Finanzen   14.11.2018

In 5 Schritten die innerbetriebliche Weiterbildung organisieren

Kontinuierliches Lernen ist angesagt. Jede neue Software, jede neue Maschine, eigene Innovationen: All das erfordert es, ständig neue Fähigkeiten zu erwerben, Funktionen zu begreifen und zu nutzen. Außerdem willst du selbst oder wollen Mitarbeiter eventuell beruflich vorankommen, es fehlt hierfür aber noch eine Qualifikation, ein Zertifikat oder eine Zusatzausbildung. Funktioniert eine Fortbildung innerbetrieblich oder über Freistellungen? Und wie organisiert man eine innerbetriebliche Weiterbildung?

  1. Wie klappt die innerbetriebliche Weiterbildung in 5 Schritten?
  2. Was ist der Unterschied zwischen einer Fort– und Weiterbildung?
  3. Warum lohnt sich eine Weiterbildung?
  4. Welche Förderungen gibt es für eine Weiterbildung?
  5. Kannst Du die Kosten für die Weiterbildung steuerlich absetzen?
innerbetriebliche Weiterbildung

Zurück auf die Schulbank: Innerbetriebliche Weiterbildung ist eigentlich immer eine Bereicherung – egal, ob der Betrieb nur aus dir oder aus einer ganzen Belegschaft besteht. (Bild © unsplash.com)

Wie klappt die betriebliche Weiterbildung? – Innerbetriebliche Weiterbildung organisieren in 5 Schritten

In fünf Schritten organisierst du die innerbetriebliche Weiterbildung.

  1. Qualifizierungsbedarf ermitteln
    Da Weiterbildungen zwar toll für die Belegschaft und das Unternehmen sind, aber eben auch Kosten und organisatorische Herausforderungen mit sich bringen, solltest du dir zusammen mit deinen Mitarbeitern gut überlegen, was ihr mit einer Weiterbildung erreichen wollt. Was braucht das Unternehmen ganz dringend an zusätzlichem Know-how?
  2. Weiterbildungsplan erstellen
    Dazu gehört die Recherche, ob es das, was du an Bedarf ermittelt hast, irgendwo bei einem Bildungsanbieter als Kursangebot gibt oder ob du einen Trainer engagieren kannst, der den Lerninhalt individuell zugeschnitten vermittelt. Was kostet es?
  3. Teilnehmerinnen und Teilnehmer festlegen
    Wer aus dem Team darf teilnehmen? Wem bringt es am meisten, wer kann das neue Know-how wirklich nutzen? Wer sitzt als Multiplikator an zentraler Stelle und wird auch Kollegen von seinem neuen Wissen einiges weitervermitteln? Bei der Auswahl derjenigen, die für eine innerbetriebliche Weiterbildung in Frage kommen, solltest du auch bedenken, dass hinterher eventuell die Lohnkosten steigen. Außerdem kostet dich die Ausfallzeit natürlich auch Geld. Kollegen könnten demotiviert sein, weil sie nicht teilnehmen dürfen. Aber auch Teilnehmer können unzufrieden werden, wenn sie hinterher das Gelernte nicht in dem erhofften Umfang einsetzen können.
  4. Freistellung regeln
    Wer auf Fortbildung ist, braucht meist Vertretung. Das solltet ihr vorab regeln. Die Planung für eine innerbetriebliche Weiterbildung sollte nicht mit festgesetzten Urlaubsplänen kollidieren oder in das laufende Saisongeschäft fallen, das den vollen Arbeitseinsatz vom vollständigen Team erfordert. Auch vereinbarte Abgabetermine von zukünftigen Projekten sollten nicht mit Fortbildungsterminen zusammen fallen.
  5. Kostenübernahme klären
    Für eine innerbetriebliche Weiterbildung gibt es einige Fördermöglichkeiten. Bund und Länder geben Zuschüsse. Informationen dazu finden sich im Internet zum Beispiel in der auf der Webseite des Bundesministeriums für Wirtschaft.

Was ist der Unterschied zwischen einer Fort– und Weiterbildung?

Ist Fortbildung Weiterbildung?

