine Betriebsausgabe. Der Beschenkte muss sich keine Gedanken dazu machen, wie er die kleine Aufmerksamkeit versteuert.

Generell sind nämlich aus betrieblichem Anlass erhaltene Dinge Betriebseinnahmen. Daher musst du, wenn du selbst größere Dinge geschenkt bekommst, durchaus darüber nachdenken, ob und wie du sie versteuern musst.

Weihnachtsgeschenke steuerlich absetzen: Geschenke aus betrieblichem Anlass

Während das Finanzamt sich bei Streuwerbeartikeln nicht dafür interessiert, wer, was, wann, warum erhalten hat, sieht das bei Geschenken anders aus. Du kannst Weihnachtsgeschenke steuerlich absetzen. Sie sind eine Betriebsausgabe, wenn sie einen Einkaufswert von maximal 35 Euro haben und du den betrieblichen Anlass für das Geschenk dokumentierst. Das bedeutet: Wer kurz vor Weihnachten an gute Kunden und nette Geschäftspartner Geschenke verschickt, die zwischen 10 und 35 Euro kosten, muss Listen führen und die Ausgabe eventuell auch gesondert verbuchen. Im Fall einer Steuerprüfung muss nachvollziehbar sein, wie die Geschäftsbeziehung ist, und wer, was, warum erhalten hat.

Bei Streuwerbeartikeln oder einfach nur hübschen Weihnachtskarten an alle Kunden sind solche Namenslisten nicht nötig.

Bleibt die Sache mit der Steuer: Du kannst ein Geschenk pauschal versteuern und dem beschenkten mitteilen, dass die Steuer bereits erledigt ist. Das ist mal eine interessante Anmerkung auf einer Weihnachtskarte, nicht wahr?

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Weihnachtsgeschenke an Teammitglieder

Willst du deinen Mitarbeitenden zu Weihnachten eine Freude machen, sind die Weihnachtsgeschenke steuerlich absetzbar, wenn die monatliche Freigrenze für Sachzuwendungen nicht überschritten wird. Man könnte jetzt sagen: Du darfst nicht mehr als 44 Euro pro Teammitglied ausgeben. Wir wissen aber ja nicht, was an Sachzuwendungen bereits im Raum steht. Essenszuschüsse? Kostenlose Getränke für alle?

Ist die Freigrenze überschritten, wird wieder pauschal eine Lohnsteuerabgabe fällig, denn dann gilt es beim Mitarbeiter als geldwerter Vorteil.

Im Zweifel: Rede mit deinem Steuerberater darüber, wie du Weihnachtsgeschenke steuerlich absetzen kannst – am Besten noch bevor du Weihnachtsgeschenke shoppen gehst. Er kann dir sagen, wie du beim Vorsteuerabzug und der Absetzbarkeit der Geschenke als Betriebsausgabe ganz sicher gehen kannst.

Wie wird der Beschenkte besteuert? – Sind für ihn Geschenke abzugsfähig?

Grundsätzlich müssen Geschäftspartner und gewerbliche Kunden ihre erhaltenen Geschenke behandeln wie eine Einnahme. Doch ein Geschenk verfehlt sein Ziel, Freude zu bereiten, wenn es für den Beschenkten zu einer finanziellen Belastung führt. Damit zum Beispiel die Weihnachtsgeschenke für Kunden unter Geschäftspartnern ihren Wert für den Beschenkten behalten, hat der Gesetzgeber im Einkommensteuergesetz vorgegeben, wie der Schenker steuerliche Belastungen durch Geschenke an seine Kunden vermeiden kann. So kann der Schenker die anfallende Steuer für sein Geschenk auch selbst übernehmen. Doch auch hierbei muss der Schenker vorgegebene Regelungen genau zu beachten, damit das Geschenk für ihn nicht allzu teuer wird. 

Wann muss der Beschenkte nicht bezahlen?

Schenker können ihre Geschenke an gewerbliche Kunden mit einer Pauschale in Höhe von 30 Prozent des Bruttokaufpreises versteuern. Zusätzlich müssen Schenker bei der Pauschalversteuerung auch den Solidaritätszuschlag und im gegebenen Fall auch Kirchensteuer für den Wert des Geschenkes bezahlen. Die Übernahme der Steuer in Form der Pauschale von 30 Prozent des Geschenkewertes gilt für Geschenke von bis zu 10.000 Euro pro Empfänger und pro Wirtschaftsjahr. 

Was gilt für die Besteuerung des Schenkers? – Sind die Geschenke abzugsfähig?

Doch die pauschale Vorabbesteuerung hat auch einen steuerlichen Haken. Denn die Steuern, die der Schenker bezahlt, zählen wiederum als Geschenk, das ausgegeben wird. Das bedeutet, dass der Gesamtbetrag der Schenkung, der aus dem Bruttowert des Geschenks und dem Steuerbetrag besteht, die Grenze von 35 Euro sehr schnell überschreiten kann. In der Folge würde das dazu führen, dass auch ein Geschenk, dessen Wert unterhalb von 35 Euro liegt, nicht mehr als Betriebsausgabe angesetzt werden könnte. 

Welche Freigrenze gilt bei der Pauschalversteuerung?

Einer Benachteiligung des Schenkers durch die Übernahme der Besteuerung für den Empfänger kommt der Gesetzgeber entgegen, indem für die Bewertung der Freigrenze von 35 Euro lediglich der Bruttobetrag des Geschenkewertes herangezogen werden muss. Solange der Bruttowert unterhalb der Freigrenze liegt, sind somit auch die Beträge für Geschenke abzugsfähig, die vorab pauschal versteuert wurden. Somit kann ein Geschenk auch weiterhin als Betriebsausgabe angesetzt werden, wenn der Gesamtbetrag von Geschenk und Steuerbetrag der Pauschale die Freigrenze überschreiten. Zudem kann auch die abgeführte Steuer den Betriebsausgaben zugeschlagen werden. Alle Beträge für Präsente, deren Wert über die 35 Euro Freigrenze hinausgeht, gelten hingegen nicht als Betriebsausgabe und sind daher nicht im Rahmen der Aufwendungen für Geschenke abzugsfähig.

Pauschalversteuerung für alle – Weihnachtsgeschenke für Kunden

Die Pauschalversteuerung hat einen weiteren Haken. Denn Schenker, die ein Geschenk für einen Kunden pauschal versteuert haben, müssen auch alle weiteren Geschenke an alle Kunden genauso behandeln. Dabei ist keine Ausnahme zulässig. 

Was gilt für den Beschenkten bei der Pauschalversteuerung?

Hat der Schenker das Geschenk vorab versteuert, dann muss der Beschenkte keine Steuern mehr dafür bezahlen. Der § 37b EStG regelt auch, dass der Schenker den Empfänger davon zu unterrichten hat, dass er die Pauschalversteuerung vorgenommen hat. Die Information des Schenkers ist ein wichtiges Dokument, das sicher stellt, dass der Beschenkte keine Verpflichtung hat, den Wert des Geschenkes in seiner Steuererklärung anzugeben und als Einnahme zu versteuern. 

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