Die berufliche Fortbildung stellt einen jeweils unterschiedlichen Bestandteil der beruflichen Bildung dar. Sie zielt auf eine Erweiterung von bereits vorhandenen Qualifikationen ab, die in einem Ausbildungsberuf erworben wurden. Die berufliche Fortbildung wird oftmals nötig, wenn die technische Entwicklung fortschreitet, um hierfür zusätzliche Qualifikationen zu erwerben. Berufliche Fortbildung mündet meist in eine Prüfung, die die erworbene Qualifikation ausweist. Für die Durchführung und den Nachweis einer Fortbildung sind die Handwerkskammern oder IHK zuständig. Die Fortbildung bezeichnet eine andere Form der Ausbildung als eine Weiterbildung.

Fort- und Weiterbildung – der Unterschied

Auch die berufliche Weiterbildung setzt eine berufliche Bildung und die Berufstätigkeit voraus. Sie vertieft die absolvierte Ausbildung sowie die praktischen beruflichen Kenntnisse. Im Gegensatz zur Fortbildung kann die Weiterbildung jedoch in Eigenregie vorgenommen werden, aber auch durch eine Umschulung oder innerhalb des Betriebs. Eine Weiterbildungsmaßnahme führt im Gegensatz zu einer Fortbildung nicht zu einem anerkannten Abschluss und ist nicht gesetzlich geregelt.

Warum lohnt sich eine Weiterbildung?

Die berufliche Weiterbildung vertieft und erweitert die vorhandene berufliche Qualifikation. Weiterbildungen trainieren die Fähigkeit zu lernen und fördern die Sicherheit im Berufsleben. Von Weiterbildungen profitieren sowohl die Teilnehmer als auch die Unternehmen. Denn mehr Qualifikation bringt auch mehr Leistungsfähigkeit mit sich. 

Was hat der Betrieb von einer Weiterbildung?

Unternehmen können die verbesserten Kenntnisse von Mitarbeitern nutzen, die an einer Weiterbildung im Betrieb teilnehmen. Gerade eine betriebliche Weiterbildung kann die Kenntnisse von Mitarbeitern an veränderte Erfordernisse anpassen, die zum Beispiel durch die fortschreitende Technisierung oder durch Neuerungen in der Produktion entstehen. Zudem haben Mitarbeiter, die eine Weiterbildung im Betrieb absolvieren, eine stärkere Bindung an das Unternehmen. 

Lohnt sich eine Weiterbildung für die Mitarbeiter?

Mitarbeiter profitieren von einer Weiterbildung durch ihre verbesserte Qualifikation. Das sichert nicht nur den vorhandenen Arbeitsplatz. Weiterbildungen empfehlen den Arbeitnehmer auch für andere Arbeitgeber. Sie verbessern zudem die Verdienstmöglichkeiten.

Welche Förderungen gibt es für eine Weiterbildung?

Der Staat fördert die berufliche Weiterbildung von Arbeitern und Angestellten durch verschiedene Programme der Agentur für Arbeit und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Förderungen durch die Agentur für Arbeit

Für die Weiterbildung von Beschäftigten mit speziellem Bedarf an Förderung bietet die Agentur für Arbeit Angebote für die finanzielle Unterstützung. Die Agentur für Arbeit zielt dabei auf die Weiterbildung von gering qualifizierten sowie von älteren Arbeitskräften innerhalb eines Unternehmens durch das Programm mit dem Namen „WeGebAU“. Unter bestimmten Voraussetzungen bezahlt die Arbeitsagentur für die Zeit der Ausbildung oder Weiterbildung für Erwachsene einen Zuschuss zum Lohn. Die Kosten für die Weiterbildung übernimmt das Jobcenter zum Teil oder auch ganz. Informationen für Unternehmen findest du im Internet unter dem Titel .

Eine weitere Förderung durch die Arbeitsagentur bietet die so genannte . Das Förderprogramm spricht junge Erwachsene ab 25 Jahren sowie gering qualifizierte Beschäftigte an, die ohne Berufsabschluss sind. Das Programm möchte seine Teilnehmer anhand von Umschulungen, Ausbildungen oder Externenprüfungen in einen qualifizierten Berufsabschluss führen. 

Ausführliche Informationen zur Förderung von Weiterbildungen finden Unternehmer im Internet unter . 

Arbeitsagentur: Weiterbildung – Die Förderung „WeGebAU“unter der Lupe

Das Programm „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer im Unternehmen“ (WeGebAU) unterstützt Weiterbildungen, die Kenntnisse für den allgemeinen Arbeitsmarkt vermitteln. WeGebAU ist auf drei Säulen aufgebaut:

  • Die Förderung kann durch kleine und mittlere Unternehmer beantragt werden, die weniger als 250 Arbeitnehmer beschäftigen. 
  • In den Genuss der Förderung sollen vor allem gering qualifizierte Arbeitnehmer zum Beispiel ohne Berufsabschluss oder in einer ungelernten Tätigkeit kommen. Auch Weiterbildungen, die zu einem anerkannten Berufsabschluss führen, wie zum Beispiel Umschulungen oder Prüfungslehrgänge werden gefördert.
  • Auch Teilqualifizierungen, die an einen Beruf anschließen, kann die Arbeitsagentur fördern. Eine Weiterbildung mit dem Ziel, einen anerkannten Berufsabschluss zu erlangen, wird finanziert. 

Arbeitsagentur: Weiterbildung „Zukunftsstarter“ – genau hingeschaut

Das Programm für junge Erwachsene ab 25 Jahre ohne Berufsabschluss sucht den Schulterschluss mit den Unternehmen. Die angesprochenen Betriebe sollen bei der Einstellung von Arbeitskräften ihren Blick auch auf die Zielgruppe ohne Berufsabschluss richten und diese in eine Weiterbildung schicken. Das Jobcenter fördert die Teil- oder Vollzeit-Qualifizierung, die zu einem anerkannten Berufsabschluss führt. Dazu gehören Umschulungen, Lehrgänge, Teilqualifikationen sowie Maßnahmen zum Erwerb von Grundkompetenzen. 

  • Den teilnehmenden Unternehmen bietet die Arbeitsagentur neben einer Pauschale zu den Sozialversicherungsbeiträgen auch Zuschüsse zum Lohn für die Ausfallzeiten aufgrund der betriebliche Weiterbildung. 
  • Den Teilnehmern am Programm erstattet das Jobcenter die Kosten für den Lehrgang, für Fahrten sowie für die Unterbringung und Kinderbetreuung. 

Weitere Förderungen durch die Arbeitsagentur

Neben den beiden Programmen gibt es weitere Möglichkeiten für die Finanzierung einer Weiterbildung oder Umschulung. Das Jobcenter bietet daher sowohl Unternehmern, die ihre Mitarbeiter fördern möchten, als auch Arbeitnehmern, die sich weiterbilden möchten, entsprechende Beratung an. 

Das Jobcenter stellt im Internet darüber hinaus Online Angebote bereit, mit denen Arbeitnehmer gezielt planen können. Wer bereits weiß, welche Weiterbildung er antreten möchte, der kann im fündig werden. 

Wer schon eine Berufsausbildung oder ein Studium absolviert hat, der kann eine Aufstiegsweiterbildung durch das beantragen.

Unternehmen, die sich für eine Förderung durch das Jobcenter interessieren, können telefonisch Kontakt aufnehmen unter der bundesweiten gebührenfreien Hotline des Arbeitsamtes mit der Nummer 0800 4 55 55 20. 

Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung

Das Ministerium bietet die Förderung für berufliche Weiterbildung mit der so genannten Bildungsprämie. Sie unterstützt Erwerbstätige, die über ein geringes Einkommen verfügen durch die Förderung einer Weiterbildung. Der Staat übernimmt durch die Förderung die Hälfte der Kosten für die betriebliche Weiterbildung. Die genauen Informationen über die Förderung der Weiterbildung durch den Staat findest du telefonisch über die kostenlose Hotline unter 0800 26 23 000 oder im Internet auf der Seite . 

Kannst Du die Kosten für die Weiterbildung steuerlich absetzen?

Sofern eine Bildungsmaßnahme die berufliche Handlungsfähigkeit erhält und anpasst oder erweitert sowie die Möglichkeit bietet, beruflich aufzusteigen, können die dafür anfallenden Aufwendungen von der Steuer abgesetzt werden. Somit kannst du deine Fort- und Weiterbildungskosten steuerlich absetzen. So kannst du Seminarkosten und Übernachtungskosten genauso steuerlich geltend machen wie Reisekosten und Arbeitsmittel.

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